Städtereise Wolfsburg: Mit Kindern die Autostadt entdecken

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Ein Kurzurlaub mit der Familie in Wolfsburg – lohnt sich das? Absolut! Die Erlebnisstadt hat weit mehr zu bieten als VW und den VfL. Viel Natur, Sport und Action rund um den Allersee, Kulturangebote für die ganze Familie und noch viel, viel mehr …

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Auf einen Blick
Wolfsburg ist die fünftgrößte Stadt Niedersachsens und liegt im Osten des Bundeslandes, direkt an Aller und Mittellandkanal. Die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gegründete Großstadt besticht mit vielen Attraktionen für die ganze Familie.
Zielgruppe Wolfsburg ist die Heimat von Volkswagen und dem VfL, begeistert aber nicht nur große und kleine Auto- und Fußballfans. Auch für kulturinteressierte oder naturliebende Familien lohnt sich eine Städtereise definitiv.
Highlights Das naturwissenschaftliche Mitmach-Museum Phaeno darf auf keinen Fall auf eurer Bucket-List fehlen, ebenso wenig ein Besuch im Allerpark, der grünen Oase Wolfsburgs mit Badestrand und einem großen Angebot an Spiel, Sport und Spaß.

Eine Reportage von Kirsten Düspohl

Das Wasser glitzert in der Sonne, ein Kajak gleitet fast lautlos vorbei, verscheucht ein paar Wildgänse, die ihre langen Hälse in den Allersee strecken. Ich bohre meine Zehen tief in den frühlingswarmen, feinen Sand – und bin versucht, mich einmal selbst zu kneifen. „Das soll Wolfsburg sein?“, frage ich meinen Mann irritiert, lasse den Blick vom See über die gut besuchte Beach-Bar bis hin zum angrenzenden Park schweifen. Mit allem habe ich in der „Autostadt“ gerechnet: mit rauchenden Schornsteinen, mit einem Mix aus Großstadtflair und Industriecharme und natürlich mit Autos, Autos, Autos – aber mit einem Sandstrand am Badesee? Wohl kaum.

Der Wolfsburger Allersee in Zahlen: Er ist 1.230 Meter lang, 270 Meter breit und im Mittel 3 Meter tief ©Kirsten Düspohl

Überraschend vielseitig: Kurzurlaub in Wolfsburg

Zugegeben, ich war skeptisch, als mein Mann vorschlug, wir könnten doch mit den Kindern für ein paar Tage nach Wolfsburg fahren. Ganz ehrlich, wem kommt bei einem Kurzurlaub mit der Familie denn bitteschön Wolfsburg in den Sinn? Die fünftgrößte Stadt Niedersachsens zählt zu den jüngsten Städten Deutschlands: Sie wurde 1938 ursprünglich als Sitz des Volkswagenwerks gegründet, historische Bauten in der Innenstadt sucht man hier also vergebens. „Es müssen doch nicht immer die großen, geschichtsträchtigen Metropolen sein“, hatte mein Mann gemeint. Unsere Kinder Jette (12) und Tom (10) und Neffe Tjark (10) hatten ihn ebenso stirnrunzelnd angeschaut wie ich, der Idee dann aber eine Chance gegeben. Und – so viel sei schon einmal verraten – diese Entscheidung war goldrichtig. Wolfsburg ist eine echte Wundertüte.


Der Allerpark: Natur- und Sport-Oase im Herzen Wolfsburgs

Doch zurück zur ersten positiven Überraschung: zum Allersee mit seinem pudrigen Sandstrand, den Spazier- und Radwegen und einem Discgolfparcours am Ufer. Der rund 1,2 Kilometer lange See ist das Herz des 130 Hektar großen Allerparks, eine grüne Oase im Zentrum Wolfsburg und ein Eldorado für Familien. Hier gibt es nicht nur riesige Grünflächen zum Toben und richtig tolle Spielplätze. Das Naherholungsgebiet nördlich des Mittellandkanals und südlich der Aller bietet auch vielfältige In- und Outdooraktivitäten, die sich rund um Sport und Erholung drehen. Kein Wunder also, dass hier auch das AOK Stadion und die moderne Volkswagen Arena sind.

