Kos mit Kindern: 7 Ausflugsziele auf der griechischen Insel

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Gerade einmal 112 Kilometer misst die Küste der Insel Kos, aber da ist so ziemlich alles dabei: einsame Strände und trubelige Orte, antike Ruinen, heiße Quellen und rosa Flamingos.

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Familienurlaub auf Kos: Strände, Berge und Ruinen

„Die ist ja wirklich mini“, staunen unsere Kinder, als wir beim Landeanflug die gesamte Insel in der Ägäis überblicken. „Gut so“, flüstert unser Sohn Tom (14) seiner Schwester Jette (16) und seinem Cousin Tjark (13) zu, „dann können wir eine Woche lang am Strand chillen.“ Ja, es stimmt: Kos, immerhin drittgrößte Insel der Dodekanes, ist flächenmäßig überschaubar, gerade einmal 42 Kilometer lang und maximal 10 Kilometer breit.

Familie posiert am I love Kos Schild in Kos Stadt auf der griechischen Insel Kos.
Zum Verlieben schön: die griechische Insel Kos ©Kirsten Düspohl

Keine Frage, mit dem Mietauto könnte man problemlos an einem einzigen Urlaubstag das gesamte Eiland abfahren – werden wir aber nicht. Denn schon der erste Blick aus dem Flugzeug zeigt: Diese Insel Griechenlands ist wie ein Land im Miniaturformat. Da sind die goldgelben Sand- und Kiesstrände, da ist die gebirgige Kéfalos-Halbinsel im Westen und die Inselmetropole Kos-Stadt im Osten, da sind knorrige Olivenhaine, antike Stätten und charmante Bergdörfer. „Wir werden einfach einen Mix aus Strandurlaub und Sightseeing machen“, schlage ich meiner Familie vor.

Urlauber-Familie in einer Strandbar auf der griechischen Insel Kos.
Lumao-Autorin Kirsten und ihre Familie sind von Kos begeistert – nicht nur von den Stränden und Sonnenuntergängen ©Kirsten Düspohl

Und das machen wir. Eine Woche lang entdecken wir die Schönheit von Kos, verlieben uns Tag für Tag ein bisschen mehr in diese Insel, auf der es so gastfreundlich und entspannt zugeht. Diese sieben Ausflugsziele haben es uns besonders angetan.

Kos mit Kindern – die schönsten Ausflugsziele

1. Die Strände auf Kos – einer der Trümpfe der Insel

Was uns vor allem begeistert, sind die Strände von Kos. Rund zwei Drittel der Küstenlinie werden von Stränden gesäumt. Wir springen ins Meer, noch bevor die letzten Koffer ausgeräumt sind. Unsere Hotelanlage befindet sich an der Nordküste der Insel, mittig zwischen den Urlaubsorten Mastichári und Marmári, direkt am goldgelben Sandstrand, der angenehm flach ins Wasser abfällt.

Familie am Strand im Norden der griechischen Insel Kos.
Rund zwei Drittel der insgesamt 112 Küstenkilometer auf Kos bestehen aus Stränden ©Kirsten Düspohl

Unseren persönlichen Lieblingsstrand auf Kos entdecken wir jedoch an einem anderen Urlaubstag auf der Südseite der Insel: Der Agios Stéfanos Beach gehört zum rund zehn Kilometer langen, nahezu unverbauten Sandstrand in der Kéfalos-Bucht. Benannt ist dieser Strandabschnitt nach der frühchristlichen Basilika, zwischen deren Überresten wir unsere Handtücher ausbreiten – und griechische Geschichte mit Badespaß verbinden. Das Besondere: Dicht vor dem Strand ragt die kleine Felsinsel Kastri aus dem Wasser, auf der nur eine kleine, strahlend weiße Kapelle steht. „Ich schwimm da mal rüber“, sagt mein Mann Jan und winkt uns keine fünf Minuten später vom anderen Ufer aus zu.

Stefanos Beach mit kleiner vorgelagerter Insel auf der griechischen Insel Kos.
Strandtag mit Ausblick. Bei ruhiger See kann man vom Agios Stéfanos Beach bis zur kleinen Insel waten ©Kirsten Düspohl

2. Naturspektakel auf Kos: Flamingos im Alikés-Salzsee

An einem anderen Tag tauschen wir unsere Flip-Flops gegen Turnschuhe und laufen direkt an unserem Hotel los – sechs Kilometer immer am Strand entlang. Unser Ziel: der Salzsee Alikés kurz vor Tigáki. Die ehemalige Saline ist heute Vogelschutzgebiet und Heimat zahlreicher Wasservögel. Während die Sonne vom Himmel knallt und das Murren der Kids immer lauter wird, hoffe ich im Stillen inständig, dass sich mein Reiseführer nicht irrt und wir den Weg umsonst gehen. „Wow, da sind sie“, rufen Tom und Tjark unisono, als wir uns auf ausgetretenen Pfaden dem Salzsee nähern. Und tatsächlich, mitten auf dem See staksen sie durchs flache Wasser oder stehen entspannt auf einem Bein: Flamingos in Hülle und Fülle. Die rosafarbenen Schönheiten haben sich die Insel als Winterquartier ausgesucht, genießen hier von Oktober bis Mai das milde Klima Griechenlands.

