11 Tipps für perfekte Urlaubsfotos und Kinderfotos mit dem Smartphone

-

Wer Urlaubsmomente einfangen möchte, braucht dafür nicht zwangsläufig eine teure Fotoausrüstung. Elf Tipps und Tricks für professionelle Urlaubsfotos mit dem Smartphone!

Beitrag teilen:

Schöne Landschaftsaufnahmen vom Urlaubsort, Familienfotos vorm Sonnenuntergang, spontane Schnappschüsse beim Stadtbummel, Sandburgenbau oder auf der Skipiste … Jede Wette, dass eure Kinder zu keiner Zeit sonst im Jahr so häufig „Cheese“, „Spaghetti“ und „Ameisenscheiße“ rufen wie auf Reisen. Kein Wunder, schließlich sind Familienurlaube rappelvoll mit Momenten, die man festhalten möchte – in der Erinnerung, aber gerne auch im Fotoalbum oder Instagram-Feed.

Bitte lächeln! Im Familienurlaub werden viele Erinnerungen mit der Handykamera festgehalten. ©Ilya/stock.adobe.com

Schöne Urlaubsfotos mit dem Handy machen: So einfach geht‘s

Die gute Nachricht: Das war noch nie so einfach wie heute. Denn um richtig schöne Urlaubsfotos zu machen, braucht es keine teure Spiegelreflexkamera mehr. Die Kameras moderner Smartphones sind inzwischen so hochentwickelt, dass das ungeübte Auge kaum einen Unterschied erkennt. Unsere Reisejournalistinnen und Fotografen aus der Lumao-Redaktion haben ihre Expertentipps zusammengetan und verraten euch die top Tipps, wie ihr das Beste aus eurer Smartphone-Kamera herausholt und kreative Erinnerungsfotos mit nach Hause bringt.

11 Tipps für Familien- und Kinderfotos im Urlaub

1. Kameralinse vom Smartphone reinigen

Ja, es hört sich banal an, ist aber die Hauptursache für unscharfe Bilder und deshalb zu Recht ganz oben in unserer Liste der Foto-Tipps. Gerade im Urlaub ist die Kameralinse schnell von Sonnencremefingern, Kekskrümeln und Co verschmiert. Deshalb reinigt die Linse vorm Fotografieren mit einem sauberen Mikrofasertuch oder einem Brillenputztuch. Unser Tipp: Besonders praktisch sind die einzeln verpackten Einmal-Brillenputztücher für unterwegs. Zur Not ist das T-Shirt natürlich auch besser, als die Kameralinse gar nicht zu reinigen.

Gestochen scharfe Urlaubsfotos gibt es nur mit einer sauberen Kameralinse ©Syda Productions/stock.adobe.com

2. Die richtigen Einstellungen eurer Smartphone-Kamera für bessere Urlaubsbilder

Bevor ihr ein Foto knipst, solltet ihr bei den Einstellungen eures Handys einige Punkte beachten:

  • Auflösung: Die Regel ist simpel: je höher die Auflösung, desto besser die Bildqualität. Klar, wir alle kennen das Problem mit dem Speicherplatz, aber eine Cloud oder eine Micro-SD-Karte schaffen schnell und kostengünstig Abhilfe. Unsere Empfehlung: Wählt die größtmögliche Auflösung aus.
  • Blitz: Schaltet den Blitz aus. Der Smartphone-Blitz beleuchtet nicht nur das Motiv im Vordergrund und schafft dadurch unnatürliche Schatten, sondern wirft gerne auch sein Licht auf herumschwirrende Staubpartikel. Das Ergebnis: Das Bild wirkt verpixelt oder grieselig.
  • Zoom: Wovon ihr möglichst noch euren Finger lassen solltet: vom Zoom – vor allem, wenn euer Handy nur einen digitalen und keinen optischen Zoom hat. Unser Tipp: Geht lieber näher ans Motiv ran.
  • Rasterfunktion: Bei den meisten Smartphones könnt ihr Gitterlinien aktivieren. Die helfen euch zum einen dabei, den Horizont gerade auszurichten, und zum anderen bei der Einhaltung der „Drittel-Regel“ (dazu mehr in Tipp 6).
Einfachster Tipp für gut angeordnete Fotos mit geradem Horizont: die Rasterfunktion einschalten! ©Kirsten Düspohl

3. Perspektiven beim Fotografieren wechseln

Abgeschnittene Füße oder Köpfe, eine Baustelle im Hintergrund oder der Schatten des Fotografen im Vordergrund – viele Fehler beim Fotografieren können sich ohne viel Aufwand vermeiden lassen. Die einfache Lösung: die Perspektive oder den Blickwinkel wechseln. Und ja, ein bisschen Bewegung kann dabei auch nicht schaden. Probiert es aus: Wie verändert sich das Foto, wenn ihr in die Knie geht, wenn ihr das Smartphone auf dem Boden aufstellt (gerne sogar verkehrt herum mit der Linse unten!), es hoch über euren Kopf haltet oder euch zum Fotografieren auf eine Mauer stellt? Manchmal entstehen überraschende Effekte, wenn man den Blickwinkel ein wenig verändert.  

