Wir lieben es, in die Ferne zu fliegen. Thailand, Aruba, Australien – mein Sohn ist knapp neun Jahre alt und hat mittlerweile 102 Flüge hinter sich. Als er noch ganz klein war, haben wir nach einer Lösung gesucht, um es ihm im Flieger möglichst bequem zu machen. Und sind dabei auf eine aufblasbare Sitzverlängerung* gestoßen, die uns seither auf jedem Flug begleitet hat.
Was genau ist eine Flugzeug-Sitzverlängerung?
Sitzverlängerung klingt erst einmal sperrig. Das ist sie aber ganz und gar nicht. Tatsächlich handelt es sich dabei um ein faltbares Kissen, das sich aufpusten lässt. Es wird dann in die Lücke zwischen dem eigenen Sitz und dem Vordersitz gedrückt. Dadurch verwandelt sich der eigentliche Sitzplatz in eine kleine Liegefläche, sodass das Kind die Beine ausstrecken oder sich sogar ganz hinlegen kann. Der Sitz wird quasi zu einem Bett für Kinder.
Ist das aufblasbare Kissen im Flugzeug für Kinder bequem?
Aber sowas von! Mein Sohn kann sich mittlerweile zwar nicht mehr komplett lang machen. Meistens schläft er nun mit dem Kopf an mich oder das Fenster angelehnt und hat seine Beine angewinkelt auf dem Kissen liegen.
Da ich selber viel besser schlafen kann, wenn ich die Beine hochlege, haben wir mittlerweile sogar ein zweites Kissen angeschafft und wir machen uns dann – natürlich im Rahmen eines engen Flugzeugs – eine richtige Liegewiese.

Ist die Sitzverlängerung für Kinder praktisch auf Reisen?
Oh ja! Es gibt viele Gründe, warum wir unsere Sitzverlängerung so lieben und sogar auf kürzeren Flügen immer dabei haben:
- Sie wiegt nur 350 Gramm und lässt sich ganz klein zusammenfalten. Ideal, wenn man im Urlaub viel herumreisen möchte.
- Durch die extra großen Ventile lässt sich unser Kissen ruckzuck aufpusten und ebenso schnell wieder entleeren. Für manche Sitzverlängerungen braucht man eine Luftpumpe. Und die will man auf Reisen ja nun wirklich nicht mitschleppen!
- Da der Abstand zum Vordersitz je nach Airline variiert, kann man das Kissen entweder stärker oder weniger aufblasen – so passt es in jedem Fall in die Lücke. Der Vordermann kann seine Rückenlehne übrigens trotzdem ohne Probleme zurückstellen.
- Spielsachen, Snacks und Schnuller fallen nicht mehr auf den Boden, sondern landen auf dem Kissen. Das nervige Rumgesuche unter engen Flugzeugsitzen entfällt somit.
- Die aufblasbare Fußstütze lässt sich sehr gut reinigen, falls beim Essen und Trinken mal etwas daneben gehen sollte.
- Kleinkinder können trotz Liegeposition angeschnallt werden (am besten immer über der Decke, damit die Flugbegleiterinnen oder Flugbegleiter den Gurt sehen können) und bei leichten Turbulenzen einfach weiterschlafen.
Übrigens: Falls ihr nicht mit dem Flugzeug in den Urlaub startet, kann man das Kissen auch prima im Auto oder in der Bahn verwenden.

Ist die aufblasbare Fußstütze im Flugzeug erlaubt?
Einige Airlines erlauben die Benutzung von Sitzverlängerungen aus Sicherheitsgründen nicht, da Fluchtwege blockiert werden könnten oder die Schwimmwesten unter dem Sitz nicht mehr frei zugänglich sind. Bei vielen Fluggesellschaften kann man auf der Webseite vorab nachlesen, ob Sitzverlängerungen zugelassen sind. Wir sind auf den 102 Flügen bislang nur ein einziges Mal von einer Stewardess darauf hingewiesen worden, dass wir das Kissen nicht am Gangplatz nutzen dürfen, um den Fluchtweg frei zu halten. Ansonsten konnten wir es immer ohne Problem nutzen. Grundsätzlich muss die Fußstütze während des Starts und der Landung verstaut werden.
