Auf einen Blick!
Der Lac de Sainte-Croix ist ein türkisfarbener Stausee im malerischen Naturpark Verdon in Südfrankreich. Mit den Bergen der Haute Provence, dem spektakulären Grand Canyon du Verdon und kleinen, provenzalischen Bergdörfern in der Umgebung punktet der See als top Urlaubsdestination für Familien.
Zielgruppe Das Familien-Sportcamp wird von elan Sportreisen und ReNatour angeboten und eignet sich für sportbegeisterte Familien und Alleinerziehende mit Kindern ab 6 Jahren (Windsurfen ist erst ab 8 Jahren möglich).
Highlights Das Sport- und Aktivprogramm besteht aus Wanderungen, Windsurfen, Radtouren, Kanutouren und Stand-up-Paddling. Außerdem gibt es verschiedene Familienausflüge sowie ein buntes Kinder- und Jugendprogramm.
Übernachten Das Camp befindet sich in einem Areal auf dem kommunalen Campingplatz „Les Ruisses“ bei Les Salles-sur-Verdon. Ihr übernachtet im eigenen Zelt, im geräumigen Steilwand-Mietzelt oder in einem supergemütlichen, komfortablen Bauwagen.
Eine Reportage von Kirsten Düspohl
„Wow, der See hat ja eine krass blaue Farbe, fast wie Slush-Eis“. Bei dem Vergleich muss ich schmunzeln, aber irgendwie hat unsere Tochter Jette (12) recht: Der Lac de Sainte-Croix ist wirklich herrlich türkis. Dabei befinden wir uns keinesfalls in der Karibik, sondern in Südfrankreich, genauer gesagt im Nationalpark Verdon.

Soeben sind wir mit dem Auto auf dem Campingplatz Les Ruisses in der Haute Provence angekommen. Keine Frage: Am liebsten würden wir sofort in den zweitgrößten Stausee Frankreichs springen. Aber erstmal müssen wir einchecken – und zwar beim Team von elan Sportreisen. Ein ganz gewöhnlicher Campingurlaub in der beliebten französischen Urlaubsregion? Von wegen! Vor uns liegt ein abwechslungsreicher Aktivurlaub, auf der Website von ReNatour mit dem vielversprechenden Namen „Familien-Sportcamp Provence“ angekündigt. Action und Sport bei rund 35° C – kann das Spaß bringen? Und ist ein Sportcamp in den südfranzösischen Bergen auch was für eine durchschnittlich sportliche Familie aus dem flachen Norddeutschland? In den nächsten 13 Tagen werden wir es herausfinden.

Eine besondere Art der Gruppenreise: ein Sportcamp für Familien
„Willkommen im Sportcamp“, begrüßt uns Campleitung Luisa und zeigt uns unser Urlaubsdomizil für die nächsten zwei Wochen: das mit bunten Wimpelketten geschmückte Camp samt Küchenpavillon, Essenszelt und Hängematteninsel. „Alles Weitere erfahrt ihr später beim Abendessen. Richtet euch erstmal ein“, sagt sie und läuft schon weiter zur nächsten Familie, die gerade eintrudelt.

Abends werden wir feststellen, dass unser Camp neben den sieben Teamern und zwei Küchenhilfen aus insgesamt 13 Familien besteht – eine große, bunte Gruppe aus Familien und Alleinreisenden mit Kindern zwischen sieben und sechzehn Jahren.
Camping oder Glamping: Das Sportcamp Provence bietet Zelte und Bauwagen
„Na, das ist doch die ideale Unterkunft für dich, oder?“ Mein Mann Jan zwinkert mir zu, schließlich weiß er, dass ich kein großer Campingfan bin. Und er hat recht: Ich bin total erleichtert, dass wir statt eines Zelts einen knallblauen Bauwagen als Urlaubsdomizil haben.

Und der übertrifft alle meine Erwartungen. Mit Doppelbett, Etagenbett, kleinem Tisch, Strom und Licht bietet der gemütliche Wagen puren Glamping-Luxus für bis zu vierköpfige Familien. „Der ist viel größer als gedacht“, stelle ich fest und verstaue problemlos alle Koffer und Taschen unter dem erhöhten Doppelbett. Jette und Tom (10) stecken ihren Kopf zur Tür hinein, erinnern daran, dass es Zeit fürs Abendessen ist. Denn das gehört natürlich auch zu einer Gruppenreise: feste Essenszeiten und gelegentliche Spül- und Schnippeldienste in der Küche.

Im Sportcamp gibt es einen Mix aus verschiedenen Sportarten – von Wandern bis SUPen
Das Angebot an Sportcamps in Deutschland und Europa ist groß, aber während die meisten eine bestimmte Sportart im Fokus haben, bietet das Familien-Sportcamp am Lac de Sainte-Croix einen vielseitigen Sport-Mix – an Land und auf dem Wasser. Welches Sportangebot uns genau erwartet, erklären uns die Teamer direkt nach dem ersten gemeinsamen Abendessen: Wandern, Fahrradfahren, Windsurfen, Stand-up-Paddling, Kanufahren sowie ein abwechslungsreiches Kinder- und Jugendprogramm.

„Manchmal wird es Programmpunkte nur für die Erwachsenen oder ausschließlich für die Kinder und Jugendlichen geben, manche sind moderat, andere eher was für die Sportskanonen unter euch. Morgen starten wir mit einem Familientag, das heißt, Groß und Klein unternehmen gemeinsam etwas“, erklärt Luisa den morgigen Tag, an dem es wahlweise mit dem Rad, dem SUP oder zu Fuß ins benachbarte Les Salles gehen wird.