Ein toller Fotohack: Buddelt ein Loch in Herzform in den Sand, legt euer Handy rein und knipst ein Foto mit Selbstauslöser ©Jana Kalla

4. Kreative Urlaubsfotos statt 08/15-Selfies: Und Action!

Bitte lächeln! Keine Frage, Selfies von eurer Familie sind nette Grüße in die Heimat – aber irgendwie auch zu gestellt und beliebig. Deshalb unser Tipp: Genauso wie die Fotografin oder der Fotograf beim Knipsen in Bewegung kommen darf, dürfen das auch die kleinen und großen Models. Werdet kreativ – und mutig! Ob gemeinsame Luftsprünge am Strand, ein Wettrennen eurer Kids am Deich, Drehungen mit ausgestreckten Armen im Weizenfeld oder eine wilde Kitzelpartie auf der Wiese – durch Bewegung entstehen echte Momente und Emotionen.

Fotos mit Bewegung wirken viel authentischer als gestellte Selfies. Einige Smartphones haben extra einen Action-Modus ©Kirsten Düspohl

5. Das perfekte Licht für Smartphone-Fotos

Wir haben es schon erwähnt: Der Blitz ist eine Schwachstelle der Handy-Fotografie, denn die Handyfotos wirken schnell überbelichtet und unnatürlich. Auch die Möglichkeiten, Belichtungszeiten, Blenden und Co entsprechend der Lichtverhältnisse abzupassen, sind bei den meisten Smartphones begrenzt. Deshalb ist es wichtig, beim Fotografieren auf das Licht zu achten – und zwar am besten mit Blick auf das Smartphone-Display. Schaut, wie sich die Farben durch das Licht und euren Standort verändern und wo und wie stark die Schatten sind. Hier hilft es ebenfalls, die Position zu verändern oder ein Motiv im Schatten zu wählen. Allgemein gilt: Mittags ist es zwar schön hell, aber Schatten und Kontraste sind zu dieser Tageszeit sehr scharf. Besser gelingen Urlaubsfotos, wenn die Sonne nicht im Zenit steht. Besonders stimmungsvolle Fotos könnt ihr in den sogenannten „goldenen Stunden“ rund um Sonnenaufgang und Sonnenuntergang schießen, wenn das Licht die Farben warm und weich wirken lässt. Die „blaue Stunde“ in der Zeit nach Sonnenuntergang und vor dem Dunkelwerden bietet dabei ganz besonders intensive Lichtstimmungen, die moderne Handykameras heute sehr gut einfangen können.

In der „blauen Stunde“ ist das Licht sanft und der Himmel zeigt sich mitunter in den schönsten Pastellfarben ©Kirsten Düspohl

6. Bildkomposition: Die Drittel-Regel beim Fotografieren mit dem Handy beachten

Die Drittel-Regel ist eine der wichtigsten Regeln beim Fotografieren und lässt sich dank des integrierten Hilfsrasters auch von Hobbyfotografinnen und -fotografen unkompliziert umsetzen. Mit der Rasterfunktion wird das Kamera-Display mithilfe von zwei senkrechten und zwei waagerechten Gitterlinien in neun gleich große Rechtecke unterteilt. Die Idee hinter der Drittel-Regel ist ganz einfach: Urlaubsfotos wirken deutlich interessanter und harmonischer, wenn das Hauptmotiv nicht in der Mitte des Bildes angeordnet ist, sondern wenn sich das Motiv entlang der Rasterlinien ausrichtet. Ein konkretes Beispiel: Der Horizont liegt auf einer waagerechten Rasterlinie und euer Kind/ein Leuchtturm/ein Baum etc. steht genau auf der Schnittstelle zwischen senkrechter und waagerechter Rasterlinie.

