Auf einen Blick!
St. Peter-Ording in Nordfriesland gehört zu den bekanntesten Urlaubsorten an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste. Ein 12 Kilometer langer Sandstrand, beeindruckende Pfahlbauten, vier süße Ortsteile und jede Menge Familienhighlights – SPO hat etliche Trümpfe für Familien. Auch im Winter!
Unterkunftstipp Ferienunterkünfte gibt es in St. Peter-Ording wie Sand am Meer. Ein familienfreundliches Lifestylehotel in bester Lage an der Seebrücke ist das StrandGut Resort – perfekt für kleine Familienauszeiten mit einem Hauch von Luxus.
Zielgruppe St. Peter-Ording ist voll und ganz auf Familien eingestellt. Kein Wunder, liegt die größte Sandkiste doch direkt vor der Tür.
Highlights Der lange Sandstrand mit seinen Pfahlbauten, Dünen und Nordseewellen ist natürlich das Familienhighlight schlechthin in SPO, aber der kleine Ort hat noch mehr zu bieten: etwa den Westküstenpark mit der größten Seehundanlage Deutschlands, die über einen Kilometer lange Natur- und Erlebnispromenade und die Dünen-Therme mit Wellenbad, abenteuerlichen Rutschen und großer Saunalandschaft.
Eine Reportage von Kirsten Düspohl
Dampfschwaden wabern um mich herum, bilden sich über dem 28 Grad warmen Salzwasser, steigen langsam auf in den klaren Abendhimmel. Ich schaue hoch zu den Bilderbuchsternen, die hier an der Nordsee so viel heller funkeln als zuhause, spüre die eiskalte Luft auf meinem Gesicht, höre meine Tochter Jette (15) und ihre Freundin Hannah (15) lachen – und entspanne. „Ist das nicht himmlisch?“, ich schaue zu Hannahs Mutter Sandra, die sich neben mir im Außenpool der Dünen-Therme treiben lässt. Auch meine Freundin hat ein Lächeln im Gesicht, denkt vermutlich gerade wie ich, dass diese winterliche Mütter-Töchter-Auszeit in St. Peter-Ording eine richtig gute Idee war.

Winterurlaub in St. Peter-Ording – lohnt sich das?
Und das allen Unkenrufen zum Trotz. „Wollt ihr nicht lieber im Sommer nach St. Peter-Ording? Da werden im Winter doch die Bürgersteige hochgeklappt.“ Ich erntete durchaus irritierte Blicke, wenn ich Freunden von unserem geplanten Mädelstrip an die Nordsee erzählte. Und ja, keine Frage, St. Peter-Ording ist natürlich DER Familienhotspot im Sommer, zählt mit seinem zwölf Kilometer langen und bis zu zwei Kilometer breiten Sandstrand zu den beliebtesten Badeorten an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste.

Aber was hat der kleine, nordfriesische Ort im Winter zu bieten außer Strand und einer kalten Meeresbrise? Ich gebe zu: Ein bisschen skeptisch wurde ich doch, fragte mich im Stillen, ob unsere Teenager beim x-ten Strandspaziergang streiken und die im Sommer so trubeligen Läden und Cafés alle geschlossen sein würden. „Wir werden es an dem Wochenende einfach herausfinden“, hatte ich mir selber Mut gemacht und meine Erwartungen ein bisschen heruntergeschraubt …
Ein Familienhighlight in St. Peter-Ording: die Dünen-Therme
Ich hätte mir keine Sorgen machen müssen – das wird mir klar, als ich tiefenentspannt durchs warme Salzwasser der Dünen-Therme treibe. Im Gegenteil: Ein Winterurlaub in St. Peter hat durchaus Vorteile. Einer davon: Wir haben das riesige Erlebnisbad fast für uns alleine. Keine Menschenmassen, wenn sich das Meerwasserbecken mit einem Gongschlag in ein stürmisches Wellenbad verwandelt, keine Warteschlangen vor Turborutsche, Wildbach und Reifenrutsche und freie Platzwahl bei den Liegen.