Der Lac de Sainte-Croix: der perfekte See für Wassersport und Abkühlung
„Oh, das tut gut“, seufze ich zufrieden, lasse mich langsam in den türkisblauen See gleiten, der jetzt im Sommer angenehme 25 Grad hat. Wir sind gerade von der kleinen Wanderung aus dem 1.000-Seelen-Örtchen Les Salles-sur-Verdon zurück und mächtig ins Schwitzen gekommen. Die Sonne knallt unermüdlich vom wolkenfreien, blauen Himmel und die Kiefern verströmen einen intensiven Duft, sorgen zur Mittagszeit aber kaum für Schatten. Wie gut, dass der See mit seinem breiten Steinstrand nur wenige Schritte entfernt liegt. Jette und Tom planschen auf der Luftmatratze und Jan und ich lassen uns treiben. Denn auch das ist im Sportcamp möglich: einfach mal abschalten und entspannen.

Für jeden das passende Sportprogramm im Aktivurlaub in Südfrankreich
Während der nächsten Tage probieren wir verschiedene Angebote aus. Da Jette und Tom gerne ins KJP (Kinder- und Jugendprogramm) gehen und sich bei Strandolympiade, Capture the Flag, Chaosspiel und Co auspowern, schließen Jan und ich uns den Radtouren an, wandern durch Lavendelfelder, kraxeln auf Berge oder surfen über den glasklaren See. Dabei stellen wir fest: Wer im Sportcamp wirklich alles mitmachen möchte, sollte fit sein. Vor allem auf den Radtouren und Wanderungen gilt es mitunter mehrere Hundert Höhenmeter zu bewältigen – da kommt man ins Schnaufen. Der Lohn für die Anstrengungen: Die Gegend ist postkartenschön, erstaunlich vielseitig und trumpft an jeder Ecke mit einem malerischen Panoramaausblick auf.

Außerdem gilt im Camp: Jedes Sportangebot ist freiwillig. Wer unter den täglich wechselnden Programmpunkten nicht das Passende für sich findet, genießt einfach Paarzeit, schaukelt träge in der Hängematte oder erkundet auf eigene Faust die Provence. Und da gibt es viel zu entdecken – sei es bei einem Bummel durch das entzückende Bergdorf Moustiers-Sainte-Marie mit sagenumwobener Kapelle, kleinen Lädchen und hübschen Häusern (nicht verpassen: die Märkte mit regionalen Produkten), beim Canyoning oder bei einer Panorama-Tour entlang des „Grand Canyon du Verdon“.

Ein Must-see in der Haute Provence: die spektakuläre Verdonschlucht
„Das ist atemberaubend“, sage ich zu meiner Familie, lasse den Blick über die beeindruckende Verdonschlucht schweifen, vom türkisfarbenen Wasser über die ausgewaschenen, kargen Felsen, die hoch über uns in den Himmel ragen. Heute ist Familientag im Camp und auf dem Programm steht ein Ausflug in den Grand Canyon du Verdon.

Einige Familien haben sich die Kanus geschnappt, wir vier SUPen in die Schlucht. Der bis zu 700 Meter tiefe und rund 20 Kilometer lange Canyon ist eine der Hauptattraktionen der Region und weltberühmt. Das merkt man: Das Stand-up-Paddling gleicht einem Tretboot-Slalom. Und trotzdem sind wir uns alle einig: Der Ausflug darf während des Provence-Urlaubs nicht fehlen. „Die Schlucht ist einer der schönsten Orte, die ich je gesehen habe“, lautet mein Resümee, als wir abends mit einigen anderen bei einem Glas Wein den Tag Revue passieren lassen.

Die Tage im Camp vergehen wie im Flug. Ein Highlight folgt dem anderen und sorgt für unvergessliche Erinnerungen: die 50 Kilometer lange Radtour um den Lac des Sainte-Croix zum Beispiel, der provenzalische Abend mit leckeren Spezialitäten der Region oder (für die ganz Mutigen) die Übernachtung auf dem Gipfel des Grand Margès – unter freiem Sternenhimmel. Für die Kids ganz weit oben im Ranking: der Ausflug zum Sprungfelsen und die Übernachtung am Strand – ohne Eltern, dafür mit abendlichem Bad im Mondschein.

Unser Fazit: Sportcamps sind eine tolle Urlaubsform für Familien
„Ich kann mich gar nicht entscheiden, was mir am besten gefallen hat“, überlegt Tom und steckt sich gedankenverloren einen Chips in den Mund. Es ist der letzte Abend und die ganze Gruppe sitzt glücklich, aber auch ein bisschen wehmütig zusammen am Strand und feiert Abschied.

Der gemeinsame Urlaub hat zusammengeschweißt: Sport, Spaß und die eine oder andere Herausforderung verbinden. Nummern werden ausgetauscht, Pläne geschmiedet. „Die Teamer haben erzählt, dass es auch andere coole Sportcamps gibt, zum Beispiel auf Korsika und Sardinien“, erzählt Jette euphorisch. Mein Mann und ich schauen uns lächelnd an, denken vermutlich beide daran, dass diese Reiseziele schon lange auf unserer Bucket-List stehen. Ja, warum eigentlich nicht? Wer weiß, was dort für spannende Sportarten und Programmpunkte auf uns warten. Denn eines haben wir in diesem Urlaub festgestellt: Sportcamps sind ein super Erlebnis für die ganze Familie!