Dieses Foto witrkt so spannend und harmonisch, weil es die Drittel-Regel beachtet: Das Auto ist im rechten Drittel angeordnet, Horizont und Laterne liegen auf den Rasterlinien ©M. Moog

7. Vordergrund macht Bild gesund: Wichtige Foto-Regel für bessere Urlaubsfotos

Eine weitere Regel, die sich unter den Foto-Expertinnen und -experten etabliert hat, lautet: Vordergrund macht Bild gesund. Was es damit auf sich hat? Durch ein Objekt im Vordergrund entstehen verschiedene Ebenen, die eine Tiefe im Foto erzeugen. Besonders ausdrucksstark wirkt es, wenn das Objekt nah und groß im Bild zu sehen ist. Dabei kann es sich zum Beispiel um eine Muschel am Strand, eine am Ast baumelnde Olive, eine ins Bild gehaltene Eiswaffel oder das Seitenprofil eures Kindes handeln. Soll dieses Objekt das Hauptmotiv sein, steht es klar im Fokus und die umgebene Landschaft versinkt in einer leichten Unschärfe (Tipp: Mit dem Finger auf dem Kamera-Display auf die Stelle tippen, die scharf sein soll!). Das Objekt muss aber gar nicht das Hauptmotiv sein. Ihr könnt auch die Landschaft im Hintergrund scharf stellen, sodass das Objekt im Vordergrund unscharf wird und nur dazu dient, dem Bild Tiefe zu verleihen.

Vordergrund macht Bild gesund – diese Regel ist einfach umsetzbar und lässt jedes Foto professioneller wirken ©M. Moog

8. Im Fokus eurer Smartphone-Fotos: Kinderfotos im Portrait-Modus

Die meisten Smartphones haben einen Portrait-Modus – und auch der spielt mit der Tiefenschärfe. Beim Portrait-Modus wird das Motiv im Vordergrund gestochen scharf aufgenommen (bei den Profis ist der Fokuspunkt dabei immer das Auge), während der Hintergrund automatisch unscharf und weichgezeichnet wird. Manche Smartphones verfügen über einen Regler, sodass ihr den Grad der Unschärfe selber einstellen könnt.

Euer Kind im Fokus, während der Hintergrund unscharf bleibt – der Portrait-Modus schafft diesen Effekt automatisch ©M. Moog

9. Makrofotografie: Urlaubsfotos im Close-up

Kinderfotos und Familienfotos im Portrait-Modus kennt ihr nun – aber es muss gar nicht immer eine Person im Mittelpunkt stehen. Ihr könnt auch eine hübsche Blume, euren Teller im Restaurant oder einen Schlittschuh vor der Eislaufbahn in den Fokus nehmen. Sogenannte Close-up-Bilder haben oft eine starke und emotionale Aussagekraft. Dafür kann, insbesondere bei kleinen Dingen wie Muscheln oder Oliven auch die sogenannte Makro-Einstellung genutzt werden, die kleine Dinge groß in Szene setzt.

Makro-Modus an und ganz nah ans Motiv – so entstehen spekatkuläre Close-ups ©Таня Микитюк/stock.adobe.com

10. Weit, weiter, Weitwinkel – Handyfotos mit Ultra-Weitwinkel

Bei euren Teenies und auf Instagram sind 0,5-Selfies schon lange ein Trend, aber auch im Urlaub bringt der Weitwinkel spannende Möglichkeiten mit sich. Mit dieser Funktion verändert sich das Bild, nimmt unbekannte, mitunter sogar unrealistische Weiten an. Damit eure Weitwinkelfotos trotzdem stimmig wirken, helfen zum Beispiel klare Linien. Ob Bahngleise, eine Straße, die scharfe Kante eines Hauses oder eine lange Brücke – Linien strukturieren das Foto, lenken den Blick und lassen den Weitwinkel dadurch weniger gigantisch erscheinen.

Gerade Linien verleihen Weitwinkelfotos Struktur ©M. Moog

Bonus-Tipp: Ideen für kreative und lustige Urlaubsfotos mit dem Smartphone

11. Profi-Tipp: Mit diesen Tricks werden eure Smartphone-Fotos zu Kunstwerken

Last but not least haben wir eine große Ladung Inspiration für alle, die mit künstlerischen Urlaubsfotos aus der Masse herausstechen wollen. Unser Tipp: Schult euren Blick und nutzt die Umgebung für wirkungsvolle Effekte.

