Usedom mit Kindern: Die besten Tipps für euren Familienurlaub

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Familienurlaub auf Usedom gehört zu den beliebtesten Optionen an der deutschen Ostsee. Kein Wunder: Die Insel bietet kilometerlange Sandstrände, viel Natur und jede Menge Ausflugsziele für Kinder.

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„Sandstrand und Safari?“ Mein Mann hat ziemlich ungläubig geschaut, als ich meinen Ferienwunsch vor ein paar Monaten geäußert habe: Familienurlaub auf Usedom. Er hat die Stirn gerunzelt und gesagt: „Für Südafrika reicht unser Urlaubsbudget nun wirklich nicht!“ Ich nickte und schob ihm ein paar Prospekte rüber. Sie zeigten watteweiche Strände. Postkartenschöne Bäderarchitektur. Und einen Jeep, der durch die Wildnis pirschte. Er hat auf dieses Bild gestarrt, auf dem eine Familie vom Dach eines Jeeps nach Tieren Ausschau hielt. In der Ferne konnte man die Silhouette eines Tieres erkennen. Dann hatte er genickt, zugegeben, ein bisschen ungläubig. Und unser Familienurlaub auf Usedom war beschlossene Sache.

Sieht aus wie in Afrika, ist aber auf Usedom – eine Safari mit Tierbeobachtung, perfekt für Familien. ©M. Moog

Familienurlaub auf Usedom: Warum die Insel perfekt für Kinder ist

Das ist nun einige Monate her, jetzt liegt die Anreise hinter uns und der erste Strand vor uns: ein Sandstrand, der bis zum Horizont zu reichen scheint, mit einem Meer davor, das leise an Land gurgelt. Ich lasse meine Blicke einen Moment auf- und abwandern, dann drehe ich mich zu meinem Mann und sage: „Du musst zugeben, das hier war eine ziemlich gute Idee!“ Die Ostseeinsel Usedom in Mecklenburg-Vorpommern gehört größtenteils zu Deutschland und zu einem kleinen Teil zu Polen. Am bekanntesten sind die drei Kaiserbäder: Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin. Vor und zwischen ihnen: eine achteinhalb Kilometern lange Promenade. Und das Beste: Hier ist auch noch meist das Wetter gut: Usedom zählt zu den sonnenreichsten Gegenden Deutschlands.

Auf jeden Fall einen Ausflug wert: die Seebrücke von Ahlbeck auf Usedom. ©M. Moog

Die Strände auf Usedom sind ideal für Familien mit Kindern: breit, feinsandig und meist flach abfallend. Wer in Ahlbeck einen ersten Blick auf Usedoms Strände wirft, der wird magisch angezogen von der historischen Seebrücke und dem im Wasser auf Stelzen stehenden Gründerzeitbau mit seinen vier verspielten Türmchen. Wir genießen diesen Anblick drei volle Tage. Dann sage ich zu meinem Mann und unseren drei Kindern: „Diese Insel besteht nicht nur aus Sand und Meer! Lasst uns mal was unternehmen!“

Familienurlaub auf Usedom: Strand, Natur und kurze Wege

So satteln wir kurz darauf unsere Fahrräder und machen uns auf den Weg: Wir lassen die übrigen Urlauberinnen und Urlauber hinter uns und fahren ein Stückchen vom Kaiserbad Bansin landeinwärts. Kiefern, Erlen und Birken huschen vorüber, Sanddorn, Holunder und Teppiche blau blühender Leberblümchen.

Eine Insel, die weit mehr bietet als Kaiserbäder und Strände. Wer die Ostseeseite von Usedom verlässt, taucht ein in eine andere Welt. ©M. Moog

Bald streifen wir Bansin Dorf und sind in einer ganz anderen Welt. Der Gothensee blinzelt durch dichtes Grün, Streuobstwiesen überziehen die Hügel, wir stoppen auf einer schmalen Landbrücke, die den Großen Krebssee vom Kleinen Krebssee trennt. Später rasten wir am Achterwasser, das sich tief ins grüne Land gräbt. Breiten eine Decke aus, machen ein Picknick und füttern die Fische. „Ist das ein Meer oder ein See?“ möchte mein Jüngster wissen. „Also“, sage ich, „das ist nicht so einfach. Ich würde sagen, das Achterwasser ist halb Meer und halb See, die Flüsse speisen es mit Süßwasser und das Meer mit einer Prise Salz.“

Urlaub mit Kindern auf Usedom in Mecklenburg-Vorpommern: einfach schön

Wer einen abwechslungsreichen Familienurlaub an der Ostsee sucht, ist auf Usedom genau richtig – den Satz habe ich im Laufe der vergangenen Woche oft gehört. Vom Strandkorbvermieter in Ahlbeck. Von unserem Lieblingseisverkäufer in Bansin. Und jetzt von der Dame aus dem Nachbarstrandkorb. „Die meisten kommen hierher und sehen nur die Kaiserbäder und die Strände davor. Aber was meinen Sie, was Ihnen alles entgeht?“, fragt die ältere Dame aus Münster, die hier schon seit mehr als einem Jahrzehnt ihre Zehen allsommerlich in den Sand bohrt. Ich nicke, erzähle von unserer Radtour. Und flüstere ihr später zu, dass wir morgen Usedoms völlig unbekannte Seite sehen werden.