Flamingos stehen im flachen Wasser am Flamingo Beach auf der griechischen Insel Kos.
Hier ist gutes Timing gefragt: Die Flamingos sind nur von Oktober bis Mai am Salzsee ©Kirsten Düspohl

Tipp: Noch bunter als das Federvieh ist die Flamingo Beach Bar direkt am Strand, nur einen kurzen Fußweg vom Salzsee entfernt. Hier hat Inhaber Christos ein kunterbuntes Kleinod aus Strandbar, Liegestuhlverleih und Kinderbespaßung geschaffen.

3. Kos-Stadt mit Kindern – Inselmetropole mit Flair

„Hier müssen wir später unbedingt Mitbringsel shoppen“, unsere Tochter schaut neugierig in die kleinen Lädchen, während wir durch die Altstadtgassen von Kos-Stadt schlendern. Der öffentliche Bus hatte uns schon am Vormittag in die Inselhautstadt gebracht, die mit ihren Kirchen, Tavernen, trubeligen Plätzen und der imposanten Markthalle durchaus sehenswert ist. Ja, es ist deutlich voller und touristischer als auf dem Rest der Insel – dem Charme und mediterranen Flair der Inselmetropole kann aber selbst das Gewusel nichts anhaben. Wir spazieren zum Hafen, vorbei an der Platane des Hippokrates, angeblich stolze 2.400 Jahre alt und einst vom großen Arzt höchstpersönlich gepflanzt. Damit ist sie der Legende nach sogar älter als die Festung der Stadt: das Johanniter-Kastell aus dem frühen 14. Jahrhundert. Wir erkunden die alte Kreuzritterburg, entdecken zwischen blühender Bougainvillea und schattenspendenden Palmen Altäre, Säulen, Zinnen und andere steinerne Zeitzeugen.

Lebendige Gasse in Kos Stadt auf der griechischen Insel Kos.
Tavernen, Läden und antike Stätten – Kos-Stadt ist eine charmante Inselmetropole ©Kirsten Düspohl

4. Ausgrabungsstätte Asklipiíon – Zeitreise in die griechische Antike

Noch mehr uralte Steine und griechische Geschichte gibt es im Asklipiíon, im Südwesten von Kos-Stadt. Das auf mehreren Ebenen angelegte Ensemble aus Ruinen war zu Zeiten des Hippokrates eines der bedeutendsten Medizinzentren der antiken Welt und ist definitiv ein Must-visit der Insel. Heute lässt sich die damalige Imposanz der Tempel, Thermen und Säulenhallen nur noch erahnen und auf den Informationsschildern nachlesen. Spannend ist ein Besuch trotzdem – auch, weil es einen atemberaubenden Ausblick gibt. „Bis zur Türkei“, zeige ich Richtung Norden aufs gegenüberliegende Festland.

Ausgrabungsstätte Asklipion auf der griechischen Insel Kos.
Informationsschilder erklären, was es mit den Ruinen im Asklipiíon auf sich hat. Hier war früher ein Wasserbecken ©Kirsten Düspohl

5. Wandern auf Kos: die Kéfalos-Halbinsel

Der für mich schönste Ort der Insel ist aber ein anderer: die Kéfalos-Halbinsel im Westen. Am liebsten würden mein Mann und ich die Wanderstiefel anziehen und losmarschieren über diese gebirgige, grüne Halbinsel, die so anders wirkt als der Rest der Insel. Aber: Die Teenager streiken bei den sommerlichen Temperaturen und so fahren wir mit dem Mietauto über staubige Straßen, auf denen uns freilaufende Ziegen und Schafe begegnen. Einen Halt machen wir im Dorf Kéfalos, in dem es herrlich entschleunigt zugeht. Noch mehr Einsamkeit erwartet uns im verlassenen Kloster Ágios Ioánnis Thymianós, ein Ort so malerisch wie sein Name. Laut Reiseführer gibt es hier ein Klostercafé, aber wir entdecken keine Menschenseele, nur eine kleine Kapelle, einen Glockenturm, die Ruinen des ehemaligen Klostertraktes – und eine fast magische Ruhe!

