Familienurlaub in Dänemark: Ribe an der Nordsee

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Wahrscheinlich wurde der dänische Hygge-Trend im Örtchen Ribe erfunden. Denn Ribe ist so hyggelig wie kaum ein anderes Städtchen in Dänemark. Gemütlich, behaglich, wunderbar. Und von daher natürlich perfekt geeignet für Familienferien.

In Ribe dauert es nur ein paar Minuten – dann fällt der Alltagsstress ab, dann schalten Eltern und Kinder in den Urlaubsmodus. Das hyggelige Gefühl breitet sich aus. Man schlendert über die holprigen Kopfsteinpflastergassen und an den steinalten Fachwerkhäusern vorbei, guckt dem Flüsschens Ribe Å beim Fließen zu. Schleckt vielleicht an einem Softeis. Und schon ist man angekommen – in diesem kleinen autofreien Städtchen an der Nordseeküste, übrigens dem ältesten Städtchen ganz Dänemarks.

Der Dom zu Ribe ist die älteste Domkirche Dänemarks ©Torben-Meyer/Esbjerg-Kommune

Früher war Ribe richtig bedeutend: Hier befand sich der größte Hafen des ganzen Landes, Ribe galt als die reichste Stadt weit und breit. Dann kam ein Feuer und später die Pest, Ribe verlor Einwohner, Einfluss und Einnahmen – und ist seitdem klein. Gerade mal 9.000 Menschen leben heute in diesem Ort, der eineinhalb Stunden nördlich der der deutsch-dänischen Grenze liegt.

Das Flüsschen Ribe Å ist knapp 20 Kilometer lang

Zu bieten hat Ribe dennoch jede Menge! Lumao verrät euch sieben Highlights, die ihr in und um Ribe herum entdecken könnt.

Zeitreise zu den Wikingern

Ribe war eine echte Wikingerhochburg – mit Wikingerdorf, Wikingermarkt und vielen Kämpfen zwischen wilden Kerlen! Doch zu Beginn des 11. Jahrhunderts endete die Herrschaft der Wikinger in und um Ribe. 

In die Haut von Wikingern schlüpfen, das geht im Ribe VikingeCenter ©Ribe Vikinge Center
Geschichtsunterricht zum Anfassen ©Ribe Vikinge Center

Ihr könnt eine Zeitreise zurück in jene Epoche machen – im Freiluftmuseum Ribe VikingeCenter. Auf zehn Quadratkilometern erstreckt sich hier ein Wikingerdorf, in dem ihr euch fühlen werdet wie in der Vergangenheit. Ihr könnt den Wikingerfrauen in die Töpfe gucken, einen Blick in die Häuser, Ställe und auf die Felder werfen. Dem Schmied, dem Glasperlenmacher, dem Töpfer und anderen Handwerkern über die Schulter schauen. Und natürlich können sich Eltern und Kinder auch im Bogenschießen versuchen. Unser Lumao-Fazit: Ein Besuch im Ribe VikingeCenter gehört zum absoluten Pflichtprogramm!

Toll Familien: das Wattenmeerzentrum in Ribe

Wir müssen das hier einfach ganz deutlich sagen: Schon der Anblick des Vadehavscentret (zu Deutsch: Wattenmeerzentrum) ist die Reise nach Ribe wert. Wie es sich da sanft aus Sand und Dünen herausschiebt, ganz unaufdringlich höher steigt und sich harmonisch in die Marsch- und Geestlandschaft schmiegt: einfach wunderschön! Die Architektin ließ sich übrigens bei ihrem Entwurf von Wikingerstrohhäusern inspirieren.

Das Dach, die Fassade und die Dachüberstände sind mit Reet gedeckt ©Fjordkind Reisen
Der Kikkertrum, der Fernglas-Raum: Hier stehen die Wattenmeervögel im Fokus ©Vadehavscentret

Wer sich von diesem Anblick losreißen kann und hineingeht, wird ebenso begeistert sein: von der Ausstellung über die Zugvögel beispielsweise und von der Multimediashow über Sturmfluten. Was ihr noch tun könnt im Vadehavscentret? Vogelspuren drucken, Krabben fangen oder eine eigene Sturmflut im Deichbecken verursachen. Übrigens: Hier könnt ihr auch Wattwanderungen, Seehund-Safaris und Austern- und Muscheltouren buchen.

Aufregend: eine Wattwanderung

Vor dem Örtchen Ribe erstreckt sich das Wattenmeer, und da gibt es für Groß und Klein richtig viel zu entdecken. Also: Schuhe aus oder Gummistiefel an (je nach Wetter und Empfindlichkeit) – und raus ins Watt!



Empfehlenswert sind die vom Vadehavscentret angebotenen Wattwanderungen. Ebenfalls ein großer Spaß für die ganze Familie: Austern suchen. Wer vor Ribe durchs Watt watet, sieht hier und da Menschen mit gesenktem Kopf umherwandern – immer auf der Suche nach der Delikatesse mit dem schrundigen Panzer.

