Auf einen Blick!
Die dänische Metropole Kopenhagen ist nicht nur eine der ältesten Hauptstädte der Welt, sondern auch eine der modernsten. Dieser Mix aus Geschichte und Moderne, Monarchie und Zukunftsstadt macht die Stadt am Øresund zu einem spannenden Reiseziel für Kurztrips.
Zielgruppe Sightseeingfans und Shoppingbegeisterte sind hier ebenso goldrichtig wie Familien. Vor allem für Eltern mit Teenagern ist Kopenhagen mit seinem abwechslungsreichen Familienattraktionen eine top Destination.
Highlights Der Vergnügungspark Tivoli gehört zum Pflichtprogramm, ebenso ein Bummel entlang der bunten Häuser am Nyhavn. Unser Tipp: Plant unbedingt auch eine Kanaltour ein.
Tipp: Kauft euch am besten die Copenhagen-Card, mit der ihr nicht nur die öffentlichen Verkehrsmittel kostenfrei nutzen, sondern auch rund 80 Attraktionen besuchen könnt.
Übernachten Hier haben wir einen top Tipp für euch: das Urban House by Meininger – in zentraler Lage, mit modernen Familienzimmern, vielen Extras und moderaten Preisen.
Eine Reportage von Kirsten Düspohl
„Oh, ich finde diese Stadt jetzt schon toll“, sagt meine Tochter Jette (15) und lässt ihren Blick begeistert durch die trubelige Bahnhofshalle schweifen. „Schaut euch doch nur mal diesen riesigen Kronleuchter an.“ Eine Liebeserklärung keine zwei Minuten, nachdem der EuroCity uns am Hauptbahnhof von Kopenhagen ausgespuckt hat – das ist Rekord. Vor allem, wenn man bedenkt, dass wir bis auf die blitzeblanke Bahnhofshalle noch gar nichts von der dänischen Hauptstadt gesehen haben.

Ein bisschen wie aus der Zeit gefallen wirkt der Jugendstilbau mit seiner mondänen Deckenkonstruktion aus Eisen und Holz. „Irgendwie hogwartsmäßig“, staunen auch mein Sohn Tom (13) und sein Cousin Tjark (12) und witzeln darüber, ob es hier wohl ein Gleis 9 ¾ gibt. Es wird nicht der einzige Ort auf unserem dreitägigen Städtetrip sein, an dem wir uns fast wie auf einer Zeitreise fühlen – auf einer Zeitreise übrigens, die uns ebenso oft in die Zukunft wie in die Vergangenheit befördert.

Lebenswert, hip und absolut instagramable: Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen
Kopenhagen – eine Stadt, die diesen Mix aus Nostalgie und Geschichte auf der einen Seite und hipper Urbanität auf der anderen Seite beherrscht wie kaum eine andere europäische Hauptstadt. Keine Frage, die dänische Metropole versprüht ein zauberhaftes Flair. Wie sollte eine Stadt, in der noch Königsfamilien in prächtigen Schlössern leben und deren Wahrzeichen eine Märchenfigur ist, nicht verzaubern?

Aber Kopenhagen kann auch anders: modern, cool, zukunftsweisend. Völlig zu Recht ist Kopenhagen mega angesagt – auch bei der jüngeren Generation. Bilder von den farbenfrohen Häusern am Nyhavn, den Kanälen und prachtvollen Bauten der Stadt fluten Social Media, machen Lust auf hyggelig-dänischen Lifestyle.
Perfekt für Kurzurlaub mit der Familie: das Urban House Copenhagen by Meininger
Ob Kopenhagen alle unsere Erwartungen erfüllt, wird sich zeigen. Unserer Unterkunft zumindest gelingt es auf den ersten Blick. Das Urban House Copenhagen by Meininger liegt keine vier Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt, befindet sich mitten im trubeligen Stadtteil Vesterbro.

Schon in der Lobby wird klar, dass Kopenhagen eine Design-Stadt ist: Backsteinwände, bunte Ledersofas, Lampen im Industrial-Style und eine lange Theke aus Holz zieren den Eingangsbereich des Hotels.

