Lüneburg mit Kindern: Städtereise in die alte Salz- und Hansestadt

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Eine historische Altstadt, die plätschernde Ilmenau, mittelalterliche Gassen und ein romantisches Ambiente … Die beschauliche Hansestadt Lüneburg ist das perfekte Reiseziel für einen Kurzurlaub mit Kindern.

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Auf einen Blick
Lüneburg
, die alte Salz- und Hansestadt am Rande der Lüneburger Heide zählt mit ihrer mittelalterlichen Altstadt, dem malerischen Wasserviertel an der Ilmenau und den prächtigen Patrizierhäusern und Kirchen zu den schönsten Städten Norddeutschlands.
Zielgruppe: Lüneburg ist beschaulich, ein wenig verträumt und wunderschön. Die kleine Stadt eignet sich mit ihren kurzen Wegen und dem abwechslungsreichen Freizeitangebot top für Familien.
Highlights: Verschafft euch hoch oben von der Aussichtsplattform des Wasserturms einen Überblick über Lüneburg. Für Familien mit Kindern ein Muss auf der Bucket-List: die Salztherme SaLü mit Tunnelrutschen, Wellenbad und mehr. Ein kulinarischer Geheimtipp: das Gartenlokal „Schröders Garten“ mit Tretbootverleih und Abenteuerspielplatz.

Eine Reportage von Kirsten Düspohl

„Diese Stadt ist einfach so schön, richtig idyllisch“, sage ich zu meiner Schwester Birgit, als wir durch die Lüneburger Fußgängerzone in Richtung Marktplatz schlendern. Der Weg führt uns über grobes Kopfsteinpflaster, vorbei an verwunschenen Gassen und prächtigen Giebel- und Backsteinhäusern, in denen sich Lädchen und gemütliche Cafés befinden.

Von der Brausebrücke aus ist der Stintmarkt schon zu sehen. Hier wurde früher der Stint verkauft, ein kleiner, heringsartiger Fisch, der im Mittelalter sehr beliebt war ©Kirsten Düspohl

An den Hauswänden ranken rote Rosen in Richtung des blauen Sommerhimmels, liefern sich ein Farbduell mit den rosafarbenen Geranien der Blumenkübel. Gurrende Tauben trotten gemächlich vor uns her, lassen sich auch dann nicht aus der Ruhe bringen, als mein Sohn Tom (10) und sein Cousin Tjark (10) an ihnen vorbei in Richtung Brunnen preschen. Und während die Jungs ihre Finger in das kühle Nass des Luna-Brunnens tauchen und wir das imposante Rathaus mit seiner weißen Barockfassade bewundern, schwingt der goldene Zeiger der Rathausuhr auf die 12. Es ist 18 Uhr und plötzlich ertönt aus dem Glockenturm die Melodie von „Der Mond ist aufgegangen“. Meine Schwester und ich grinsen uns an. „Wenn wir nicht in Lüneburg wären, könnte diese Szenerie schon fast kitschig sein“, meint Birgit lachend. Und ich weiß genau, was sie meint, denn hier, in dieser verträumten, historischen Stadt, ist das alles genau richtig – richtig schön.

Im Vordergrund der Luna-Brunnen, im Hintergrund das Rathaus: richtig schön! ©Kirsten Düspohl

Eine top Idee: Lüneburg mit Kindern entdecken

Lüneburg. Die alte Salzstadt am Rande der Lüneburger Heide ist eine Perle unter den norddeutschen Hansestädten. Viele Jahrhunderte lang war die niedersächsische Kreisstadt als wichtiger Salzlieferant eine bedeutende Handelsstadt. Über 1.400 Baudenkmäler mit alten Giebeln und schmuckvollen Verzierungen sind Zeugen dieser Zeit und prägen das mittelalterliche Stadtbild. Mittlerweile geht es in dem 80.000-Einwohner-Städtchen an der Ilmenau deutlich beschaulicher zu als zu Zeiten der Hanse. Lüneburg ist als Unistadt lebendig, offen und abwechslungsreich, verströmt dabei aber romantisches Kleinstadt-Flair. In Lüneburg kann man sich treiben lassen. Langeweile kommt dabei keine auf – die Stadt lockt mit einem abwechslungsreichen Mix aus Kultur, Sightseeing, Spaß und Action. Die perfekte Adresse für einen Citytrip mit Kindern!