Warum dieser Spielplatz „Bodenlos“ heißt? Weil man ihn überqueren kann, ohne den Boden zu berühren … ©Kirsten Düspohl

Nicht nur für Fußball-Fans ein Highlight: die Volkswagen Arena

„Herzlich willkommen im Wohnzimmer des VfL“, begrüßt uns Tourguide Kalle Born vor der VfL-FußballWelt. Der gebürtige Wolfsburger ist ein echtes VfL-Urgestein und nimmt uns durch den VIP-Eingang mit auf eine gebuchte Führung ins Stadion. Eineinhalb Stunden lang lotst er uns durch die verschiedenen Bereiche der Arena, unterhält uns mit interessanten und lustigen Anekdoten. So erfahren wir, dass die Vereinsfarben einem witzigen Zufall geschuldet sind und dass die „Wölfe“ vorm Spiel gerne Blechkuchen essen. Wir dürfen einen Blick hinter die Kulissen werfen: in die Heimkabine und in die etwas weniger komfortable Gästekabine, in die stadioneigene Kapelle und in die Businessloge.

So eine Stadionführung ist nicht nur was für Fußballfans, findet Lumao-Autorin Kirsten ©Kirsten Düspohl

Das größte Highlight: Während aus den Lautsprechern die Einlaufhymne erschallt, gehen wir durch den Spielertunnel bis zum heiligen Rasen – der heute leider gar nicht so heilig aussieht. „Unser Rasen gehört zu den besten der gesamten Bundesliga, und damit das so bleibt, wird der Hybridrasen gerade erneuert“, erklärt uns Kalle die aktuellen Bauarbeiten auf dem Grün. Wir nehmen auf der Ersatzbank (mit Sitzheizung!) Platz und lassen die Imposanz dieses 30.000 Plätze umfassenden Stadions auf uns wirken. „Das war richtig spannend“, stellt Jette am Ende fast ein wenig erstaunt fest. Und ich muss ihr recht geben, denn auch ich bin verwundert, wie sehr mir die Führung gefallen hat – obwohl ich wirklich alles andere als ein Fußballfan bin. Aber dass Wolfsburg überrascht, das wussten wir ja bereits …

Der Fußball ist in Wolfsburg allgegenwärtig, unter anderem … ©Kirsten Düspohl

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Die Autostadt – eine der Hauptattraktionen in Wolfsburg

Ehrlich gesagt dachte ich immer, dass die Bezeichnung Autostadt einfach nur ein Beiname für ganz Wolfsburg sei. Stimmt gar nicht! Am zweiten Tag unseres Städtetrips erfahren wir, dass es sich bei der Autostadt um eine Art automobilen Freizeit- und Erlebnispark mitten in der City handelt. Im Zentrum der 28 Hektar großen Parklandschaft thronen die beiden Autotürme, das Wahrzeichen der Stadt und Mittelpunkt des Auslieferungszentrums von Volkswagen.

Wolfsburg ist eine Wundertüte – mit viel, viel Grün und Wasser ©Kirsten Düspohl

Doch das ist nur ein Aspekt der Autostadt, auch wenn sich hier natürlich alles um den fahrbaren Untersatz dreht. In der Parkanlage befinden sich nicht nur ein 18,5 Meter hoher Rutschenturm und eine Outdoor-Kletterinstallation für die Kids, sondern auch einige Pavillons unterschiedlicher Automarken. Während Tom und Tjark die neuesten Modelle von Porsche, Bugatti und Co bestaunen, bewundern wir weniger Autobegeisterten das Blumenmeer und die Architektur der Pavillons.

Der T1 Kastenwagen „Sinalco“ ist 1950 vom Band gelaufen ©Kirsten Düspohl

Das Automobilmuseum im ZeitHaus, ein gläsernes Gebäude auf dem Areal der Autostadt, löst dann aber bei uns allen Begeisterung aus. Auf fünf Etagen schlendern wir durch mehr als 260 Fahrzeuge von über 60 verschiedenen Marken – vom Oldtimer bis hin zum Flitzer. „Guck mal, Mama, so einen Bulli wollen Tjark und ich uns mal kaufen und damit auf Weltreise gehen“, erklärt mir Tom und zeigt auf die nostalgische Design-Ikone. Jette hingegen gefällt der Austin 850 Mini, das „Auto von Mr. Bean“. Was man in der Autostadt ebenfalls nicht verpassen sollte: die Original Volkswagen Currywurst – ein Klassiker in Wolfsburg, superlecker und krönender Abschluss unseres Besuchs in dem Autopark.

