Bärenwald Müritz: Ein wilder Wald für geschundene Bären

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Diese Bären lebten früher in Zoos, im Zirkus oder wurden privat gehalten – unter meist grausamen Bedingungen. Im Bärenwald Müritz leben sie jetzt artgerecht. Wir finden: Das solltet ihr euch unbedingt mal anschauen!

Rocco traut sich inzwischen häufiger heraus aus dem plüschgrünen Dickicht und heran an den Zaun. Dann tapst er über das weiche Gras und hält seine Bärennase in den Wind. Er hat sich inzwischen eingelebt im Bärenwald Müritz. Der Braunbär ist seit Sommer 2019 hier, die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat ihn befreit – aus einem Leben in einer zwölf Quadratmeter großen Gitterbox in einem Hinterhof in Albanien.

Rocco heute: Ein kräftiger Bär, der sich in der Natur austobt ©Bärenwald Müritz/ Maria Andresen

„Sein Käfig war viel zu klein und Rocco war total abgemagert“, erinnern sich die Bärenwalder Tierpflegerinnen. Außerdem hatte der Bär noch nahezu nichts kennengelernt in seinem Leben: kein Gras unter seinen dicken Tatzen, keine Bäume, an denen er hätte hochklettern können, keinen Bach, in dem er hätte baden können. Und natürlich kannte Rocco auch keine Artgenossen. Er lebte tagein, tagaus auf seinen zwölf Quadratmetern. Unter ihm Betonboden, ringsherum Gitterstäbe. Bis Roccos Herrchen die Haltung zu teuer wurde und „Vier Pfoten“ den Bären umquartieren konnte: in den Bärenwald Müritz.

Unzertrennliche Bärenbrüder: Ben und Felix stammen aus dem Schwarzwaldpark Löffingen und sind seit 2007 hier ©Bärenwald Müritz/Thomas Oppermann

Am besten sieht man die Bären morgens und nachmittags

Wer Glück und Geduld hat, sieht die Bären manchmal auch aus der Nähe ©Bärenwald Müritz/Thomas Oppermann

Seit 2006 gibt es den 16 Hektar großen Bärenwald Müritz in Stuer bei Plau am See. Es ist kein Zoo, hier gibt es keine Garantien, die insgesamt 15 Bären aus der Nähe zu sehen. Sie werden artgerecht gehalten, sie können sich zurückziehen, wenn ihnen danach ist. In eine Höhle zum Beispiel oder ins grüne Dickicht. Doch die Chancen, die großen Braunen zu Gesicht zu bekommen, stehen gut, weiß Petra Konermann vom Bärenwald Müritz. „Die Bären kennen die Abläufe hier, sie wissen, dass es morgens und nachmittags etwas zu Fressen gibt. Dann lassen sie sich meistens blicken.“

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Rocco zum Beispiel verpasst keine Fütterung. In den ersten Monaten hat der Bär aus dem Käfig täglich 20 statt der sonst üblichen zehn Kilogramm Futter verdrückt. Seine Lieblingsspeisen: Eier, Weintrauben und Möhren. Er hat sich langsam erholt und an seine Umgebung gewöhnt, er hat die Umgebung erkundet, das erste Bad seines Lebens genommen, sich in Sägespänen gewälzt und Futter gesucht.

Der Bärenwald Müritz: ein Projekt von „Vier Pfoten“

So geht es den meisten der hier in Mecklenburg-Vorpommern lebenden Bären. Einige stammen wie Rocco aus privater Haltung, andere aus einem Zirkus oder aus Zoos. Bärendame Dushi holte „Vier Pfoten“ zum Beispiel aus dem „schlimmsten Zoo Europas“, wie die Tierschutzorganisation den Safari Park Zoo in Fier, Albanien, bezeichnet.

Luna ist die jüngste Bären im Park, sie liebt es, in Kuhlen zu dösen, und Wassermelonen liebt sie auch ©Bärenwald Müritz/Thomas Oppermann

Braunbär Michal lebte zuvor unter katastrophalen Bedingungen in einem Zoo in Polen. Und Luna, die jüngste Bärin, rettete „Vier Pfoten“ aus einem albanischen Vergnügungspark.

Auch abseits der Bären gibt es viel zu entdecken

Im Bärenwald gibt es auch einen schönen Abenteuerspielplatz ©Bärenwald Müritz/Thomas Oppermann

Und wenn mal keine Bären zu sehen sind? Dann gibt es im Bärenwald Müritz andere schöne Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben: den Naturentdeckerpfad beispielsweise, den Abenteuer-Waldspielplatz mit Picknickmöglichkeit und die spannenden Ausstellungsstationen, die viel Wissenswertes über die großen Pelztiere verraten. Aber bleibt aufmerksam: Nicht dass ihr den Moment verpasst, in dem Rocco und die anderen Bären aus dem Dickicht tapsen – und ihr Bären in fast freier Wildbahn sehen könnt!

Spenden für die Bären

Ihr möchtet Rocco, Luna, Dushi und Co unterstützen? Der Bärenwald Müritz freut sich, denn das Projekt ist auf Hilfe angewiesen – in Form von Sach- oder Geldspenden! Genaueres erfahrt ihr hier!

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