„Echt cool, so ein leeres Schwimmbad“, sind sich Jette und Hannah einig, als wir viele Rutschpartien später im Schwimmbadrestaurant „rêst“ sitzen, uns frischen Salat, Burger und Panini schmecken lassen. Und während Sandra und ich anschließend die große Saunalandschaft ansteuern, gehen die Mädels eingekuschelt in flauschigen Bademänteln zurück ins angrenzende Hotel.
Stylisch, in bester Lage und mit einem top Service: das StrandGut Resort in SPO
Das Hotel ist noch so ein Trumpf, der schnell klar macht: Hier darf man viel erwarten – auch im Winter. Wir haben uns im StrandGut Resort einquartiert, das erste von mittlerweile etlichen Lifestylehotels an der Nordsee, die mit einem stylischen Design, top Service und einer raffinierten Küche mit regionalen Zutaten begeistern – und die mit ihren Preisen durchaus in die Kategorie „Gönn ich mir mal!“ fallen. Was dieses Lifestylehotel aber herausstechen lässt, ist die 1A-Lage: direkt an der Seebrücke.

Und noch einen Pluspunkt gibt es: die Familienfreundlichkeit. Im StrandGut Resort gibt es nicht nur gemütliche Doppelzimmer mit Verbindungstür und Ausziehbett für die Kids, sondern auch einen Pop-up-Spielraum mit Tischtennis, Playstation und Co sowie eine Kinderspielecke im Restaurant Deichkind. „Wenn ihr noch kleiner wärt, würden wir euch da jetzt hinschicken und könnten in Ruhe essen“, schmunzelt Sandra am nächsten Morgen beim Frühstück.

Obwohl ich mich frage, welches Kind sich dieses phänomenale Frühstücksbuffet entgehen lassen würde. Hier türmen sich frische Waffeln, Milchreis und Schokokuss-Brötchen neben frischem Obst und fruchtigen Marmeladen; Müslicerealien, zahlreiche Käse- und Wurstsorten, warme Speisen, Kuchen und vieles, vieles mehr sorgen für pappsatte, zufriedene Gäste. „Heute müssen wir uns ordentlich bewegen, sonst platze ich“, nehme ich mir fest vor, stecke mir genüsslich die letzte Gabel Rührei in den Mund.

Toll für Familien: Westküstenpark und Robbarium
„Ich glaube, es befinden sich exakt 21 Leute im Westküstenpark“, zählt Hannah die Gruppe an Schaulustigen durch, die sich wie wir rund um das Seehundbecken verteilt haben. Die Robbenfütterung ist eines der Highlights des Tierparks mit der größten Seehundanlage Deutschlands. Hannah könnte also richtig damit liegen, dass sich um Punkt 11 Uhr alle Besucherinnen und Besucher hier versammeln – und das sind an diesem Tag nicht viele.

Am Westküstenpark liegt das nicht, denn der ist richtig schön. Über 800 Haus- und Wildtiere sind auf dem gepflegten Areal zuhause: Typische Hoftiere wie Schafe, Ponys, Alpakas und Ziegen ebenso wie seltene Barockesel, Kraniche, Echsen, Schlangen und Greifvögel. Wir schlendern vorbei an den großen Freigehegen, den Volieren, Weiden und Käfigen – immer begleitet vom fröhlichen Geklapper der Störche. „Wisst ihr, was an einem Besuch im Winter hier noch besser ist als die wenigen Menschen? Die Tiere mit ihrem kuscheligen Winterfell“, freut sich Jette, gräbt ihre Finger ins zottelige Fell des kleinen Eselfohlen.

Familienabenteuer im Winter: Nachtwanderung in den Nationalpark
Der Besuch des Westküstenparks, ein anschließender Bummel durch den süßen Ortsteil Bad mit seinen Lädchen (die übrigens sehr wohl im Winter geöffnet haben) und eine heiße Schokolade im gemütlichen Café „Die Insel“ später, dann geht auch schon die Sonne unter.