Das Must-eat in der Autostadt: die Wolfsburger Currywurst ©Kirsten Düspohl

Wolfsburg: 1A Ziel für Familien

„Wir hätten noch viel länger bleiben müssen“, es ist der letzte Morgen unseres Städteurlaubs in Wolfsburg und Tom und Tjark blättern in den Reiseunterlagen. Schnell machen sie uns klar, dass wir noch lange nicht alles gesehen haben und unbedingt wiederkommen müssen. Um den Klettergarten Monkeyman zu testen, im Planetarium Sterne zu schauen, das Schloss Wolfsburg unter die Lupe zu nehmen und in der Wasserskianlage für Lacher zu sorgen zum Beispiel. „Und hier steht, dass man sich unbedingt den eingemeindeten Stadtteil Fallersleben anschauen soll, da gibt es nämlich doch einige richtig alte und schöne Gebäude“, liest Tjark vor. Wie gut, dass uns noch ein Tag bleibt – ausreichend Zeit, um zumindest noch ein paar Attraktionen kennenzulernen.

Das Science Center Phaeno – ein Mitmach-Museum der Superlative

Ein absolutes Must-See für Kinder: das Phaeno, ein Science Center und Mitmach-Museum für die ganze Familie. An 350 Experimentier-Stationen erleben wir Naturwissenschaft zum Anfassen und Ausprobieren. Wir bewundern den über sechs Meter großen Feuertornado, lassen uns von einem freundlichen Roboter Wilhelm Tell zitieren, im Schwindeltunnel die Sinne verwirren und unter Strom die Haare zu Berge stehen.

Im Phaeno stehen einem mitunter die Haare zu Berge ©Kirsten Düspohl

Eine Besonderheit im Phaeno: die spannenden Workshops, zu denen sich Groß und Klein anmelden kann. „Hier habt ihr verschiedene Kartons, Verpackungen und anderes Bastelmaterial und das hier ist unsere Rennstrecke mit schräger Startrampe“, erklärt uns Workshop-Leiterin Sabine den Ablauf unserer „Erfinderwerkstatt – die Langstreckenrenner“. Wir machen uns ans Werk und basteln aus Pappe, Strohhalmen, Papier und Co schicke und vor allem fahrtüchtige Rennwagen. „Gewonnen“, ruft Jette gut eine Stunde später, als ihre „Pappnase“ als einziges Fahrzeug über die 10-Meter-Marke rauscht.

Hier könnt ihr Fahrzeuge aus Papier und Pappe bauen, das Ziel: Sie sollen eine möglichst lange Strecke zurücklegen ©Kirsten Düspohl

Badeland Wolfsburg: Norddeutschlands größtes Freizeit- und Erlebnisbad

„Mama, du muss unbedingt die Reifenrutsche ausprobieren“, Tom zieht mich begeistert hinter sich her, drückt mir einen großen, gelben Schwimmring in den Arm und erklimmt die ersten Stufen. Das BadeLand im Allerpark ist ein echtes Wasserparadies und der letzte Punkt auf unserer Wolfsburg-Bucket-List. Zwei Riesenrutschen, ein großes Wellenbecken, ein Warmsprudelbad und viele weitere feuchtfröhliche Attraktionen sorgen für Badespaß bei jedem Wetter.

Mutige wagen sich im BadeLand im Allerpark auf die 110 Meter lange Riesenrutsche „Black Hole“ ©Kirsten Düspohl

Und während die Kinder jauchzend durch die Wellen toben und mein Mann ein paar Bahnen im Sportlerbecken zieht, lasse ich mich durch den Strömungskanal im Außenbecken treiben, genieße die warmen Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht und denke, dass eine Städtereise selten so entspannt war. Wolfsburg ist wirklich ein Überraschungspaket – ein bunter Mix aus Kultur, Spaß und Sport und ganz viel Natur. Vielleicht hat mein Mann recht, überlege ich, vielleicht müssen es gar nicht immer die großen Metropolen sein. Deutlich erholsamer geht es in den kleinen Geheimtipps Deutschlands zu – und mindestens ebenso sehenswert sind sie auch.

Schicke Schlitten: In der Wolfsburger Autostadt gibt es Autos aus nahezu allen Generationen ©Kirsten Düspohl

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