Das Wasserviertel in Lüneburg – ein Highlight der Städtereise

Schon bei unserer Anreise vor wenigen Stunden waren wir dem Charme dieser Stadt erlegen. Unser Feriendomizil für dieses Wochenende, das Bergström Hotel, liegt mitten im malerischen Wasserviertel der Stadt, genauer gesagt in der historischen Abtsmühle. Bis ins späte 20. Jahrhundert wurde hier noch Getreide mit Wasserkraft gemahlen. „Wow, guckt euch mal diesen Ausblick an“, hatte Tjark kurz nach dem Betreten des Hotelzimmers gesagt und seine Nase an der Scheibe des Sprossenfensters plattgedrückt.

Was für eine tolle Aussicht! – Von den Bergström-Zimmern aus hat man die Ilmenau im Blick ©Kirsten Düspohl

Unsere Zimmer liegen im dritten Stock des Hotels, so wurden wir bei unserer Ankunft mit einem fantastischen Ausblick verwöhnt: auf die Ilmenau mit dem ehemaligen Hafen und dem alten Holzkran aus dem 18. Jahrhundert und auf den Stintmarkt, Herzstück der Stadt und lebendige Kneipen- und Restaurantmeile Lüneburgs. Kurze Zeit später sind wir selber entlang der Ilmenau flaniert, haben auf der Brausebrücke die unzähligen bunten Liebesschlösser bewundert und eisschleckend den Straßenmusikanten am Stint gelauscht. Bis wir dann letztendlich beim Rathaus gestrandet sind. Lüneburg ist nämlich nicht nur wunderschön und geschichtsträchtig, sondern auch eine Stadt der kurzen Wege – ideal für Familien.

Toll zum Bummeln und Schlemmen: die Kneipen- und Restaurantmeile Am Stintmarkt ©Kirsten Düspohl

Ein Muss bei jeder Städtereise: eine Stadtführung durch Lüneburg

„Habt ihr schon einmal ein schwangeres Haus gesehen?“ Es ist der zweite Tag unserer Städtereise. Stadtführerin Maria Kasperek führt uns durch die Waagestraße und zeigt uns gegenüber des Rathausgartens ein altes Backsteinhaus mit einer bauchigen Hausfassade. Die gebürtige Lüneburgerin erklärt, dass die Backsteine im 12. Jahrhundert nicht richtig gebrannt wurden und sie sich bedingt durch Feuchtigkeit im Laufe der Jahrhunderte verformt haben. „Nun ist das Haus eben schwanger“, erzählt sie schmunzelnd und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu, „und die Rundung kann doch super genutzt werden, um Geschenke zu verstecken – oder eben den Liebhaber.“

Stadtführung bei schönstem Sommerwetter: Hier bewundern Lumao-Autorin Kirsten, ihre Schwester und Tom und Tjark das alte Pastoratshaus an der St. Nikolai Kirche ©Kirsten Düspohl

Diese und viele weitere Anekdoten über die Geschichte und die Bewohner Lüneburgs sorgen dafür, dass auch die Kinder eineinhalb Stunden an den Lippen der sympathischen Stadtführerin hängen. Während sie uns durch schmale Gassen führt und uns geheime Innenhöfe zeigt, erfahren wir erfahren, dass Heinrich Heine Lüneburg einst als „Residenz der Langeweile“ bezeichnete, dass der Kalkberg und nicht der Wasserturm der höchste Punkt der Hansestadt ist und dass Lüneburg ebenso wie Pisa einen schiefen Turm hat, nämlich den Kirchturm der St. Johannis-Kirche.