Dazu eine große Portion Gastfreundschaft und Hostel-Charme, denn nicht nur wegen der moderaten Preise, sondern auch aufgrund der vielen Extras wie Spielebereich, Gästeküche und einem üppigen Frühstücksbuffet ist das Meininger-Hotel vor allem bei jungen Familien und Backpackern beliebt. Und das Beste: Es gibt auch extra Familienzimmer.

Nostalgie und Familienspaß im Vergnügungspark Tivoli
So gemütlich unser Mehrbettzimmer bei der einsetzenden Dämmerung draußen ist – es zieht uns raus in diese quirlige, sehenswerte Stadt. Unser erster Programmpunkt liegt nur einen Katzensprung vom Hotel entfernt: der Tivoli, zweitältester Vergnügungspark der Welt. „Irgendwie verrückt, dass der mitten in der Stadt liegt“, wundert sich mein Neffe Tjark, als wir von der Haupteinkaufsstraße Vesterbrogade in den Park einbiegen.

Das war nicht immer so: Als der Tivoli 1843 im damals deutlich kleineren Kopenhagen eröffnet wurde, befand sich der Park noch außerhalb der Stadtmauern, heute überblickt man aus den Riesenrädern und Achterbahnen die Innenstadt. Mit seinen verschlungenen Spazierwegen, der Orangerie und dem beleuchteten See wirkt dieser Park anders als andere Freizeitparks – romantischer, geschmackvoller, mit einer großen Schippe Nostalgie.

Wir schlendern vorbei an kleinen Buden, prachtvollen Bühnen und gläsernen Restaurants, bestaunen die aufwendige, saisonale Dekoration überall. Dann aber locken uns die rund 30 Fahrgeschäfte, die bei allem traditionellen Charme locker mit anderen Freizeitparks mithalten können. „Ich kann mich gar nicht entscheiden“, Tom schwankt zwischen Dämonen-Loopingbahn und Skandinaviens höchstem Kettenkarussell. Entscheiden müssen wir uns, denn mit umgerechnet 7 bis 12 Euro pro Fahrt steht der Tivoli anderen Parks leider auch preislich in nichts nach. „Kommt, wir nehmen den Milky-Way-Express“, zieht uns mein Sohn schließlich in Richtung der spacigen Achterbahn.

Pflichtprogramm in Kopenhagen: eine Kanaltour
Wasser ist in Kopenhagen allgegenwärtig. Nicht nur, dass die dänische Hauptstadt auf der Ostseeinsel Seeland liegt. Auch das Stadtbild selber ist von Kanälen, Häfen und der langen Uferpromenade geprägt. Und so steht an unserem zweiten Urlaubstag ein Kopenhagen-Klassiker an: eine Tour durch die schmalen Kanäle, vorbei am rummeligen Nyhavn, an architektonisch beeindruckenden Bauten wie dem modernen Water Culture House auf der einstigen Papierinsel, der Königlichen Oper sowie an der Erlöserkirche, um deren Turmspitze sich eine Treppe windet und die damit den wohl aufregendsten Rundumblick auf Kopenhagen ermöglicht.

„Mir ist es aus der Fischperspektive lieber als aus der Vogelperspektive“, sage ich schmunzelnd, strecke mich auf der Sitzbank der Barkasse aus und freue mich, dass ich gerade nichts anderes machen muss, als zu sitzen, zu staunen und der deutschen Stimme im Audioguide zu lauschen.

Urlaub in Kopenhagen – ein Mix aus Sightseeing, Shopping und Schlemmen
Schließlich war schon der Vormittag ereignisreich gewesen. Direkt nach dem Frühstück sind wir zu Fuß durch die Stadt marschiert, bis nach Holmen, ein Stadtviertel, in dem unter anderen Schloss Christiansborg thront, nur eines der vielen Schlösser der Stadt. Wir sind durch die königlichen Empfangsräume mit ihren dicken Wandteppichen, pompösen Gemälden und vergoldetem Stuck spaziert und in 800 Jahre royale Geschichte eingetaucht.