  • Spiegelung: Ein besonders schönes Stilmittel sind Spiegelungen. Ob spiegelglatte Seen oder Flüsse, selbst kleinste Pfützen (notfalls die Wasserflasche zu Hilfe nehmen!), saubere Autodächer oder eure verspiegelte Sonnen- oder Skibrille – durch die Spiegelung erscheinen Landschaften, Hausfassaden oder eure Kids doppelt auf dem Foto: einmal in natura, einmal gespiegelt.
Seen und Pfützen ohne Wellengang eignen sich am besten für gestochen scharfe Spiegelungen ©Kirsten Düspohl
  • Framing: Eine weitere effektvolle Kompositionstechnik ist das sogenannte Framing. Dabei wird ein Rahmen um das Hauptmotiv gesetzt – und zwar einer, den die Umgebung vorgibt. Das kann eine offene Tür oder ein Fenster sein, durch das ihr das Hauptmotiv fotografiert, aber auch ein Tor, ein Brückenbogen, eine Blumenranke oder die herabhängenden Äste einer Trauerweide. Positioniert euch so, dass euer Fotomotiv auf natürliche Weise wie ein Gemälde eingerahmt wird. Wer sich nicht auf die Natur verlassen möchte, wird selbst aktiv: Eine lustige Foto-Idee ist zum Beispiel ein Rahmen aus Sand oder Schnee. Dafür einfach ein Loch buddeln, das Smartphone mit Selbstauslöser hineinlegen und in die Kamera grinsen.
Ob schmiedeeiserne Brücken, hängende Trauerweiden oder offene Fenster – „natürliche“ Rahmen fürs Framing lassen sich fast überall finden ©Kirsten Düspohl
  • Symmetrie: Vergesst alles, was wir euch über die Drittel-Regel erklärt haben, wenn ihr diese Technik nutzen wollt. Gerade im Urlaub, vor allem bei einer Städtereise, findet ihr Motive, die sich super für symmetrische Bilder eignen. Ob Straßen, Brücken oder Flüsse – stellt euch mittig hin und richtet das Bild mithilfe des Rasters so aus, dass ihr die Symmetrie des Motivs in Szene setzt.
  • Unbeobachtete Momente: Statt Fotos immer nur zu stellen, werdet lieber mal zum heimlichen Paparazzo und fotografiert eure Familienmitglieder im scheinbar unbeobachteten Moment. Oft entstehen dann besonders ausdrucksstarke und authentische Bilder – das kann das im Spiel versunkene Kind, der auf der Sonnenliege schlafende Papa oder die am Marktstand verhandelnde Mutter sein. Unser Tipp: Konzentriert euch bei den Fotos auf eure Familie und Freunde – und fotografiert keine fremden Menschen ohne deren Einwilligung.
In unbeobachteten Momenten entstehen die authentischsten Urlaubsfotos ©M. Moog

Fazit: So gelingen schöne Urlaubsfotos mit dem Smartphone

Hört sich alles ganz schön kompliziert an? Keine Sorge, ihr wollt ja nicht den nächsten Fotowettbewerb gewinnen, sondern nur eure Urlaubsfotos upgraden. Deshalb unser wichtigster Tipp: Probiert euch aus, pickt euch einige unserer Anregungen heraus und integriert sie in euren Urlaubsalltag. Denn viel entscheidender als die perfekte Komposition sind schließlich die Familienmomente, die ihr mit der Smartphone-Kamera einfangt. Und eines ist dabei natürlich auch klar: Je mehr Urlaubsfotos ihr macht und je mehr Übung ihr bekommt, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass ein paar richtig schöne Urlaubserinnerungen dabei sind.

Das könnte dich auch interessieren

Geheimtipp Idrosee: Die ruhige Alternative zum trubeligen Gardasee

Wollt ihr an den Lago di Garda oder den Lago d`Idro? Eines steht fest: Tolle Glampingunterkünfte gibt es an beiden italienischen Seen …

Mit dieser Sitzverlängerung können eure Kinder im Flugzeug richtig gut schlafen

Ein schlafendes Kind im Flugzeug? Ein Traum für die Eltern! Genau deshalb empfehlen wir von Lumao eine Sitzverlängerung für Kinder.

Riesengebirge mit Kindern: Familienabenteuer zwischen Schneekoppe und Baumwipfelpfad

Riesengebirge mit Kindern entdecken: Schneekoppe, Baumwipfelpfad, Mummelfall und Spindlermühle. Unsere Tipps für einen Familienurlaub in Tschechien.

Wolfsburg mit Kindern: Viel mehr als nur „Autostadt“

Eine Städtereise mit Kindern nach Wolfsburg – lohnt sich das? Lumao war da, unser Fazit: Absolut! Mehr über Wolfsburg gibt's hier!

Kommentar verfassen

Meistgelesene Artikel

Auch interessant

Los geht´s

Entdecke mehr von Lumao

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen