Schöne Landschaftsaufnahmen vom Urlaubsort, Familienfotos vorm Sonnenuntergang, spontane Schnappschüsse beim Stadtbummel, Sandburgenbau oder auf der Skipiste … Jede Wette, dass eure Kinder zu keiner Zeit sonst im Jahr so häufig „Cheese“, „Spaghetti“ und „Ameisenscheiße“ rufen wie auf Reisen. Kein Wunder, schließlich sind Familienurlaube rappelvoll mit Momenten, die man festhalten möchte – in der Erinnerung, aber gerne auch im Fotoalbum oder Instagram-Feed.

Schöne Urlaubsfotos mit dem Handy machen: So einfach geht‘s
Die gute Nachricht: Das war noch nie so einfach wie heute. Denn um richtig schöne Urlaubsfotos zu machen, braucht es keine teure Spiegelreflexkamera mehr. Die Kameras moderner Smartphones sind inzwischen so hochentwickelt, dass das ungeübte Auge kaum einen Unterschied erkennt. Unsere Reisejournalistinnen und Fotografen aus der Lumao-Redaktion haben ihre Expertentipps zusammengetan und verraten euch die top Tipps, wie ihr das Beste aus eurer Smartphone-Kamera herausholt und kreative Erinnerungsfotos mit nach Hause bringt.
11 Tipps für Familien- und Kinderfotos im Urlaub
1. Kameralinse vom Smartphone reinigen
Ja, es hört sich banal an, ist aber die Hauptursache für unscharfe Bilder und deshalb zu Recht ganz oben in unserer Liste der Foto-Tipps. Gerade im Urlaub ist die Kameralinse schnell von Sonnencremefingern, Kekskrümeln und Co verschmiert. Deshalb reinigt die Linse vorm Fotografieren mit einem sauberen Mikrofasertuch oder einem Brillenputztuch. Unser Tipp: Besonders praktisch sind die einzeln verpackten Einmal-Brillenputztücher für unterwegs. Zur Not ist das T-Shirt natürlich auch besser, als die Kameralinse gar nicht zu reinigen.

2. Die richtigen Einstellungen eurer Smartphone-Kamera für bessere Urlaubsbilder
Bevor ihr ein Foto knipst, solltet ihr bei den Einstellungen eures Handys einige Punkte beachten:
- Auflösung: Die Regel ist simpel: je höher die Auflösung, desto besser die Bildqualität. Klar, wir alle kennen das Problem mit dem Speicherplatz, aber eine Cloud oder eine Micro-SD-Karte schaffen schnell und kostengünstig Abhilfe. Unsere Empfehlung: Wählt die größtmögliche Auflösung aus.
- Blitz: Schaltet den Blitz aus. Der Smartphone-Blitz beleuchtet nicht nur das Motiv im Vordergrund und schafft dadurch unnatürliche Schatten, sondern wirft gerne auch sein Licht auf herumschwirrende Staubpartikel. Das Ergebnis: Das Bild wirkt verpixelt oder grieselig.
- Zoom: Wovon ihr möglichst noch euren Finger lassen solltet: vom Zoom – vor allem, wenn euer Handy nur einen digitalen und keinen optischen Zoom hat. Unser Tipp: Geht lieber näher ans Motiv ran.
- Rasterfunktion: Bei den meisten Smartphones könnt ihr Gitterlinien aktivieren. Die helfen euch zum einen dabei, den Horizont gerade auszurichten, und zum anderen bei der Einhaltung der „Drittel-Regel“ (dazu mehr in Tipp 6).

3. Perspektiven beim Fotografieren wechseln
Abgeschnittene Füße oder Köpfe, eine Baustelle im Hintergrund oder der Schatten des Fotografen im Vordergrund – viele Fehler beim Fotografieren können sich ohne viel Aufwand vermeiden lassen. Die einfache Lösung: die Perspektive oder den Blickwinkel wechseln. Und ja, ein bisschen Bewegung kann dabei auch nicht schaden. Probiert es aus: Wie verändert sich das Foto, wenn ihr in die Knie geht, wenn ihr das Smartphone auf dem Boden aufstellt (gerne sogar verkehrt herum mit der Linse unten!), es hoch über euren Kopf haltet oder euch zum Fotografieren auf eine Mauer stellt? Manchmal entstehen überraschende Effekte, wenn man den Blickwinkel ein wenig verändert.

4. Kreative Urlaubsfotos statt 08/15-Selfies: Und Action!
Bitte lächeln! Keine Frage, Selfies von eurer Familie sind nette Grüße in die Heimat – aber irgendwie auch zu gestellt und beliebig. Deshalb unser Tipp: Genauso wie die Fotografin oder der Fotograf beim Knipsen in Bewegung kommen darf, dürfen das auch die kleinen und großen Models. Werdet kreativ – und mutig! Ob gemeinsame Luftsprünge am Strand, ein Wettrennen eurer Kids am Deich, Drehungen mit ausgestreckten Armen im Weizenfeld oder eine wilde Kitzelpartie auf der Wiese – durch Bewegung entstehen echte Momente und Emotionen.

