Was das Beste an einem Inselurlaub ist? Dass die Entspannung schon auf dem Weg einsetzt! Kaum betreten wir in Emden den Katamaran, der uns nach Borkum bringen wird, sind wir alle im Ferienmodus und genießen Sonne, Wind und Meeresluft. Und je weiter wir uns von der Küste entfernen, desto mehr schwappt Ferienfeeling in uns hoch.

Nach knapp einer Stunde rasanter Fahrt – der Katamaran braucht nur halb so lange wie die Fähre – kommen wir auf Borkum an. Wir pumpen unsere Lungen mit frischer Nordseeluft voll, schnappen uns unser Gepäck und machen unseren ersten Borkum-Spaziergang: zu unserer nur wenige hundert Meter entfernten Unterkunft: die Jugendherberge Am Wattenmeer, die praktischerweise direkt hinter dem Deich und in Hafennähe liegt.

Jugendherberge „Am Wattenmeer“: Top Familienunterkunft auf Borkum
„Boah, Mama, das ist ja wie unter Wasser hier!“, staunt Anton (6), als wir durch den Flur der Jugendherberge gehen – und er hat recht, denn Haus 8 ist ganz maritim gestaltet. An den Wänden ziehen riesige Quallen und Fischschwärme durch tiefschwarzes Meer. Die Jugendherberge, eine ehemalige Marinekaserne, besteht aus vielen verschiedenen Häusern, die sich auf einem knapp 15 Hektar großen Gelände verteilen. Unser Haus ist frisch renoviert und modernisiert, wir bewohnen für die nächsten Tage ein schickes Familienzimmer mit einem schönen Bad und Blick ins Grüne – durchs Fenster hören wir die Möwen kreischen und riechen Seeluft … Was braucht man mehr?

Kilometerlange Sandstrände, Dünen und Wälder: Borkum ist zehn Kilometer lang und sieben Kilometer breit und mit 31 Quadratkilometern auch die größte der sieben Ostfriesischen Inseln. Zentrum ist der gleichnamige Ort im Westen der Insel, hier gibt es eine lange Promenade, ein Schwimmbad und den breiten Hauptstrand.

Weitere kleine Orte: Ostland im Osten und Reede im Südosten. Darüber hinaus bietet die Insel Dünen und Heide, Wald und Watt – und rund 130 Kilometer markierte Wander- und Radwege.

Zurück zur Jugendherberge „Am Wattenmeer“. In den Gebäuden befinden sich der große Speisesaal, eine Sport- und eine Kletterhalle, dazwischen gibt es jede Menge Platz zum Toben und Spielen: Fuß- und Basketballplätze, eine Minigolfanlage und verschiedene Spielplätze, Bälle und Spielmaterial stehen rund um die Uhr zur Verfügung.

Und kleine und große Freundinnen und Freunde zum Spielen und Sporteln findet man hier sowieso ganz schnell. Und übrigens: Wer bei Jugendherbergen noch immer an Hagebuttentee und trockene Stullen denkt, ist auch hier auf Borkum auf dem Holzweg: Das Essen ist abwechslungsreich und lecker. Einmal gibt es ein großes Grillbuffett, an den anderen Tagen gibt es abends immer zwei warme Hauptgerichte und ein großes Salatbuffet – frisch und oft in Bioqualität.
Perfekt für Familien: Borkum per Fahrrad erkunden
Auf dem Gelände entdecken wir auch den Zweiradladen Borkum. Mitarbeiter Lars zieht nach einem prüfenden Blick sofort das passende Rad für Justus (9) hervor. „Ein E-Bike? Muss das sein?“, denke ich still, habe aber nach der kurzen Probefahrt meines Ältesten keine Chance mehr, aus dieser Nummer rauszukommen. „Huiiiii – hier kommt Justus!“, höre ich nur, als er zum dritten Mal an uns vorbeiflitzt. Die Kinder sind begeistert, und auch ich ahne schon jetzt: Die Räder werden uns in den kommenden Tagen mit viel Spaß über und rund um die ganze Insel begleiten.

Denn: Die westlichste der Ostfriesischen Inseln ist eine Fahrradinsel! Auch wenn hier – im Gegensatz zu einigen anderen Ostfriesischen Inseln – Autos erlaubt sind, ist das Fahrrad für alle das Fortbewegungsmittel Nummer Eins. Und so wird es auch uns gehen: Wir werden in den kommenden Tagen täglich in den knapp sechs Kilometer entfernten Hauptort fahren, Touren durch das Naturschutzgebiet Greune Stee an den Strand machen, das Ostland erkunden und zum anderen Ende der Insel radeln, um die Aussichtsdüne zu erklimmen. Wir werden ständig durch die Natur radeln, fast immer mit Blick auf das Meer. Und ich werde immer wieder denken: Urlaub kann wirklich kaum schöner sein!
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So ähnlich geht es mir auch, als wir mit nackten Füßen durch die Wellen spazieren und kurz darauf an der Promenade Milchreis mit Zimt schlemmen oder als wir an einem anderen Abend den Sonnenuntergang bestaunen. Eine noch schönere Aussicht haben wir, als wir ein paar Tage später die 308 Stufen im Neuen Leuchtturm hochsteigen. Der Aufstieg lohnt sich: Mit einer Höhe von gut 60 Metern erlaubt der Neue Leuchtturm einen Weitblick über den Ort, zum Meer und den Seehundbänken. Herrlich!

„Echt wahr? Das sind wirklich Walknochen?“, fragt Anton, als wir eines nachmittags in der Nähe vom Alten Leuchtturm vor einem Zaun aus Kieferknochen von Grönlandwalen stehen. Ja, das stimmt tatsächlich! Die Insel ist eng mit der Historie des Walfangs verbunden, mehr darüber erfahren wir auf dem Borkumer Walpfad, zu dessen Stationen auch der Walknochenzaun gehört.

Familien-Highlights auf Borkum: Strände, Aquarium, Gezeitenland
Wale, Fische, Krabben – Anton ist unser Nachwuchs-Tierforscher und hat am Strand schon Seesterne, Muscheln und Einsiedlerkrebse untersucht. Klar, dass da auch ein Besuch im Aquarium nicht fehlen darf: Wale gibt es hier zwar nicht, aber in 16 thematisch unterschiedlichen Becken schwimmen verschiedenste Tiere, die ihre Heimat im Meer rund um die Insel haben: Katzenhaie, Dorsche, Schollen, Seezungen, Strandkrabben und Garnelen, Hummer … „Am schönsten finde ich die Quallen!“, sagt er begeistert, nachdem er minutenlang die im Wasser schwebenden Gestalten beobachtet hat – und ich muss ihm zustimmen.

Die Tage auf Borkum vergehen wie im Flug. Wir radeln über die Insel, springen in die Wellen, breiten uns im sommerwarmen Sand aus. Gehen ins Gezeitenland, dem Meerwasserbad der Insel und verbringen viele Stunden auf dem Gelände der Jugendherberge Am Wattenmeer.

An unserem letzten Morgen stehe ich früh auf, lasse die Kinder schlafen und schaue mir den Sonnenaufgang über dem Wattenmeer an. Ein bisschen wehmütig denke ich, dass die Zeit auf der Insel schon vorbei ist. Aber nicht nur für mich, sondern auch für die Kinder ist klar: Wir waren nicht zum letzten Mal hier! Schon auf der Überfahrt nach Emden fragt Anton mich: “Können wir noch mal nach Borkum fahren?”