Die UNESCO hat das deutsche und dänische Wattenmeer 2009 zum Weltnaturerbe erklärt ©Fjordkind-Reisen

Ausflug zur Insel der Gezeiten: Mandø

Mandø? Jede Wette, dass niemand in eurem Freundeskreis dieses Mini-Eiland an der Westküste Jütlands kennt? Mandø ist Dänemarks einzige Gezeiteninsel: Zweimal am Tag gibt das Meer den Weg frei. Dann, bei Ebbe, könnt ihr die Insel ansteuern, entweder per Auto über den Låningsvej Mandø, die gezeitenabhängige Schotterpiste (unbedingt in den Gezeitenkalender gucken!) oder per Treckerbus.

Eine drei Kilometer lange Schotterpiste verbindet Mandø bei Ebbe mit dem Festland ©Fjordkind-Reisen

In Mandø By, zu Deusch, Mandø Stadt, leben übrigens gerade mal 30 Einwohner. Und auf dem Rest der Insel treiben sich jede Menge Rindviecher und Gänse herum. Also: nichts wie hin!

Must-do: ein Strandausflug nach Rømø

Strand, soweit das Auge reicht: auf Rømø ©Michael Amme

Ein Dänemarkurlaub ohne Strandausflug? Det vil ikke gøre, das geht gar nicht! Der allerschönste im Umkreis liegt eine halbe Autostunde entfernt, aber wir garantieren euch: Es lohnt sich! Denn der Beach, von dem wir sprechen, ist einer der schönsten und breitesten Strände Europas: der Lakolk Strand auf Rømø, gut zwölf Kilometer lang.
Es gibt übrigens autofreie Zonen an diesem Strand und solche, die ihr direkt mit dem Auto ansteuern könnt. Ihr habt also die Wahl!

Ein Highlight für Familien: Legoland Billund

Keine Autostunde entfernt liegt Billund. Hier steht die Wiege der Legosteine, denn in dieser Kleinstadt in Südwestjütland hat Lego-Gründer Ole Kirk Christiansen 1949 die ersten Legosteinchen hergestellt. Noch heute befindet sich hier der Firmensitz des größten Spielzeugherstellers der Welt. Und seit 1968 gibt es in Billund auch einen Legoland Park – übrigens den ältesten der weltweit insgesamt acht Legoland Parks.
Die Highlights: das Miniland, in dem ganze Städte und Kulturen nachgebaut wurden – von Cape Canaveral über holländische Grachten bis hin zu japanischen Gärten. Die diversen Themenwelten mit ihren aufregenden Fahrgeschäften. Und das größte 4D-Kino Skandinaviens.

In Billund wurden mit rund 20 Millionen Legoklötzen maßstabgetreu Sehenswürdigkeiten nachgebaut  ©Fjordkind-Reisen

Das Naturphänomen der schwarzen Sonne

Alle lieben Ribe, auch die Vögel, vor allem im Frühjahr und im Herbst. Bis zu einer Million Stare aus ganz Skandinavien sammeln sich dann manchmal zeitgleich hier, um sich vor ihrem Weiterflug in ihre Überwinterungsgebiete kugelrund zu fressen.
Irgendwann beginnen sie dann mit ihrem Schauspiel: Meist nähert sich zuerst eine kleine schwarze Wolke in schnellen Kurven, sie taucht in der Ferne auf, kommt näher, fliegt Schleifen in den Himmel, dann nähert sich eine zweite Gruppe, eine dritte, eine vierte, sie verschmelzen miteinander und werden größer und dichter. Bis der Schwarm irgendwann so groß ist, dass er die Sonne verdunkelt. Daher der Name: Schwarze Sonne, auf Dänisch: Sort Sol.

Mitunter sammeln sich Millionen von Stare im dänischen Wattenmeer ©Vadehavscentret

Lumao empfiehlt: Lustrup Farmhouse

Mittendrin in dieser Kulisse aus Wikingern, Watt und endloser Weite: eine Unterkunft, die wie geschaffen ist für euren nächsten Familienurlaub: Lustrup Farmhouse, ein Anwesen wie aus einem dänischen Bilderbuch. Die Besitzer Janni und Alex haben den ehemaligen Kuhstall ausgebaut, heute befinden sich zwischen den alten Stallmauern sechs zauberhafte Ferienwohnungen.

Der umgebaute Bauernhof stammt aus dem Jahre 1927 ©Lustrup Farmhouse
Hell und freundlich: die Apartments ©Lustrup Farmhouse

Wer sich hier einnistet, ist in ein paar Minuten im Ort und ebenso schnell im Ribe VikingeCenter. Aber eins müssen wir an dieser Stelle auch erwähnen: Lustrup Farmhouse ist so hyggelig, dass es euch immer wieder schwerfallen wird, es für einen Ausflug zu verlassen …

Tolle Angebote für dieses Reiseziel (Anzeigen)


Deine Ferienwohnung im Lustrup Farmhouse

Die sechs Apartments im umgebauten Kuhstall sind einfach hyggelig! Sie sind im Skandinavien-Stil eingerichtet, verfügen alle über eine eigene Terrasse und sind perfekt für Familien geeignet. Rundherum nur Felder, Wälder und Wasser – und jede Menge Highlights.



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