Entspannung pur: Wellnessurlaub mit Kindern

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Passen Kinder und Wellness unter einen Hut? Wir sagen: selbstverständlich! Ein Wellnessurlaub mit der ganzen Familie ist unglaublich erholsam!

„So fühlt sich das also an“, sagt meine Tochter und rümpft die Nase. „Es riecht matschig“, meint sie, modrig, wie nach einem Platzregen auf dem Spielplatz. „Es ist gesund“, erwidere ich, „es wird dich und deine Muskeln entspannen.“ Ich strecke meine Füße aus dem Moorwasser, schwarze Tropfen malen ebenso schwarze Kreise auf die Wasseroberfläche, es stinkt wirklich, denke ich still. „Zwanzig Minuten?“, fragt sie leise. Ich nicke. Zwanzig Minuten. Sie lässt abwechselnd ihre Hände auftauchen wie U-Boote aus der finsteren Nacht, in ihrem Blick liegt etwas Angewidertes.

Gut für Klein und Groß: Moorbäder entspannen die Muskulatur und stärken das Immunsystem ©Michael Moog

Hier lassen sich Wellness und Familie unter einen Hut bringen

Wellness für die ganze Familie – das klang für mich nach Erholung auf ganzer Linie, das klang nach Stunden in der Familiensauna, nach Massagen für meinen Mann, unsere Kinder und mich, nach Heilerde und Moorbädern. Auch wenn das tiefschwarze Wasser in meiner Vorstellung weniger streng roch als dieses hier. „In Ihrer Wanne ist übrigens ein ganzer Liter zähflüssiges Moor“, platzt Nicola in meine Gedanken. Die Chefin des Spa-Bereichs wärmt noch schnell unsere Handtücher auf und zündet ein paar Kerzen an, dann lässt sie uns allein, allein in der dunklen Brühe und mit meinen Gedanken an die bevorstehende Wellnesswoche.

Das stärkt den Körper: Erst Saune, dann ein paar Minuten im Freien ©Michael Moog

„Wellness?“, hatten mein Mann und unser Ältester meine Idee mit hochgezogenen Brauen missbilligend abgetan. „Brauchen wir nicht.“ Ich habe geschwiegen und später gebucht, ein kleines Hotel in Österreich, in dem sich Wellness und Familie unter einen Hut bringen lassen. Manchmal muss man Männer schließlich zu ihrem Glück zwingen.


Total erholsam: Wellness für die ganze Familie

Doch was genau habe ich mir eigentlich unter Wellness für Familien vorzustellen? Nicola lächelt, als ich ihr später diese Frage stelle. „Reichlich Entspannung auf jeden Fall.“ Und welche Art der Entspannung kommt bei Kindern und Jugendlichen am besten an? „Es geht eigentlich alles, was für Erwachsene auch geht“, weiß sie aus Erfahrung. „Die Massagen fallen bei jüngeren Gästen allerdings kürzer aus, sie dauern zum Beispiel nur 25 Minuten und behandeln ausschließlich Füße und Rücken“, sagt Nicola. Wir vereinbaren Termine, verabreden Massagen, Masken und noch ein Moorbad. Und wechseln dann erstmal in das klare Wasser des Schwimmbades.

Jede Menge Spaß: Wellness und Badespaß – das passt gut zusammen ©Michael Moog

Grau schwappt der See am nächsten Morgen ans Ufer, blasse Nebelschwaden hüllen die Kiefern und die Birken ein, der Himmel hängt tief, so tief, dass man sich nicht hinaustraut. Also gehen wir abermals schwimmen, schwappen prustend durch den Indoor-Wildbach, trinken frisch gepresste Säfte und naschen Gesundes – Nüsse und Trockenfrüchte. Entspannen im Whirlpool und schwimmen im Outdoor-Sportbecken um die Wette.

Zwischendurch gibt es eine ordentliche Ration Vitamine – hier in Form eines frischgepressten Saftes ©Michael Moog

Gut für den Körper: Sauna, Solebad & Solegrotte

Duftend und superspannend: der Kräuterküche mit all den Ölen und gartenfrischen Kräutern ©Michael Moog

Unser kleines Hotel im österreichischen Fuschl scheint genau der richtige Ort für unser Vorhaben zu sein, das wird schnell klar. Hier gibt es verschiedene Saunen, Solebad und Solegrotte, dazu verschiedene Dampfbäder. Es gibt Massagen und Masken. Eine Kräuterküche, in der täglich neue Essenzen kreiert werden. Und einen Garten, in dem alles frisch geerntet wird, was in Wanne oder Seife kommt. Aber dazu später.

