„Pizza, Pizza, Pizza, Jannis!“, ruft Tassio unserem fast vierjährigen Sohn zu, der gerade wackelig, aber flink auf ihn zusaust. Der Skilehrer möchte ihn nicht in die italienische Kochkunst einweihen, sondern bringt ihm bei, auf Skiern zu bremsen. Die Schneebedingungen sind perfekt, die Pisten angenehm leer und der Lernpark Saanenmöser ideal, um die ersten Versuche zu wagen.

Es ist Mitte März, und wir verbringen eine Woche in der Schweiz, um die beiden Regionen Gstaad Saanenland und Adelboden-Lenk-Kandersteg zu erkunden. Wir werden skifahren, klar. Da jedoch neben meinem Mann und Jannis auch unser Baby dabei ist, haben wir auch Aktivitäten abseits der Pisten eingeplant.

Total familienfreundlich: die Skigebiete im Berner Oberland
Unsere erste Station – Gstaad Saanenland – liegt im malerischen Berner Oberland und ist bekannt für die atemberaubende Alpenlandschaft und seine charmanten Dörfer. Gstaad, das elegante Herzstück der Region, bezaubert mit seinen Gassen vor spektakulärer Bergkulisse.

Im Winter verwandelt sich das Saanenland in ein wahres Winterwunderland. Familienfreundliche Skigebiete bieten sanfte, breite Pisten für Anfängerinnen und Anfänger und spezielle Skikurse für Kinder – so kann die ganze Familie gemeinsam das Skifahren entdecken. Außerdem warten Rodelpisten und wunderschöne Routen für Schneeschuhwanderungen.

Wir haben uns in der modern gestalteten Jugendherberge Saanen-Gstaad einquartiert, einem Ort, in dem wir uns gestern auf Anhieb wohlgefühlt haben. Der Gemeinschaftsraum ist schön und hell, der Kinderspielraum ein Paradies für Kids.

„Ich schlafe hier unten!“, verkündet Jannis entschlossen, als er den Kinderspielraum unter die Lupe nimmt. „Schau dir erst mal das coole Hochbett im Zimmer an!“, schlägt die Rezeptionistin zwinkernd vor – und überzeugt ihn sofort. Unser Zimmer mit eigenem Bad, Dusche und einem großen Panoramafenster begeistert meinen Mann: „Gibt’s den Bergblick auch zum Mitnehmen?“
Familienurlaub im Winter in der Schweiz – Abenteuer im Berner Oberland
Mit der Gstaad-Card, der kostenlosen Gästekarte, können wir alle öffentlichen Transportmittel der Region nutzen und erreichen so unkompliziert die Skischule. Kurz darauf steht Jannis auf Skiern und übt auf spielerische Art mit verschiedenen Hilfsmitteln – mit Kuscheltieren und bunten Ringen – ein Gefühl für die Bretter an seinen Füßen zu entwickeln.

Meine anfänglichen Sorgen, dass Jannis mit 3 Jahren noch zu jung zum Skifahren sein könnte, lösen sich in Luft auf und verwandeln sich in mütterlichen Stolz. „Kinder mit drei bis vier Jahren spielerisch ans Skifahren heranzuführen, ist ideal“, verrät Tassio, der schon viele Jahre als Skilehrer arbeitet. „So weckt man Begeisterung und führt sie langsam an die Technik heran“, ergänzt er, während er Jannis Skier graderückt. Die Augen unseres Sohnes funkeln, er hat rote Wangen. Als Tassio ihm später noch einen Riegel Ovomaltine-Schokolade schenkt, ist er überglücklich, aber auch hundemüde.

In Gedanken sitze ich immer noch im blubbernden Außenwhirlpool des Sportzentrum Gstaad, als mich mein Sohn aus den Erinnerungen an den Vorabend reißt und aufgeregt aus dem Fenster des Busses auf eine Seilbahn deutet: „Wir sind fast da! Der Berg ist bestimmt 300 Meter hoch!“ Die Frau vor uns dreht sich schmunzelnd um: „Sogar 3.000 Meter hoch, kleiner Herr“, sagt sie fast ein wenig stolz und zieht die Skischuhe fest.

Überwältigend: Glacier 3000 mit dem Peak Walk bei Tissot
Glacier 3000 ist ein bekanntes Ski- und Freizeitgebiet in den Schweizer Alpen. Wir schweben mit der Gondel hinauf, vorbei an den Spitzen schneebedeckter Tannen. Zugegeben: Auch mir kribbelt es in den Händen und Füßen, als wir oben aussteigen. Klack, klack, klack, überall klicken die Skischuhe in die Bretter ein und Skifahrerinnen und Skifahrer rauschen vorbei. „Ich will auch Skifahren gehen!“, jammere ich gespielt leidend. Gleichzeitig bin ich wie hypnotisiert von der spektakulären Aussicht.

Bei schönstem Sonnenschein steigen wir die Treppen zum „Peak Walk by Tissot“ hoch. Die 107 Meter lange Hängebrücke verbindet zwei Alpengipfel und ist nichts für zarte Gemüter. Ohne zu zögern, greift Jannis meine Hand und läuft voraus. Die Brücke schwingt dezent, die Sonne wärmt trotz eisiger Kälte die Gesichtshaut und das entfernte Flattern der Schweizer Flagge klingt wie Musik in unseren Ohren. Es ist wunderwunderschön, denke ich ehrfürchtig. Was für eine gigantische Aussicht! We are on top of the world!