Blick über die Kefalos Halbinsel auf der griechischen Insel Kos.
Vom hoch gelegenen Dorf Kéfalos kann man fast die ganze Insel überblicken ©Kirsten Düspohl

6. Bergdorf Ziá – perfekter Spot für Sonnenuntergänge auf Kos

Familienurlaub auf Kos bedeutet auch Urlaub in den Bergen. Das merken wir vor allem, als wir mit dem Mietauto nach Ziá fahren. Das Vorzeige-Bergdorf mit seinen weiß-blauen Häusern liegt am Hang des Díkeos-Massivs – wer es erreichen will, muss einige Serpentinen in Kauf nehmen. Aber: Es lohnt sich! Wir schlendern bergauf, bergab durch die Gässchen, zweigen immer wieder in die kleinen Läden ab, um Öl, Ouzo, handbemalte Keramik und andere Urlaubssouvenirs zu kaufen. „Die Sonne geht bald unter, wir müssen uns beeilen“, Tom zeigt in Richtung des orangefarbenen Himmels. Auch um uns herum strömen die anderen Touristinnen und Touristen in Richtung der Tavernen mit ihren Sonnenterrassen. Denn für eines ist Ziá noch berühmt: für den schönsten Sonnenuntergang auf der Insel.

Das kleine Bergdorf Zia auf der griechischen Insel Kos.
Must-visit auf Kos: das Bergdorf Ziá mit weißen Häusern, Kopfsteinpflastergassen und kleinen Lädchen ©Kirsten Düspohl

Tipp: Einen tollen Ausblick auf den Sonnenuntergang gibt es in der alteingesessenen Taverne Oromedon und im Café MeThea.

7. Thermalquellen von Therma – kostenloses Wellnessprogramm auf Kos

„Puh, das stinkt“, sagt unser Sohn Tom und rümpft seine Nase, „da gehe ich nicht rein.“ Stattdessen streichelt er die Ziegen, die hier frei zwischen den Wellnessfans spazieren. Ob die besser riechen, sei mal dahingestellt … Ich gebe zu, auch ich finde den schwefelhaltigen Geruch am Therma-Beach, auch Embrós Thérme genannt, etwas gewöhnungsbedürftig. Aber wenn wir schon mal hier sind, dann will ich natürlich hinein in diese natürlichen Thermalquellen, die unter einer steilen Felswand am Meer aus der Tiefe sprudeln und angeblich so gut für den Körper sein sollen. Also tapse ich unter den skeptischen Blicken meiner Familienmitglieder in das durch Steine vom Meer abgegrenzte Becken, das wirklich überraschend warm ist. Ein einzigartiges Wellness-Erlebnis – das auf der Rückfahrt nicht unkommentiert bleibt. „Du stinkst!“, sind sich Kinder und Mann einig.

Warmes Thermalbad im Meer am Therma Beach auf der griechischen Insel Kos.
Die Wassertemperatur im natürlichen Thermalbecken beträgt um die 40 Grad ©Kirsten Düspohl

Tipp: Unbedingt das Smartphone in den Flugmodus schalten. Hier ist man so dicht an der Türkei, dass sich das Handy ins (kostenpflichtige!) türkische Netz einloggt.

Fazit: Kos ist toll für Familien mit Kindern

Am Ende unseres Urlaubs haben wir das Gefühl, Kos gut zu kennen – die Strände und die vielseitige Natur, aber auch die Sightseeing-Spots der Insel. „Diese kleine Insel passt einfach richtig gut in eine Urlaubswoche“, fasse ich am letzten Abend zusammen, trinke einen Schluck von meinem orange-roten Cocktail. Wir sitzen an der Strandbar unseres Hotels, bewundern ein letztes Mal den Sonnenuntergang und sind uns alle einig: Kos ist perfekt für Kinder – mit abwechslungsreichen Ausflugszielen, kurzen Wegen und tollen Stränden. Für uns ist Kos eine der schönsten Inseln Griechenlands. Zum Wiederkommen schön!

Pferd im Wasser an einem Strand der Nordküste auf der griechischen Insel Kos.
Gerade in der Nebensaison ist Kos himmlisch leer und untouristisch – perfekt für Familien ©Kirsten Düspohl

Kos mit Kindern – die wichtigsten Tipps

Region

Insel Kos, eine der Inseln des Dodekanes, Griechenland

Warum sich Kos für Familien lohnt

Kos bietet einen familienfreundlichen Urlaubsmix für Familien mit sicheren und sauberen Stränden, Natur und Kultur, kurzen Wegen und einer guten Infrastruktur.

Teenager Touristin auf einer Parkbank mit Katze auf dem Schoß in Kos Stadt auf der griechischen Insel Kos.
Ja, auch sie sind einer der Gründe, warum Kos bei euren Kids hoch im Kurs stehen wird: die vielen, vielen Katzen der Insel ©Kirsten Düspohl

Gut zu wissen: Nahverkehr auf der Insel Kos

Stadtbusse und Überlandbusse fahren von Kos-Stadt aus zu nahezu jedem Urlaubsort und zu jeder Sehenswürdigkeit

Anreise nach Kos mit der Familie

Es gibt von allen größeren deutschen Flughäfen Direktflüge nach Kos.

Beste Reisezeit für Kos mit Kindern

Für einen Badeurlaub mit Kindern eignen sich die Monate Mai bis September. Auch im Oktober ist das Meer noch angenehm warm, da gibt es aber schon durchschnittlich sechs Regentage.

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