Und wir haben die wohl leckersten Zimtschnecken Dänemarks gegessen, sind dafür extra zur St. Peder’s Bageri gelaufen. Schritte, die sich definitiv lohnten, die ich nun aber in meinen Füßen spüre. „Du kannst dich während der Kanaltour ausruhen, aber danach wird geshoppt“, legt Jette den nächsten Programmpunkt fest. Bei der Aussicht auf die Designläden, Boutiquen und Lego-Stores in der Shoppingmeile Strøget zwicken unsere Waden schon deutlich weniger.

In Kopenhagen trifft Tradition auf Moderne
Dass in Kopenhagen manchmal Welten aufeinanderprallen, stellen wir auch am letzten Urlaubstag fest. Wir steigen am Hauptbahnhof in die Metro, die in Kopenhagen fahrerlos fährt und mit den langen Rolltreppen und dem stylisch-minimalistischen Design der unterirdischen Metro-Stationen supermodern wirkt.

Haben wir uns gerade wie in einer Science-Fiction-Kulisse gefühlt, befinden wir uns zwei Stationen weiter mitten in einem Historienfilm. Neben uns ragt die protzige Marmorkirken in den Himmel, gleich dahinter erstreckt sich Amalienborg, ein majestätischer Rokokobau aus vier Palais, die sich um einen achteckigen Schlossplatz reihen.

„Guckt mal, König Frederik X. ist sogar zuhause.“ Ich deute auf die flatternde Standarte über dem Schloss. Aber die Kinder haben keine Augen für die Flagge, bestaunen stattdessen die „Kongelige Livgarde“, die mit ihrer königsblauen Uniform und glänzenden Bärenfellmützen im Gleichschritt vor dem Palast patrouilliert.

Täglich um 12 Uhr findet hier der Wachwechsel statt, begleitet von etlichen Schaulustigen. Bis dahin ist noch etwas Zeit und so werfen wir einen Blick ins Schlossmuseum, erkunden original eingerichtete Räume des Schlosses, die so erhalten sind, als wären ihre Bewohnerinnen und Bewohner gerade noch da gewesen, das Esszimmer von Christian X. und Königin Alexandrine von 1899 etwa, der Salon von Königin Louise oder der acht Meter hohe Galasaal, einer der wohl herrschaftlichsten Räume Dänemarks.

Ein Touristenmagnet: die kleine Meerjungfrau an der Uferpromenade
„Die ist aber klein!“ Jette, Tom und Tjark stehen ein bisschen enttäuscht vor der kleinen Meerjungfrau, Abbild von Hans Christian Andersons Märchenfigur und gleichzeitig berühmtestes Wahrzeichen Kopenhagens. Es stimmt: Anders als Elbphilharmonie und Eiffelturm misst dieses Wahrzeichen gerade einmal 1,25 Meter groß – was aber nicht bedeutet, dass es nicht mindestens ebensolche Menschenmassen anzieht.

Ob die kleine Skulptur den Rummel wert ist? „Zumindest der Weg hierher entlang der Uferpromenade war richtig schön“, fasse ich pragmatisch zusammen, „und zurück gehen wir durchs Kastell.“ Die Festung ist eine weitere der vielen, vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Mir schwant langsam: zu viele, um sie alle in drei Tagen zu entdecken.

Fazit: Kopenhagen ist zum Wiederkommen schön
Abends sitzen wir in der Lounge unseres Hotels, in der regelmäßig Events stattfinden. Heute steht eine Quiznight auf dem Programm und wir rätseln mit anderen Gästen, lassen den Tag bei Wein und Apfelschorle Revue passieren. Nachmittags waren wir noch im Rathaus und direkt nebenan im „Ripleys Museum – Believe it or Not!“, eine kurzweilige Ausstellung über die unglaublichsten Absurditäten auf der Welt.

Auch dieser dritte Tag war pickepackevoll. Und obwohl ich erschöpft bin von diesen aufregenden Tagen, wurmt es mich doch ein bisschen, dass wir so vieles nicht entdeckt haben: die zahlreichen Museen, die weiteren Schlösser, Parks und interessanten Gebäude. „Wir kommen aber schon nochmal wieder, oder?“, fragen mich die Kinder in diesem Moment. Ich bin wohl nicht die Einzige, die von Kopenhagen noch lange nicht genug hat …
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