Nur aus dem Winkel vom Wasserturm ist die schiefe Kirchturmspitze nicht zu sehen ©Kirsten Düspohl

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Pflichtprogramm für Familien: das SaLü, die Salztherme in Lüneburg

„Das war richtig interessant, aber ganz schön heiß“, stöhnt Tom am Ende der Stadtführung und fächelt sich mit dem Stadtplan Luft zu. Recht hat er, bei 30 Grad kreuz und quer durch die Stadt zu laufen, ist durchaus anstrengend. Zeit für eine Abkühlung – und die gibt es wenig später im SaLü, der Salztherme Lüneburgs. Kein Wunder: Wie es sich für die Salzstadt gehört, enthalten viele der Becken Salzwasser. Das schön gestaltete Erlebnisbad ist ein richtiges Badeparadies. Während Birgit und ich uns im Solebecken treiben lassen und danach auf der Sonnenterrasse faulenzen, liefern sich Tom und Tjark in der Doppelrutsche Body2Racer ein Wettrutschen, surfen auf knallroten Bodyboards im Wellenbecken und planschen durch den Strömungskanal im Außenbereich.

Schwimmen, baden, Spaß haben – in der Salztherme der Hansestadt geht alles @SaLü/A.Meier

Ein Geheimtipp für Familien: der Biergarten Schröders Garten mit Tretbootverleih

Schwimmen macht hungrig. Natürlich könnten wir uns auf eine der Restaurantterrassen direkt am Stintmarkt setzen. Wir haben aber ein anderes Ziel vor Augen: Schröders Garten, ein Gartenlokal direkt an der Ilmenau und ein absoluter Geheimtipp für Familien. Warum? Zum einen, weil es hier leckere Burger (auch vegan!), Salate und andere Snacks gibt, und zum anderen, weil zu dem lauschigen Biergarten ein Abenteuerspielplatz und ein Tretbootverleih gehören. Und mit etwas Glück gibt es abends sogar Livemusik auf der Freiluftbühne.

Absolut kult und richtig toll: Schröders Garten mit Tretbootverleih ©Kirsten Düspohl

„Das ist so schön hier“, seufze ich, gönne mir einen Schluck Vinho Verde und lehne mich entspannt zurück auf der Rückbank unseres Tretboots. Tom und Tjark treten kräftig in die Pedale und schippern uns über die Ilmenau, vorbei am grünen Ufer mit ausladenden Trauerweiden. Keine Ahnung, woher die Jungs nach so einem vollen Tag mit Stadtführung und Schwimmbad noch die Power nehmen. Da soll noch einmal jemand sagen, Städtereisen seien für Kinder zu anstrengend …

In Schröders Garten könnt ihr euch Kanus und Tretboote leihen ©Kirsten Düspohl

Hoch hinaus: vom Wasserturm aus über Lüneburg blicken

„Guckt mal, da ist unser Hotel, da – direkt neben dem Märchenturm!“ Ich zeige in Richtung Norden, versuche, den Blick der Kinder über das Meer aus roten Dächern zu lenken, die sich weit unter uns erstrecken. Wir befinden uns auf der Aussichtsplattform des Wasserturms, 55 Meter – oder anders gesagt: 298 Stufen über der Erde. Neben dem beeindruckenden Panoramablick über die Altstadt und die Lüneburger Heide bietet das denkmalgeschützte Gebäude auf sechs Etagen spannende Stadtgeschichte und moderne Ausstellungen rund ums Thema Wasser.

Vom Wasserturm aus liegt einem Lüneburg zu Füßen ©Kirsten Düspohl

Unser Fazit: Lüneburg ist ein großartiges Reiseziel für Familien

Das Wahrzeichen der Stadt ist nicht nur ein wortwörtlicher Höhepunkt Lüneburgs, sondern auch der krönende Abschluss unseres Kurzurlaubs. Viel zu schnell ist das Wochenende vergangen, dabei gäbe es noch etliches zu sehen: das Salzmuseum zum Beispiel, den Kalkberg oder das Museum Lüneburg. „Von hier oben aus der Vogelperspektive wirkt Lüneburg so überschaubar und verträumt, aber dieses Städtchen hat echt richtig viel zu bieten“, sage ich, lasse noch einmal den Blick schweifen über diese charmante, kleine Stadt, die mich in ihren Bann gezogen hat. „Na, dann kommen wir einfach nochmal wieder“, rufen Tom und Tjark unisono. Das Leben kann so einfach sein – vielleicht ist gerade das der Zauber Lüneburgs …

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