Unser Fazit: Mit der Sitzverlängerung schlafen Kinder im Flugzeug einfach besser
20 Euro hat uns unsere Sitzverlängerung gekostet – und sie ist wirklich jeden Cent wert. Es gibt auch teurere Modelle auf dem Markt, unser Kissen von Homca* hält aber schon seit Jahren und sieht immer noch top aus. Von daher kann ich es wirklich allen Eltern, die viel mit ihren Kindern fliegen, wärmstens empfehlen.
Noch mehr Tipps, wie Kinder im Flugzeug gut schlafen können
Neben der Sitzverlängerung gibt es ein noch ein paar weitere, bewährte Tricks, mit denen Kinder im Flieger noch schneller und entspannter zur Ruhe kommen:
- Vor dem Boarding auspowern: Nutzt die Zeit am Gate oder einen Spielbereich am Flughafen, um euer Kind vor dem Boarding noch einmal richtig auspowern zu lassen.
- Den passenden Sitzplatz sichern: Lasst euer Kind am Fenster sitzen. Da kann es nicht nur die Wolken und die Miniatur-Landschaft bewundern, sondern sich beim Schlafen auch wunderbar gegen die Flugzeugwand anlehnen. Außerdem wird es nicht durch vorbeigehende Passagiere gestört.
- Zwiebellook anziehen: Die Temperatur im Flieger schwankt oft zwischen eiskalt und stickig-warm. Wir ziehen unserem Sohn daher immer eine gemütliche Jogginghose und mehrere bequeme Schichten Oberbekleidung an. So können wir schnell auf Temperaturunterschiede reagieren. Auch Kuschelsocken sind immer eine gute Idee – mit kalten Füßen schläft es sich schlecht.
- Kopfkissen oder Kuscheltier mitnehmen: Kuschelkissen – oder Tier nehmen wir gerne mit in die Flugzeugkabine, um es unserem Sohn ein wenig gemütlicher zu machen. Der gewohnte Duft sorgt zusätzlich für ein heimeliges Gefühl beim Einschlafen.
- Die richtige Flugzeit wählen: Wenn ihr Langstrecke fliegt, sind Nachtflüge ideal. Die Zeit vergeht dabei wortwörtlich wie im Flug. Nach dem Start gibt es meist zügig Abendessen, danach wird das Kabinenlicht gedimmt. Der natürliche Biorhythmus erledigt das Müdewerden und Einschafen dann fast von allein.
- Der Decken-Gurt-Trick: Schnallt den Sicherheitsgurt unbedingt immer über der Decke fest. So muss die Crew euch bei Turbulenzen nicht wecken, um den geschlossen Gurt zu kontrollieren.
- Bildschirm-Auszeit vor dem Schlafen: Das Inseat-Entertainment ist für kleine Kinder wie Las Vegas für Erwachsene – pure Reizüberflutung. Schaltet die Monitore ungefähr eine Stunde vor der gewünschten Schlafenszeit aus, damit euer Kind zur Ruhe kommen kann. Wenn euer Kind Hörspiele mag und damit gut einschlafen kann, funktioniert das meistens recht gut, um die aufregende Außenwelt abzuschotten.
- Lärmschutz nutzen: Die dauerhaften Triebwerksgeräusche, Durchsagen aus dem Cockpit und andere unbekannte Stimmen von Passagieren können Kindern das Einschlafen ganz schön erschweren. Spezielle Noise-Cancelling-Kopfhörer können helfen zur Ruhe zu kommen. Alternativ hat bei uns auch immer ein Kissen auf dem Ohr geholfen. Und ganz viel Kuscheln narürlich.
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