5. Das perfekte Licht für Smartphone-Fotos
Wir haben es schon erwähnt: Der Blitz ist eine Schwachstelle der Handy-Fotografie, denn die Handyfotos wirken schnell überbelichtet und unnatürlich. Auch die Möglichkeiten, Belichtungszeiten, Blenden und Co entsprechend der Lichtverhältnisse abzupassen, sind bei den meisten Smartphones begrenzt. Deshalb ist es wichtig, beim Fotografieren auf das Licht zu achten – und zwar am besten mit Blick auf das Smartphone-Display. Schaut, wie sich die Farben durch das Licht und euren Standort verändern und wo und wie stark die Schatten sind. Hier hilft es ebenfalls, die Position zu verändern oder ein Motiv im Schatten zu wählen. Allgemein gilt: Mittags ist es zwar schön hell, aber Schatten und Kontraste sind zu dieser Tageszeit sehr scharf. Besser gelingen Urlaubsfotos, wenn die Sonne nicht im Zenit steht. Besonders stimmungsvolle Fotos könnt ihr in den sogenannten „goldenen Stunden“ rund um Sonnenaufgang und Sonnenuntergang schießen, wenn das Licht die Farben warm und weich wirken lässt. Die „blaue Stunde“ in der Zeit nach Sonnenuntergang und vor dem Dunkelwerden bietet dabei ganz besonders intensive Lichtstimmungen, die moderne Handykameras heute sehr gut einfangen können.

6. Bildkomposition: Die Drittel-Regel beim Fotografieren mit dem Handy beachten
Die Drittel-Regel ist eine der wichtigsten Regeln beim Fotografieren und lässt sich dank des integrierten Hilfsrasters auch von Hobbyfotografinnen und -fotografen unkompliziert umsetzen. Mit der Rasterfunktion wird das Kamera-Display mithilfe von zwei senkrechten und zwei waagerechten Gitterlinien in neun gleich große Rechtecke unterteilt. Die Idee hinter der Drittel-Regel ist ganz einfach: Urlaubsfotos wirken deutlich interessanter und harmonischer, wenn das Hauptmotiv nicht in der Mitte des Bildes angeordnet ist, sondern wenn sich das Motiv entlang der Rasterlinien ausrichtet. Ein konkretes Beispiel: Der Horizont liegt auf einer waagerechten Rasterlinie und euer Kind/ein Leuchtturm/ein Baum etc. steht genau auf der Schnittstelle zwischen senkrechter und waagerechter Rasterlinie.

7. Vordergrund macht Bild gesund: Wichtige Foto-Regel für bessere Urlaubsfotos
Eine weitere Regel, die sich unter den Foto-Expertinnen und -experten etabliert hat, lautet: Vordergrund macht Bild gesund. Was es damit auf sich hat? Durch ein Objekt im Vordergrund entstehen verschiedene Ebenen, die eine Tiefe im Foto erzeugen. Besonders ausdrucksstark wirkt es, wenn das Objekt nah und groß im Bild zu sehen ist. Dabei kann es sich zum Beispiel um eine Muschel am Strand, eine am Ast baumelnde Olive, eine ins Bild gehaltene Eiswaffel oder das Seitenprofil eures Kindes handeln. Soll dieses Objekt das Hauptmotiv sein, steht es klar im Fokus und die umgebene Landschaft versinkt in einer leichten Unschärfe (Tipp: Mit dem Finger auf dem Kamera-Display auf die Stelle tippen, die scharf sein soll!). Das Objekt muss aber gar nicht das Hauptmotiv sein. Ihr könnt auch die Landschaft im Hintergrund scharf stellen, sodass das Objekt im Vordergrund unscharf wird und nur dazu dient, dem Bild Tiefe zu verleihen.

8. Im Fokus eurer Smartphone-Fotos: Kinderfotos im Portrait-Modus
Die meisten Smartphones haben einen Portrait-Modus – und auch der spielt mit der Tiefenschärfe. Beim Portrait-Modus wird das Motiv im Vordergrund gestochen scharf aufgenommen (bei den Profis ist der Fokuspunkt dabei immer das Auge), während der Hintergrund automatisch unscharf und weichgezeichnet wird. Manche Smartphones verfügen über einen Regler, sodass ihr den Grad der Unschärfe selber einstellen könnt.

