Wohnmobilurlaub mit Kindern: die wichtigsten Tipps

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Mit der Familie im Wohnmobil durch Deutschland oder Europa fahren. Anhalten, wo es am schönsten ist, bleiben, wo es einem gefällt. Klingt schön? Ist es auch – vorausgesetzt, ihr kennt die wichtigsten Tipps.

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Familienferien im Wohnmobil – das riecht nach Freiheit und Abenteuer, nach viel Grün und ganz viel Nähe. Aber ist so ein Wohnmobilurlaub mit der Familie wirklich schön und erholsam? Wir sagen: ja! Ignoriert Sätze wie „Ich möchte doch nicht auch noch im Urlaub den Kochlöffel schwingen!“ Ja, es gibt eine Menge an Einwänden: Zu wenig Platz! Nicht komfortabel genug! Den ganzen Tag hängen alle aufeinander – auf ein paar Quadratmetern! Und Zeit zu zweit hat man in so einem Wohnmobilurlaub auch nicht! Aber dann sitzt man mit einem Wein in der Hand am knisternden Lagerfeuer, während die Kinder gleich nebenan schlummern – und man spürt kleine Begeisterungswellen in sich aufsteigen.

Die Kinder schlafen, das Feuer knistert: Zeit für Zeit zu zweit! ©M.Amme

Supergemütlich: Familienferien im Wohnmobil

Am liebsten würden wir das allen Eltern auf die Nase binden. Aber wir verstehen natürlich: Wer noch nie mit so einem Vehikel unterwegs war, hat jede Menge Fragen. Was für ein Fahrzeug ist das richtige für mich? Werden wir so ein großes Ding überhaupt fahren können? Welche Regionen oder Länder eignen sich am besten für einen ersten Wohnmobil-Trip mit dem Nachwuchs? Und: Ist es nicht doch unglaublich nervig, seinen Urlaub mit der ganzen Familie auf ein paar Quadratmetern zu verbringen?
Wir versuchen mal, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, zuerst in Bezug auf die Wahl des Wohnmobils. Es gibt eine unendliche Vielzahl an Fahrzeugen: vom ausgebauten Kastenwagen über Campingbusse und Wohnwagen bis hin zu busgroßen Reisemobilen.

Welches Wohnmobil ist das richtige?

Doch welches Modell ist das richtige? Die gute Nachricht zuerst: 85 Prozent aller Wohnmobile könnt ihr mit einem normalen B-Führerschein fahren (alle bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 t). Welcher Camper zu euren Bedürfnissen und Interessen passt, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab: von der Anzahl der Mitreisenden zum Beispiel, vom Budget, vom Anspruch und auch davon, wo es hingehen soll.

Groß oder klein, selbstausgebaut oder Serienfahrzeug – all das ist auch eine Budgetfrage ©_jure/stock.adobe.com

Möchtet ihr als vierköpfige Familie im Sommer von Campingplatz zu Campingplatz tingeln, braucht ihr möglicherweise weniger Platz und könnt vielleicht auch auf Dusche und WC verzichten. Dann wäre eventuell ein kleiner Camper passend, zum Beispiel ein ausgebauter Kastenwagen. Der Vorteil: So ein Modell fährt sich fast wie ein PKW. Die Nachteile: Beim Schlafen und Kochen müsst ihr Abstriche machen. Meist sind solche Fahrzeuge mit platzsparenden Betten ausgestattet, die tagsüber als Tisch und Sitzbank dienen und abends umgebaut werden. So eine Variante ist immer mit viel Action verbunden. Da hilft es, ein zusätzliches Zelt mitzunehmen.

Kinder lieben die Nächte im Wohnmobil – ganz egal, in was für einem Bett sie schlafen ©stock.adobe.com/Tomsickova

Ein Alkoven: praktisch, aber groß

Wollt ihr unabhängig sein und könnt ein wenig mehr investieren? Dann kommt auch ein größeres Fahrzeug infrage, zum Beispiel ein Alkoven, die sind für Familien top. Sie bieten ein Bett über der Fahrerkabine (das zudem eine richtig kuschelige Höhle ist) und viel Platz. Allerdings sind Alkoven auch breiter und höher als normale PKW, da muss man sich erstmal dran gewöhnen. Unser Tipp: Macht eventuell vorher eine Probefahrt. Das hilft dabei, ein Gefühl für diese Urlaubsform und das Fahrzeug zu entwickeln.

Das optimale Gefährt für Familien: der Alkoven mit dem Bett über dem Fahrerhaus ©M.Amme

Wohnmobilurlaub mit Kindern: Was muss ich mitnehmen?