Halb See, halb Meer: Am Achterwasser ist Usedom still und mit reichlich Schilf bewachsen ©M. Moog

Ausflüge auf Usedom mit Kindern: Natur, Tiere und Abenteuer

Mein Ältester zeigt mir beim Frühstück einen Vogel. „Maaama“, sagt er, und dieses langgezogene a macht deutlich, dass er gerade an meinem Verstand zweifelt. „Safaris macht man in Afrika und nicht hier.“ Ich widerspreche ihm. Er verdreht die Augen und sucht Hilfe bei seinem Vater. Der grinst nur und mahnt zu Eile. „Los, los, der Jeep wartet!“ Ein paar Minuten später stehen wir vor einem waldgrünen Landrover und vor Gunnar, unserem Safari-Guide. Er ist kein Mann der großen Worte, drückt uns nur kurz und kräftig die Hand und lässt dann schnell den Motor aufheulen, „alles Wichtige erzähle ich euch unterwegs“, sagt er.

Safari auf Usedom: Offroad führt die Jeep-Tour durch unwegsames Gelände abseits der Touristenströme. ©M. Moog

Geheimtipp für Familien: eine Safari auf Usedom

In den kommenden Stunden lernen wir Usedom erst richtig kennen. Den Schmollensee. Sellin mit seiner Handvoll alter Rohrdachhäuser. Das 450 Jahre alte Mellenthiner Wasserschloss. Die mit Abstand stillste Ecke der Insel, den Lieper Winkel. Wir lernen, dass es hier Biber, Fischotter, Storche und sogar Sumpfschildkröten gibt. Und als wir irgendwann oben auf dem Dach des Landrovers mit dem Fernglas den Himmel absuchen, kreist da ein Seeadlerpärchen. „Und was ist das da hinten?“, fragt meine Tochter später beim Abendessen, als wir gerade die Bachforellen überm Feuer drehen. Sie deutet ins grüne Dickicht. „Löwen“, flüstere ich. Und dann, nach einer kleinen Pause: „Ach nein, ich glaube, das sind doch eher Schafe.“

Ein echtes Abenteuer für Eltern und Kinder – der letzte Programmpunkt der Safari auf Usedom: Bachforellen über dem Lagerfeuer garen. ©M. Moog

Fazit: Usedom mit Kindern lohnt sich

Am letzten Morgen packe ich die Strandtasche, drücke einem Kind den Sonnenschirm in die Hand und einem den Ball. Doch sie sehen nicht recht glücklich aus. „Können wir nicht wieder mit Gunnars Jeep fahren?“, bettelt mein Ältester. „Bitte!“ Ich unterdrücke ein Lachen. Freue mich, dass ihnen diese deutsche Safari so sehr gefallen hat. Und kann die Situation nur mit einem Versprechen retten: Wir kommen wieder. Und dann kehren wir zurück in die pommersche Wildnis, beobachten Tiere, brutzeln bestimmt auch wieder Bachforellen über einem Lagerfeuer und lauschen den Geschichten von Gunnar, dem Safari-Guide.

Strände ohne Ende: Insgesamt trumpft Usedom mit 42 Kilometern Sandstrand auf. ©M. Moog

Häufige Fragen zu Usedom mit Kindern

Ist Usedom für Familien mit Kindern geeignet?

Ja, Usedom ist ideal für Familienurlaub. Die Insel bietet lange, flach abfallende Sandstrände, viele Ausflugsziele und eine gute Infrastruktur für Familien mit Kindern.

Welche Strände auf Usedom sind besonders familienfreundlich?

Die Strände der Kaiserbäder Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin sind einfach perfekt für Eltern und Kinder. Sie bieten viel Platz, puderzuckerfeinen Sand und meist einen sanften Einstieg ins Wasser.

Was kann man auf Usedom mit Kindern unternehmen?

Neben den vielen schon erwähnten Stränden warten noch zahlreiche andere Trümpfe auf Familien: Es gibt Tierparks und ein Naturschutzgebiet, wo sich Seeadler und Fischotter Gute Nacht sagen. Ihr könnt Usedom mit dem Fahrrad oder zu Fuß erkunden, reiten, angeln und Ausflüge ins Hinterland von Usedom unternehmen.

Junge im Kletterwals auf Usedom in Mecklenburg-Vorpommern
Auch ein Familien-Highlight auf Usedom: der Kletterwald ©M. Moog

Wann ist die beste Reisezeit für Usedom mit Kindern?

Die beste Zeit für einen Familienurlaub auf Usedom ist von Mai bis September. In den Sommermonaten ist das Wetter besonders stabil, aber auch im Frühling und Spätsommer ist die Insel sehr reizvoll.

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