Griechenland: Familienurlaub auf dem Peloponnes

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Zauberhafte Buchten, freundliche Menschen und viel, viel Ruhe: Der Peloponnes ist ein Stück Bilderbuch-Griechenland und ein 1A-Ziel für den nächsten Familienurlaub!

„Wunderbar“, raunt mein Mann zufrieden, fächelt sich mit einer Serviette ein wenig lauwarme Luft zu und lässt seinen Blick vom Thermometer hinunterwandern aufs Meer. Eine hauchzarte Brise streicht über die Terrasse. Es ist kurz vor Mitternacht, wir sind gerade erst angekommen und genießen die ersten fünf Urlaubsminuten. Der Duft des rosa blühenden Oleanders wabert durch die Luft, vermischt sich mit Rosmarin und einem Hauch von Weihrauch. „Riechst du es?“, fragt er. „So duftet Urlaub.“

Einfach himmlisch: Auf dem Tisch griechische Spezialitäten, im Hintergrund das Meer ©M. Amme

Sightseeing oder Faulenzen – das ist hier die Frage

„Früher war ich fast jedes Jahr hier in Griechenland“, erzähle ich meinem Ältesten am ersten Morgen, „ich reiste wochenlang herum, schlief am Strand, fuhr mit rostigen Fähren von Insel zu Insel und verbrachte viele Stunden mit Nichtstun.“ Dieses Mal haben wir uns nicht am Strand, sondern in einem Ferienhäuschen mit Blick auf’s Meer einquartiert. Wir sehen das Land hier und da arielweiß und sandig ins Meer gleiten, können Kalamata, das quirlige Zentrum des Peloponnes, im milchigen Morgendunst erahnen. Dahinter fruchtbares, grünes Land und überall kleine Buchten, Dörfer, Kirchen. „Vielleicht fahren wir sogar nach Olympia“, sage ich zu meinen beiden jüngeren Kindern, während sie versuchen, eine griechische Riesenheuschrecke zu fangen. Vielleicht tun wir aber auch nichts außer faulenzen, füge ich im Stillen an.

Im Sommer ist das Meer hier durchschnittlich 25 Grad warm ©M. Amme

Der Peloponnes ist ein Morgenmuffel, stellen wir bald fest. Vor elf schlafen die kleinen Dörfer noch, da kläffen nur ein paar Hunde, und alte Frauen in schwarzen Blusen und dunklen, knielangen Röcken schlurfen durch die Wärme, tragen Kerzen zu den kleinen Gebetsstätten, die an jeder Wegbiegung stehen und wie Kirchen im Spielzeugformat aussehen. Erst gegen Mittag erwacht das Leben. Füllen sich die Strände ein wenig. Die Tavernen. Die Strandbars. Das Meer. „Deshalb sind bei uns auch Mittags- und Abendzeitungen viel beliebter als Morgenzeitungen“, gibt mir Nikos, unser Vermieter, einen kleinen Einblick in die griechische Seele.

Stoupa – ein Ort am Meer, zum Bleiben schön

Früher ein Fischerdorf, heute auch bei Urlaubern beliebt: Stoupa ©M. Amme

Nur ein paar Kilometer entfernt von unserem Feriendomizil liegt der kleine Ort Stoupa im Halbrund um eine postkartenschöne Bucht herum. Die kleinen Häuser schauen alle aufs Meer, in erster Reihe ein paar Tavernen und Cafes. „Du glaubst nicht, wie viele Fische es hier gibt!“, begeistern sich die Kinder, als sie zum ersten Mal vom Schnorcheln zurückkehren. „Sogar ganz bunte und sooo große“, behauptet meine Tochter, deutet dreißig Zentimeter Länge an und zieht mich mit. Das türkisblaue Wasser des Ionischen Meers schwappt badewannenwarm um meine Füße, Fische stieben auseinander, „siehst du?“, grinst sie und taucht ab. Ich schwimme zu den bunten Fischerbooten, die träge im seichten Wasser dümpeln, lasse mich treiben und fühle mich schon am dritten Tag rundum erholt.

Boule, Backgammon, Beachball – da kommt Griechenland-Feeling auf ©M. Amme

In Stoupa könnte man Tage bleiben oder Wochen. Ein kleiner Ort, typisch griechisch, dazu eine Taverne ganz nach unserem Geschmack, ein Strand wie aus einem Urlaubsprospekt, an dem man mit den Kindern Backgammon oder Beachball spielen kann. Und ein kleiner Hafen, an dem man abends sitzen und seine Gedanken auf Reisen schicken kann. „Ist es nicht herrlich, einfach mal Zeit zu haben, von morgens bis abends?“, flüstere ich meinem Mann zu.