Natürlich gibt es noch weitere Faktoren, die dazu beitragen, dass der Urlaub mit dem Wohnmobil erholsam und schön wird: die richtige Ausrüstung beispielsweise. Wer möchte oder größere Kinder im Schlepptau hat, kann noch ein kleines Zelt mitnehmen und aufstellen. Das finden viele Kids großartig. Für uns sind vernünftige Stühle Pflicht. Labberige Campingfaltstühle sind zwar leicht zu verstauen und nehmen kaum Platz weg, sie sind aber furchtbar unbequem – und können einem glatt den Urlaub verderben. Daher achtet darauf, dass gepolsterte Campingstühle an Bord sind, am besten die mit hoher Lehne und zum Zusammenklappen. Ebenfalls ganz wichtig: ein Tarp bzw. ein Sonnensegel, mit dem ihr ein schönes Schattenplätzchen zaubern könnt. Außerdem noch: Hörbücher für unterwegs, Spiele für Regenwetter, Wasserspielzeug, eine Wäscheleine etc.

Ein Platz, zum Bleiben schön ©stock.adobe.com/Bernd Kröger

Ansonsten könnt ihr euch mit dem Einpacken zurückhalten. Die Hälfte von dem, was man mitnimmt, bringt man in der Regel ungetragen wieder mit nach Hause. Denn wer im Wohnmobil durch die Lande reist, trägt meist seine Lieblingskleidung.

Ferien im Camper: günstig oder teuer?

Noch so eine Frage, die immer wieder gestellt wird: Ist so ein Wohnmobilurlaub eigentlich eher teuer oder günstig? Auch das hängt von vielen Faktoren ab. Welches Fahrzeug mietet ihr? Wohin soll‘s gehen? Generell kann man sagen: Ganz günstig ist so ein Wohnmobilurlaub nicht. Neben der Fahrzeugmiete fallen natürlich noch weitere Kosten an – für Benzin und eventuell für Fährpassagen, außerdem zahlt man die Stellplätze, geht auch mal essen und Sehenswürdigkeiten besichtigen – das läppert sich.

Wer seinen Camper auf eine Fähre rollen lässt, hat das Urlaubsbudget schon mal ordentlich belastet ©M.Amme

Top Ziele für Familien

Natürlich ist das auch vom Land abhängig, Skandinavien ist ja ohnehin teurer. Aber: Die nordischen Länder sind für Camper ein Traum! Bei Familien steht Dänemark zum Beispiel hoch im Kurs. Die Campingplätze sind super ausgestattet, es gibt Spielplätze und erstklassige Sanitäranlagen, zudem ist das Land total fortschrittlich: Es gibt zum Beispiel mitunter Wickeltische im Damen- und Herrenbereich.

Sicher und heute oft auch sehr komfortabel – Campingplätze als Stellplatz für das Wohnmobil ©www.push2hit.de/stock.adobe.com

Auch ein Highlight für Eltern und Kinder: Schweden mit seiner plüschgrünen Natur, den Seen, dem Meer – und dem Allemannsrätt. Das gestattet jedem, überall in der freien Natur zu campen, vorausgesetzt, man stört weder Natur noch Privatbesitz und hinterlässt keine Spuren. In Italien gibt es erstklassige Campingplätze direkt am Meer, und auch Deutschland hat aufgeholt. Hier findet ihr das ganze Spektrum – vom einsamen Naturcampingplatz am See bis zur großen Anlage mit Spa und Animationsprogramm.

Tipp: frühzeitig buchen!

Die beliebten Plätze sind aber schon mitunter ein Jahr im Voraus ausgebucht – gerade an Nord- und Ostsee und in Bayern. Ganz anders in Skandinavien: Hier könnt ihr einfach mit eurem Gefährt vorfahren – und ergattert in der Regel auch noch am Nachmittag ein lauschiges Plätzchen.

Das löst Glücksgefühle aus: Kochen vor zauberhafter Kulisse ©stock.adobe.com/photoschmidt

Dann kann man dort Tisch und Stühle auf den moosigen Boden stellen, vielleicht einen Kaffee trinken und seine Blicke über die Kulisse wandern lassen. Mitunter dauert es nur ein paar Minuten, bis eure Kinder neue Freunde gefunden haben. Die Tür geht auf – und schwupps, erkunden sie die Umgebung. Schauen um diese und um jene Ecke – und sind manchmal stundenlang mit anderen Kindern unterwegs. Ja, und dann hat man doch Zeit zu zweit, manchmal sogar weit mehr, als man gedacht hätte …

Urlaub im Wohnmobil: Freiheit pur

Natürlich ist ein Wohnmobilurlaub nicht so komfortabel wie Ferien im Hotel oder Ferienhaus. Ja, ihr müsst aufräumen, saubermachen und kochen. Bei Dauerregen kann euch auch mal die Decke auf den Kopf fallen. Aber: Dafür seid ihr total flexibel und frei. Ihr könnt anhalten, wo es euch gefällt, könnt am Straßenrand einen Snack zubereiten und auf einem lauschigen Parkplatz am Waldrand einen Mittagsschlaf einlegen. A propos schlafen: Manche Kinder schlafen nirgendwo so gut wie im Wohnmobil!

Schöner kann man kaum stehen: ein lauschiger Stellplatz in Südschweden ©M.Amme

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