Wintertage sind kurz. Macht aber nichts, im Grunde haben wir sogar darauf gewartet. Denn erst, wenn es dunkel ist, bringt unser nächster Programmpunkt Spaß: eine geführte Nachtwanderung in den Nationalpark Wattenmeer. „Das ist ja stockfinster“, flüstert Jette mir zu, als wir mit einer Gruppe kleiner und großer Gäste hinter unserem Guide herlaufen, erst über die noch leicht beleuchtete Seebrücke, dann über den nachtfinsteren Strand.

Einzig ein paar Pfahlbauten leuchten in der Ferne – und zwei Leuchttürme. „Der eine steht auf Helgoland, der andere in Westerhever“, erklärt uns Anton, der seinen Bundesfreiwilligendienst im Nationalpark-Haus in St. Peter-Ording absolviert. Helgoland? Das sind doch bestimmt 50 Kilometer! Ich staune, wie weit die Sicht in der Dunkelheit ist. Überhaupt, alle Sinne sind jetzt geschärft: Die Nordsee rauscht und tost, ein paar wenige Vögel kreischen über uns, lenken unseren Blick hoch in den atemberaubenden Sternenhimmel. Und auch unser Tastsinn ist gefragt, denn Anton lässt ein paar Nordseefunde herumgehen, uns Muscheln, Schulpe und die weichen, schaumstoffartigen Eiballen der Wellhornschnecke erfühlen. Ein eindrucksvolles Erlebnis!

Typisch SPO: der Strand und die Pfahlbauten
„Bei Tageslicht sieht das echt ganz anders aus. Schaut mal, wie weit die Pfahlbauten dahinten entfernt sind“, staunt Sandra am nächsten Morgen, zeigt in Richtung des Ordinger Strands im Norden von St. Peter-Ording. Es ist leider schon der letzte Tag unserer kleinen Mütter-Töchter-Reise. Doch beim Frühstück waren wir uns alle einig: Ohne einen langen Strandspaziergang darf dieses Wochenende nicht zu Ende gehen.

Und so hatten wir unsere Koffer schnell ins Auto gepackt und waren losgestiefelt, über die Strandpromenade und die Seebrücke bis an den scheinbar endlos langen Sandstrand. Dort, wo sich im Sommer Strandkörbe und bunte Handtücher tummeln, wirkt der Strand jetzt fast ein wenig einsam. Nur ein paar Joggerinnen, ein Hundebesitzer und eine Handvoll Familien starten ihren Tag wie wir – mit einem ausgiebigen Spaziergang durch diese XXL-Sandkiste. Und: Ein junger Seehund liegt am Strand, legt eine Ruhepause ein, bevor er sich wieder in die Fluten wagt. Auch ein Anblick, der im Winter keine Seltenheit ist.

Rund eine halbe Stunde später erreichen wir unser Ziel: die legendären Pfahlbauten, Wahrzeichen von St. Peter-Ording und an der deutschen Küste einzigartig. In den sieben Meter hohen Holzhäusern auf Stelzen befinden sich die beliebten Pfahlbau-Restaurants – zumindest im Sommer. „Oh nein, die haben ja geschlossen“, stelle ich fest, und muss gleich darauf grinsen, „na, endlich haben wir doch einen Haken am Winterurlaub in St. Peter-Ording gefunden.“

Unbedingt nachmachen: Winterurlaub in St. Peter-Ording
Es ist nur ein kleines Manko, schließlich hat das Pfahlbau-Restaurant Arche Noah direkt am Ende der Seebrücke durchaus geöffnet. Wir lassen es links liegen, steuern stattdessen Gosch an, noch so ein Klassiker in St. Peter-Ording. Und während ich in mein Fischbrötchen beiße, denke ich, dass dieser Kurzurlaub richtig schön war, wie eine kleine Wohlfühlauszeit vom Alltag.

Und ganz bestimmt lag das auch daran, dass es keine Touristenmassen gab, dass die Tage kurz und die Nächte klar waren, dass die Temperaturen draußen kalt und das Thermenwasser wohlig warm war. Kurz gesagt: dass gerade Winter ist – vielleicht die beste Zeit für einen Urlaub in St. Peter-Ording …