Von den 3.000 Inseln sind gerade mal 180 bewohnt

„Vielleicht sollten wir mal einen kulturellen Programmpunkt einstreuen?“, frage ich nach ein paar Tagen. Wir könnten Olympia ansteuern, den Ort, der tausend Jahre lang Austragungsort der Olympiade war. „Ruinen?“, fragen meine Kinder unisono, und legen ihre Nasen missbilligend in Falten. Ich gebe schnell und leichten Herzens nach. Strecke meine Füße im Sand aus. Und schlage stattdessen immer mal wieder einen griechischen Ort vor.

Sehenswert und ganz in der Nähe: das wunderschöne Dorf Agios Nikolaos ©M. Amme

Agios Nikólaos zum Beispiel. Grob gepflasterte Gassen führen hinunter zum Meer, in den Auslagen am Rand handgeknüpfte Teppiche, griechischer Schmuck, Orangen und Melonen.

Gerade mal 300 Einwohner zählt Agios Nikolaos ©M. Amme

„Wussten Sie, dass kein Dorf Griechenlands weiter als 90 Kilometer vom Meer entfernt liegt?“, fragt mich die Wirtin eines kleinen Cafés direkt am Hafen, als sie mir meinen Cappuccino fredo serviert, einen Cappuccino mit Eiswürfeln. „Und dass wir über 3.000 Inseln haben, aber nicht mal 180 bewohnen?“

Ich wusste es nicht und lerne in diesen Ferien noch mehr. Zum Beispiel, dass der Peloponnes so groß ist wie Hessen, aber nur von einer statt sechs Million Menschen bewohnt wird. Dass es keine Bettenburgen gibt, keinen Pauschaltourismus, keine Hektik. Stattdessen Tausende von Johannisbrotbäumen, Platanen und Feigenbäumen. Menschen mit sonnigem Gemüt. Und Flecken, die wie geschaffen sind für Familienferien. „Griechenland hat sich überhaupt nicht verändert in all den Jahren“, stelle ich fest.

Auf dem Peloponnes gibt es tausende Ziegen ©M. Amme

Kleines Glück: Picknick auf der Hafenmauer

Die Tage ähneln einander und sind doch jeder für sich ein Glück. Die Zeiten in den kleinen Buchten. Die Stunden im Schatten alter Feigenbäume, am Tisch einer Taverne, mit Tsatsiki vor der Nase oder Moussaká, einem Auflauf aus Auberginen, Hackfleisch und Kartoffeln. Die vielen Stunden im Meer. Die zahllosen Backgammonspiele. „Die Griechen sind voll cool“, meint mein Ältester irgendwann, als er von einem Streifzug durch den kleinen Hafen zurückkehrt. „Viel cooler als wir. Die sind voll entspannt, immer gut gelaunt und chillen ständig.“ Er deutet hinüber und zeigt auf einen Tisch. Drei alte Griechen plaudern, lachen, trinken Ouzo, während die Sonne langsam gen Horizont wandert und den Himmel grellrot anmalt.

Essen mit Meerblick – am liebsten auf der Hafenmauer ©M. Amme

Abends stoppen wir immer wieder in Kardamili, kaufen Melonen, griechische Orangen, Krautsalat, Fladenbrot, picknicken auf der alten Hafenmauer und chillen wie die Griechen.

Das Lieblingsessen der Söhne: gegrillte Maiskolben ©M. Amme

Das Meer schwappt in kleinen Wellen gegen den Stein, meine Söhne werfen ihre Angeln aus. Irgendwann streift ein Einheimischer vor uns seine Flossen über, entsichert seine Harpune und taucht ab. „Meinst du, er fängt was?“, fragt meine Tochter und schaut etwas irritiert. Wir warten und sehen ihn auf- und abtauchen. Bis er irgendwann seine Harpune aus dem Wasser streckt, vorn aufgespießt einen Fisch, lang wie ein Kinderarm.

Endlich mal Zeit im Überfluss

„Wisst ihr, dass die Kinder hier im Sommer drei Monate Ferien haben?“, frage ich am  letzten Abend in die Runde. „Dann ziehen wir hierher“, fordert mein Jüngster, „hier ist es sowieso viel schöner als zu Hause.“ Der Wirt unserer Lieblingstaverne bringt Ouzo, setzt sich zu uns und stößt mit uns an. Im Hintergrund gluckst das Meer. Ja, vielleicht sollten wir hierher ziehen, denke ich, hier ist der Himmel jeden Morgen blau poliert, hier wachsen Orangen, Feigen, Mandeln. Und vor allem: Hier haben wir endlich mal Zeit im Überfluss.

Zauberhafte Buchten, freundliche Menschen und viel, viel Ruhe: Der Peloponnes ist ein 1A-Ziel für den nächsten Familienurlaub!
Ein Strand wie aus einem Urlaubsprospekt: der Beach von Stoupa ©M. Amme

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