48 Stunden in Augsburg: Was Familien alles sehen müssen
- Mit Kindern im Zoo Augsburg
- Fugger und Welser Erlebnismuseum – beeindruckend auch für Kinder
- Fuggerei – eine der ältesten Sozialsiedlungen der Welt
- Augsburger Puppenkiste: Pflichtprogramm für Familien
- Feuerwehrerlebniswelt: top Programmpunkt für Augsburg bei Regenwetter

Freitagabend, 17 Uhr, gleich nach der Arbeit geht es los. Unser Ziel für die Städtereise: Augsburg in Bayern. Die bayerische Stadt gehört zu den ältesten Städten Deutschlands, in der Altstadt reihen sich mittelalterliche Bauten aneinander. Dazwischen der Dom aus dem 11. Jahrhundert und das Renaissance-Rathaus. Kein Wunder, dass auch unser Wochenend-Programm prall gefüllt ist: Wir haben für unsere Städtereise – 48 Stunden mit Kindern in Augsburg – jede Menge Programmpunkte vor uns. Ob meine Kinder Katharina (11 Jahre) und Florian (8 Jahre) das alles mitmachen?
1. Mit Kindern zu Besuch im Zoo Augsburg
Beim ersten Programmpunkt habe ich keine Zweifel: Gleich nachdem wir im Hotel eingecheckt haben, steuern wir den Augsburger Zoo an. Heute ist Dschungelnacht. Einmal im Jahr, meist am ersten Wochenende der bayerischen Sommerferien, schließt der Zoo schon um 17 Uhr, um 17.30 Uhr öffnet er dann erneut seine Pforten für die kleinen und großen Besucherinnen und Besucher der magischen Dschungelnacht.
Wir schlendern durch den Zoo, sehen Zebra und Elefant in ihren Schlafgemächern und bestaunen die tollen Lichtinstallationen, die Spiel-, Info und Essensstände und auch einige Straßenkünstlerinnen und -künstler. „Schau mal Mama, die Seehunde!“, ruft Florian, der sie als erstes entdeckt hat. Ob sie die abendliche Aufmerksamkeit genießen?

Am nächsten Tag lassen wir uns von einer Stadtführerin die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Augsburgs zeigen. Wir erfahren viel über die Geschichte der Stadt und ihre berühmten Persönlichkeiten: angefangen bei Kaiser Augustus über diverse Bischöfe bis hin zu Mozart, um genau zu sein, Wolfgang Amadeus‘ Vater Leopold Mozart – er ist in Augsburg zur Welt gekommen und aufgewachsen.
Augsburg: Tipps für ein Wochenende mit Kindern
In seinem Geburtshaus befindet sich heute ein Museum, in dem die Kinder eine virtuelle Kutschfahrt machen, sich im Komponieren versuchen und Mozarts Musik auf sich wirken lassen. Meine Teenager-Tochter findet vor allem die damaligen Kleider spannend: „Mir gefällt der Stoff, aus dem die Sachen der einfachen Leute gemacht wurden, fast besser als der teure und warme Samt der Adeligen und Reichen.“

2. Fugger und Welser Erlebnismuseum – beeindruckend auch für Kinder
In den nächsten Stunden lernen wir einen weiteren berühmten Sohn Augsburgs kennen: Jakob Fugger. Der im 15. Jahrhundert erfolgreiche Kaufmann wurde durch den Überseehandel mit Stoffen und Gewürzen und dem Erzabbau reich und einflussreich. Sein Konkurrent und Weggefährte war der ebenfalls reiche Kaufmann Bartholomäus Welser – beiden ist ein Museum gewidmet, das Fugger und Welser Erlebnismuseum. Hier erfahren wir, wie hoch der Preis für exotische Gewürze wie Zimt, Nelken, Muskatnuss und Pfeffer damals war und wie lang und gefährlich die Seewege zu deren Ursprüngen in Afrika und Südamerika waren.

„Wow, zwei Ochsen für eine Muskatnuss! Kein Wunder, dass die Kaufleute so reich geworden sind, wenn sie einen ganzen Sack voller Muskatnüsse nach Europa gebracht haben“, staunt meine Tochter Katharina. Noch mehr erfahren wir an den verschiedenen Erlebnisstationen, an denen wir erahnen können, wie hart die Arbeit bei der Erzgewinnung und -weiterverarbeitung war, aber auch, wie das Leben der wohlhabenden Bevölkerung in der damaligen Zeit war. Unser Lumao-Fazit: Das Fugger und Welser Erlebnismuseum ist wirklich toll und kurzweilig für Eltern und Kinder!

3. Fuggerei – eine der ältesten Sozialsiedlungen der Welt
Vom Fugger und Welser Museum geht´s weiter zur Fuggerei. Die malerische Reihenhaussiedlung ist eine der ältesten bestehenden Sozialsiedlungen der Welt. Sie wurde 1521 von Jakob Fugger ins Leben gerufen, um bedürftigen Augsburger Bürgerinnen und Bürgern ein anständiges Dach über dem Kopf zu bescheren. Noch heute leben in den 67 Häusern 150 bedürftige katholische Augsburgerinnen und Augsburger – für eine Jahreskaltmiete von einem Gulden, umgerechnet etwa 88 Cent.
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Was sie dafür tun müssen? Täglich ein Vaterunser beten, ein Ave-Maria und das Glaubensbekenntnis zum Wohle der Stadt Augsburg und der Familie Fugger, deren Stiftungsvermögen die Siedlung noch heute finanziert. „Das ist aber sehr nett von dem Fugger gewesen, sich um die armen Leute zu kümmern“, findet Florian. „Ich würde hier sofort einziehen“, sagt Katharina begeistert.
Augsburg: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten für Familien
„Wusstet ihr, dass es in Augsburg mehr Brücken gibt, als in Venedig?“, hatte die Stadtführerin am Tag zuvor gefragt. 530 kleine und große Brücken sollen es insgesamt sein, sie führen über die Bäche und Kanäle der Stadt. Und sie hatte uns auch von den 22 Brunnen der Stadt erzählt. Wir wandern über Brücken, an Brunnen und Baudenkmälern vorüber und ich denke: „Augsburg ist wirklich eine wunderschöne Wasserstadt!“

4. Augsburger Puppenkiste: Pflichtprogramm für Familien
Wer mit Kindern nach Augsburg reist, kommt um einen Programmpunkt nicht herum: um einen Besuch der Augsburger Puppenkiste. So landen auch wir irgendwann da und bestaunen die beliebtesten Szenen und ihre „Stars an Fäden“: Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, Urmel aus dem Eis, Kater Mikesch und die Katze mit dem Hut. Die Puppen sind handgeschnitzt, die Kostüme selbst genäht. Für mich ein nostalgischer Schwenk in meine Kindheit.

Bekommt man Tickets für die Augsburger Puppenkiste?
Bleibt die Frage: Kann man spontan eine Vorstellung der Augsburger Puppenkiste besuchen? Schwierig – Tickets für das wohl bekannteste deutsche Marionettentheater sind sehr begehrt, deshalb solltet ihr euch einige Wochen vor eurer Städtereise nach Augsburg darum kümmern. Karten gibt es im Online-Shop sowie an der Theaterkasse der Augsburger Puppenkiste.
5. Feuerwehrerlebniswelt: top Programmpunkt für Augsburg bei Regenwetter
Mitten im Augsburger Textilviertel wartet ein Ort, der Wissen und Erlebnis ziemlich gut zusammenbringt: die Feuerwehrerlebniswelt. Auf rund 3.000 Quadratmetern dreht sich hier alles um Brandschutz und Sicherheit – aber eben nicht trocken, sondern zum Anfassen, Ausprobieren und Mitmachen. Kinder können spielerisch entdecken, wie Feuerwehrarbeit funktioniert, Erwachsene nehmen ganz nebenbei hilfreiches Wissen für den Alltag mit. Ein Ausflugsziel, das Spaß macht – und im besten Fall sogar ein bisschen mehr kann als das.
Fazit: Lohnt sich Augsburg mit Kindern?
Sonntagnachmittag, langsam neigt sich das Wochenende seinem Ende entgegen. Unser Fazit? Augsburg bietet eine spannende Mischung aus Geschichte, kurzen Wegen und tollen Ausflugszielen für Kinder – das macht die Stadt zu einem entspannten Ziel für ein Wochenende mit Kindern.Wir jedenfalls könnten noch Tage bleiben, um alles zu entdecken und zu erkunden. Daher bleibt uns nur eins: Wir kommen wieder!














