Eine Nordsee-Insel für Familien: Baltrum

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Die kleinste der Ostfriesischen Inseln ist wie geschaffen für Familienferien. Es gibt einen Strand mit feinem Puderzuckersand, das Watt und die Nordsee. Dazu Pferde, Bollerwagen – und Ruhe.

Dornröschen der Nordsee – so haben die Baltrumer ihr Inselchen genannt. Wahrscheinlich, weil die Uhren hier langsamer ticken als überall anders. Vielleicht auch, weil das Eiland ein bisschen verschlafen ist. Auf jeden Fall macht die Bezeichnung schon deutlich: Baltrum ist nichts für Familien, die Trubel suchen. Baltrum ist eher ein Spot für gestresste Stadtfamilien mit großem Ruhebedürfnis, und natürlich für solche, die stille Inseln mit jeder Menge Sand lieben. Aber widmen wir uns erstmal den Fakten …

Baltrum aus der Vogelperspektive – auf der einen Seite der Nordstrand, auf der anderen das Watt © Olaf Klün

Baltrum – die kleinste der Ostfriesischen Inseln

Gerade mal 500 Einheimische leben auf der kleinsten der Ostfriesischen Inseln. Und auch mit ihren Maßen kann Baltrum in keinem Quartett stechen: Sie ist knapp fünf Kilometer lang und eineinhalb Kilometer breit. Böse Zungen behaupten, Baltrum heiße so, weil man eben bald rum sei. Doch diesen Zusammenhang bestreitet man auf der Insel.



Was hingegen unbestritten ist: Bei Ebbe kann man in zweieinhalb Stunden vom Festland rüberlaufen (hier findet ihr Infos zur Wattwanderung von Neßmersiel nach Baltrum) – doch das sollte man nur mit Wattführer tun. Besser, ihr nehmt erstmal die Fähre, die legt nach rund 30 Minuten auf Baltrum an. Mit Glück habt ihr jetzt schon die ersten Seehunde gesehen. Die rekeln sich nämlich liebend gern auf den Sandbänken neben dem Fahrwasser oder planschen im Nordseewasser.

Hufgeklapper statt Verkehrslärm, Nordseeluft statt Abgase

Nun geht’s runter von der Fähre und rauf auf die kleine Insel. Das Gepäck kommt in den Bollerwagen, jedes Hotel und jede Ferienwohnung stellt diese am Anleger bereit, damit die Gäste Gepäck (und Kinder) zur Unterkunft ziehen können. Nun müsst ihr nur noch wissen, ob ihr im Westdorf, im Ostdorf oder im Alten Ostdorf wohnt. Damit ihr nicht unnötig sucht, hier ein wertvoller Hinweis: Auf Baltrum haben die Straßen keine Namen, man hat die Häuser einfach durchnummeriert. Ihr braucht also nur den Dorfnamen und eine Nummer – und schon werdet ihr fündig!

Fortbewegungsmittel Nummer eins: Pferde beziehungsweise Pferdekutschen © Roman Mensing

Doch nun solltet ihr erstmal tief durchatmen. Einmal, zweimal, dreimal. Spürt ihr den Unterschied? Hufgeklapper statt Verkehrslärm, Nordseeluft statt Abgase. Gut, vielleicht riecht es hier auch mal nach Pferdeäpfeln. Aber im Großen und Ganzen schnuppert eure ganze Familie ab jetzt feinste Meeresluft.

Auf Baltrum ist alles zu Fuß erreichbar

Autos? Fehlanzeige. Auf Baltrum gibt’s nur Pferde und Kutschen. Mehr braucht man hier auch nicht, auf dem kleinen Inselchen ist alles zu Fuß erreichbar. Auch alles Sehenswerte: die Inselkirche und Baltrums Wahrzeichen, die Inselglocke. Das Westende, von dem aus man Norderney sieht, ein Schiffswrack und mit Glück auch Seehunde. Und Ostende, der vielleicht schönste Zipfel Land auf der Insel. Hier ist – nichts. Außer viel, wirklich viel Sand, Möwen im Wind und in der Ferne die Brandung.

Das Watt ist UNESCO-Weltnaturerbe – und wird gern durchwandert © Denis Metz

Baltrums Strand – ein riesengroßer Sandkasten

Womit wir bei Baltrums Trumpf angekommen wären: dem Strand. Familien, die schon jahrelang auf die Insel kommen, behaupten, Baltrums Nordseestrand sei mindestens so schön wie ein Karibikstrand. Die gesamte Nordküste ist wie ein riesengroßer Sandkasten. Der Strand erstreckt sich über sieben Kilometer, ist breit und feinsandig. Und er gleitet zudem auch noch flach ins Meer hinein – ein perfekter Familienstrand eben. Im Inselsüden erstreckt sich das Wattenmeer, das zweimal am Tag vom Hochwasser überflutet wird und bei Niedrigwasser trockenfällt. Aber dazu gleich …

An Baltrums Strand kann man surfen und kiten lernen © Denis Metz

Ein Strand – viele Möglichkeiten

Baltrums Nordstrand ist der Lieblingsplatz aller Eltern und Kinder. Hier kann man ganze Tage verbringen. Man kann im Strandkorb sitzen, seine Zehen in den puderzuckerweichen Sand bohren und aufs Meer hinausschauen. Man kann surfen und kiten (lernen), mit Kajaks die Insel entlangfahren und im Meer angeln. Sogar einen Drachenstrand gibt es auf der Insel.

Kreativ und sehr beliebt: Der Spielplatz an Baltrums Strand © Barbara Nannen

Doch zwischendurch müsst ihr euch auch mal aufraffen – und zum Beispiel durch die wunderschönen Dünen wandern. Zum Pflichtprogramm gehört auf jeden Fall auch noch eine Wattwanderung. Unsere Empfehlung: Schließt euch am besten einem der Wattführer des Gezeitenhauses an, denn hier werden explizit Kinder- und Familienwattwanderungen angeboten.



Diese beginnen entweder am Nordseehaus oder an der Uhr am Hafen. Von hier aus geht’s ins Watt! Ebenfalls empfehlenswert: die Dauerausstellung über das Wattenmeer und die Gezeiten im Gezeitenhaus.

Kaum zu glauben, aber im Watt gibt es viel zu entdecken

Baltrum bei Schietwetter

Und wenn das Wetter mal nicht mitspielt, gibt es noch Onnos Kinderspöölhus, eine Art überdachten Kinderspielplatz, außerdem den Jugendclub mit Billard- und Kickertisch und natürlich das Meerwasser-Schwimmbad namens SindBad. In Anbetracht der Fülle an Möglichkeiten kann man eigentlich gar nicht sagen, dass Baltrum verschlafen ist, oder?

Sehr beliebt bei schlechtem Wetter: das Kinderspöölhus

Weitere Infos finden sich auf der Homepage der Insel Baltrum.

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