Der nächste Termin widmet sich ausschließlich meinem ältesten Sohn: Er hat eine Verabredung mit Paolo und bekommt eine Kindermassage. Eine Spur unwillig legt er sich auf die Massageliege, wohliger Duft wabert durch den kleinen Raum. Paolo beginnt mit den Füßen, er knetet nicht, er streicht kräftig über die verschiedenen Körperpartien. Und mein Sohn? Zeigt keine Regung, nur gelegentlich ist ein leises, wohliges Murmeln zu hören. „Er wird schlafen wie ein Stein heut Nacht“, prophezeit Paolo, der Masseur, nach der Kurzmassage. Und wird recht behalten.

Massagen bringen Entspannung pur – auch für Kinder ©Michael Moog

Urlaubstage voller Massagen, Moorbäder, Masken

Es folgt Massage auf Moorbad auf Maske. Kein Wunder, dass wir am dritten Tag noch immer nicht mehr als ein paar flüchtige Blicke auf Österreich geworfen haben. „Heute gehen wir aber endlich mal vor die Tür“, verkünde ich beim Frühstück. Ich ignoriere den leisen Protest, lasse meine Blicke aus dem Fenster wandern. Der Himmel ist graublau, ideal für Wanderungen. Wir stapfen also los, erstmal steil bergauf, die Kinder murren, der Weg zieht sich. Bis wir irgendwann auf der Waldalm sind, die so sattgrün und schön ist, dass selbst meine Kinder vergessen zu meckern.

Entspannung Teil 2: Pause in der Herbstsonne und mit Blick auf den Fuschlsee ©Michael Moog

Für den nächsten Nachmittag habe ich uns in der Kräuterküche angemeldet. Hier duftet es jeden Tag anders, täglich werden anderen Kräutern ihr Extrakte entzogen, mal Baldrian, mal Storchenschnabel, mal Minze.

Selbstgemachte Seifen, Körperöle und Essenzen – natürlich und rein ©Michael Moog

„Und was machen Sie mit den Kräuterextrakten?“, möchte meine Tochter wissen. Lisa, die Chefin in der Kräuterküche deutet auf die Regale voller Cremes, Seifen und Öle. „All das“, sagt sie und fragt: „Möchtest du auch etwas selbst machen?“ Sie möchte – und verrührt in der kommenden Stunde verschiedene Öle mit Bienenwachs, rührt noch frisch geerntete Pfefferminze hinein und füllt die Handcreme später in kleine Gläschen.

Viele Wohlfühl-Programmpunkte für Familien

„Was machen wir heute?“, fragen die drei am vorletzten Morgen. Ich stelle verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl – Schwimmen gehen, Kuchen essen, Massage oder Maske genießen? Nach St. Gilgen am Wolfgangssee fahren oder noch mal wandern? Wir stimmen ab, fahren zum Wolfgangsee, gehen Kuchen essen und dann schwimmen. Bevor meine Tochter und ich uns am Nachmittag verabschieden – zur Gesichtsmaske.

Im Herbst tragen die Berge rund um den Wolfgangsee schon oft eine Puderzuckerhaube ©Michael Moog

Unser letzter Wohlfühl-Programmpunkt findet im Rasul statt, „das ist ein orientalisches Ritual aus dem arabischen Raum“, wie uns Paolo erklärt. Meine zwei Jüngsten bemalen sich mit bunter Siegelerde, das Gesicht weiß, die Brust gelb, den Bauch rot und haben viel Spaß bei der Schmiererei. „Während der braune, lehmige Schlamm jetzt langsam und bei etwas Wärme trocknet“, erläutert Paolo, „nimmt sie Giftstoffe auf und bindet Schlackenstoffe.“

Schmieriger Spaß mit großer Wirkung: die Siegelerde entzieht dem Körper Giftstoffe ©Michael Moog

„Und was ist mit meinen Giftstoffen?“, will mein großer Sohn wissen, als wir das Rasul verlassen. „Ich dachte, du brauchst keine Wellnessanwendungen“, sage ich – und schiebe schnell hinterher: „Okay, okay, du bist beim nächsten Mal dran – versprochen.“ Wusste ich doch, dass man Männer manchmal zu ihrem Glück zwingen muss.

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