9. Makrofotografie: Urlaubsfotos im Close-up
Kinderfotos und Familienfotos im Portrait-Modus kennt ihr nun – aber es muss gar nicht immer eine Person im Mittelpunkt stehen. Ihr könnt auch eine hübsche Blume, euren Teller im Restaurant oder einen Schlittschuh vor der Eislaufbahn in den Fokus nehmen. Sogenannte Close-up-Bilder haben oft eine starke und emotionale Aussagekraft. Dafür kann, insbesondere bei kleinen Dingen wie Muscheln oder Oliven auch die sogenannte Makro-Einstellung genutzt werden, die kleine Dinge groß in Szene setzt.

10. Weit, weiter, Weitwinkel – Handyfotos mit Ultra-Weitwinkel
Bei euren Teenies und auf Instagram sind 0,5-Selfies schon lange ein Trend, aber auch im Urlaub bringt der Weitwinkel spannende Möglichkeiten mit sich. Mit dieser Funktion verändert sich das Bild, nimmt unbekannte, mitunter sogar unrealistische Weiten an. Damit eure Weitwinkelfotos trotzdem stimmig wirken, helfen zum Beispiel klare Linien. Ob Bahngleise, eine Straße, die scharfe Kante eines Hauses oder eine lange Brücke – Linien strukturieren das Foto, lenken den Blick und lassen den Weitwinkel dadurch weniger gigantisch erscheinen.

Bonus-Tipp: Ideen für kreative und lustige Urlaubsfotos mit dem Smartphone
11. Profi-Tipp: Mit diesen Tricks werden eure Smartphone-Fotos zu Kunstwerken
Last but not least haben wir eine große Ladung Inspiration für alle, die mit künstlerischen Urlaubsfotos aus der Masse herausstechen wollen. Unser Tipp: Schult euren Blick und nutzt die Umgebung für wirkungsvolle Effekte.
- Spiegelung: Ein besonders schönes Stilmittel sind Spiegelungen. Ob spiegelglatte Seen oder Flüsse, selbst kleinste Pfützen (notfalls die Wasserflasche zu Hilfe nehmen!), saubere Autodächer oder eure verspiegelte Sonnen- oder Skibrille – durch die Spiegelung erscheinen Landschaften, Hausfassaden oder eure Kids doppelt auf dem Foto: einmal in natura, einmal gespiegelt.

- Framing: Eine weitere effektvolle Kompositionstechnik ist das sogenannte Framing. Dabei wird ein Rahmen um das Hauptmotiv gesetzt – und zwar einer, den die Umgebung vorgibt. Das kann eine offene Tür oder ein Fenster sein, durch das ihr das Hauptmotiv fotografiert, aber auch ein Tor, ein Brückenbogen, eine Blumenranke oder die herabhängenden Äste einer Trauerweide. Positioniert euch so, dass euer Fotomotiv auf natürliche Weise wie ein Gemälde eingerahmt wird. Wer sich nicht auf die Natur verlassen möchte, wird selbst aktiv: Eine lustige Foto-Idee ist zum Beispiel ein Rahmen aus Sand oder Schnee. Dafür einfach ein Loch buddeln, das Smartphone mit Selbstauslöser hineinlegen und in die Kamera grinsen.

- Symmetrie: Vergesst alles, was wir euch über die Drittel-Regel erklärt haben, wenn ihr diese Technik nutzen wollt. Gerade im Urlaub, vor allem bei einer Städtereise, findet ihr Motive, die sich super für symmetrische Bilder eignen. Ob Straßen, Brücken oder Flüsse – stellt euch mittig hin und richtet das Bild mithilfe des Rasters so aus, dass ihr die Symmetrie des Motivs in Szene setzt.
- Unbeobachtete Momente: Statt Fotos immer nur zu stellen, werdet lieber mal zum heimlichen Paparazzo und fotografiert eure Familienmitglieder im scheinbar unbeobachteten Moment. Oft entstehen dann besonders ausdrucksstarke und authentische Bilder – das kann das im Spiel versunkene Kind, der auf der Sonnenliege schlafende Papa oder die am Marktstand verhandelnde Mutter sein. Unser Tipp: Konzentriert euch bei den Fotos auf eure Familie und Freunde – und fotografiert keine fremden Menschen ohne deren Einwilligung.

Fazit: So gelingen schöne Urlaubsfotos mit dem Smartphone
Hört sich alles ganz schön kompliziert an? Keine Sorge, ihr wollt ja nicht den nächsten Fotowettbewerb gewinnen, sondern nur eure Urlaubsfotos upgraden. Deshalb unser wichtigster Tipp: Probiert euch aus, pickt euch einige unserer Anregungen heraus und integriert sie in euren Urlaubsalltag. Denn viel entscheidender als die perfekte Komposition sind schließlich die Familienmomente, die ihr mit der Smartphone-Kamera einfangt. Und eines ist dabei natürlich auch klar: Je mehr Urlaubsfotos ihr macht und je mehr Übung ihr bekommt, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass ein paar richtig schöne Urlaubserinnerungen dabei sind.