„Können wir Saanis Rätsel bald wieder machen?“, fragt Jannis am nächsten Tag und blinzelt nachdenklich aus dem riesigen Panoramafenster des Zuges. Der Themenwanderweg „Saanis Klangerlebnis“ mit seinen Aufgaben hat ihn nachhaltig beeindruckt. Nun sitzen wir im GoldenPass Express und die Aussicht ist so herrlich, dass ich nichts dagegen hätte, den ganzen Tag nur mit dem Zug durch die Schweiz zu fahren. Das ginge theoretisch wirklich, denn wir reisen ganz entspannt mit der Swiss Travel Card. Das ist eine spezielle Fahrkarte, die unbegrenzte Reisen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in der gesamten Schweiz ermöglicht.

Ziel für Familien: Adelboden-Lenk-Kandersteg in der Schweiz
Der Zug bringt uns in unsere zweite Tourismusregion: Adelboden-Lenk-Kandersteg. Ebenfalls im Berner Oberland gelegen, beeindruckt diese Region besonders durch ihre traumhaft schöne alpine Landschaft und eine Vielzahl von Freizeitmöglichkeiten sowohl für Winter- als auch für Sommerurlauberinnen und -urlauber.

Es gibt malerische Wander- und Radwege, spektakuläre Skigebiete und überwältigende Bergpanoramen. In den Skigebieten warten kreative Übungs- und Funparks auf kleine Nachwuchsgäste. „Die Gegend ist besonders familienfreundlich und ein wahres hidden gem!“, verrät Anja Sterchi vom Tourismusverband.

Nächster Programmpunkt: Käse-Fondue essen – aber nicht irgendwo, sondern in einem Iglu. Als wir das hausgroße Iglu betreten, steigt uns schon der schmelzige Geruch vom Käse in die Nase. Wir lassen unsere Blicke über die eisigen Wände klettern und bewundern die Kunst. „Was für ein besonderes Erlebnis!“, staune ich laut. Wir bekommen warmen Punsch und unser Fondue-Set. Schnell haben wir den Dreh raus und dippen unser aufgespießtes Brot in den heißgeschmolzenen Käse, bis er lange Fäden zieht. Hmmm … perfekt, nach einem langen Skifahrvormittag!

Top Unterkunft für Eltern und Kinder: das Frutigresort in Frutigen
In Adelboden-Lenk-Kandersteg wohnen wir im Frutigresort in Frutigen und wissen vor spannenden Familienangeboten gar nicht, was wir zuerst machen sollen.

Jannis verbringt jede freie Sekunde im unterirdischen Tunnelsystem des wohl coolsten Spielplatzes ganz Europas, Fabian freut sich während des Frühstücks schon aufs köstliche Abendessen und ich würde mit unserem Baby auch gern mal eine ruhige Minute auf dem Balkon entspannen oder im hoteleigenen Schwimmbad abtauchen. Aber es gibt einfach so viel zu entdecken …

„Du fährst gemächlich auf unserer Genusspiste namens Weiße Perle und Jannis und ich üben hier im Kinderland“, sagt Skilehrerin Manuela. Wenige Minuten später cruise ich tatsächlich durch die bezaubernde Winterlandschaft, während Fabian sich mit dem Baby im Schlepptau durch die Speisekarte der Berghütte schlemmt.

Während der puderweiche Schnee leise unter meinen Skiern knirscht, grinse ich über beide Ohren und genieße für einen kurzen Moment die Einsamkeit und die scheinbar unendliche Freiheit. Auch Jannis Unterricht verläuft erfolgreich, und die anschließende Bärenportion Pommes in der Berghütte ist redlich verdient. Die Kellnerin mit ihrem charmanten Schweizer Dialekt zwinkert: „Unser Skigebiet ist natürlich das beste zum Lernen!“ Tatsächlich gehört Elsigen-Metsch zu einer Skiregion mit insgesamt 200 Pistenkilometern und 63 Anlagen.

Schweiz mit Kindern erleben: Winterurlaub im Berner Oberland
Auf der Rückfahrt im Kinderabteil der Bahn lassen wir die Woche Revue passieren. „Es stimmt, die Tourismusregion ist wirklich ein verstecktes Juwel! Und wie gut angebunden alles war“, schwärmt Fabian. „Mama, gibt es in Berlin auch so blaue Seen?“, möchte Jannis wissen und denkt an unseren Besuch im Naturpark Blausee.

Ich erkläre ihm, dass es so traumhaft blaue Seen bei uns nicht gibt und füge in Gedanken hinzu: Und so wunderschön weißglitzernde, breite Skipisten leider auch nicht. Ich sehe unser Baby an und frage mich, wann er wohl das erste Mal auf den Brettern die Berge hinuntersausen wird. Jannis hat auf jeden Fall großen Gefallen am Skifahren gefunden und fragt schon jetzt: Wann fahren wir denn endlich wieder in die Schweiz?

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