Der Roadtrip im Überblick
Route: Kiel – Blåvand – Saltum – Aarhus – Kiel
Dauer: 8 Tage
Gefahrene Kilometer: ca. 1.000 km
Camper: Road House von Roadsurfer, ein Kastenwagen mit Aufstelldach und vier Schlafplätzen
Campingplätze: Hvidbjergstrand Superior Camping & Resort in Blåvand, Jambo Feriepark in Saltum, DCU-Camping Aarhus-Blommehaven in Aarhus
Familienhighlights entlang der Route: Autostrand von Blokhus, Freizeitpark Fårup Sommerland mit Aquapark, Freilichtmuseum Gamble By in Aarhus

Eine Reportage von Birgit Durak
„Das ist Elsa“, lautet die herzliche, wenn auch knappe Vorstellung unserer Reisebegleitung für die nächsten acht Tage. Ich gebe zu: Ich bin nervös, aufgeregtes Herzklopfen inklusive. Aber in mir kribbelt es auch vor Vorfreude auf dieses Abenteuer. Bevor es zu Missverständnissen kommt: Elsa ist keine flüchtige Urlaubsbekanntschaft. Elsa ist ein Camper vom Typ Road House, genauer gesagt: ein Kastenwagen mit Aufstelldach und genug Platz für mich, meinen Mann Christian und unseren Sohn Tjark (13). Witzigerweise haben die Camper an der Verleih-Station von Roadsurfer in Kiel einen Namen – so macht man das ja gerne mal bei Dingen, die einem am Herzen liegen. Und Elsa wird uns in dieser Woche ans Herz wachsen. Zugegeben, sie wird uns auch zum Fluchen bringen, doch dazu später mehr.

Toller Camper für Familien: der Kastenwagen Road House
Der Anfang ist aufregend. Die Einweisung des Campers erfolgt über digitale Tutorials – smart, aber auch ein wenig überfordernd. Kein Wunder, wir sind absolute Roadtrip-Neulinge und müssen uns, so unser Teenager-Sohn, „erstmal ins Vanlife eingrooven“. Elsa macht uns das leicht, denn ein erster Blick verrät, dass der weiße Kastenwagen den Komfort einer stylischen Mini-Ferienwohnung bietet: vier Sitz- und Schlafplätze, Küchenzeile, Tisch, kleines Duschbad und viele, viele Staufächer – das alles auf 5,4 mal 2,7 Metern.

Eine Vollausstattung wie in einem Wohnmobil also, aber mit kompakteren Maßen. „Gar nicht so ein anderes Fahrgefühl als in unserem Auto“, sagt Christian, als wir über die deutsch-dänische Grenze unserem ersten Ziel entgegenfahren: Blåvand.
Top Reiseziel für Roadtrips: Dänemark
Dieser Familienurlaub im Camper ist eine Premiere für uns. Was allerdings kein Neuland ist, ist unser Reiseziel: Dänemark. Mit seinen pudrigen Stränden, den wilden Dünen und steilen Küsten ist unser Nachbarland schon lange unsere liebste Reisedestination. Da passt es gut, dass uns campingerprobte Freunde vorab versicherten, dass Dänemark mit seinen familienfreundlichen Campingplätzen perfekt für einen ersten Roadtrip sei. Einer dieser Traumplätze: der Hvidbjergstrand Feriepark in Blåvand.

Erster Stopp des Roadtrips: Hvidbjergstrand Superior Camping & Resort
Das Campingresort an der Westküste Dänemarks ist ein Eldorado für Familien, mit sechs Sternen ausgezeichnet – als einziger Campingplatz in ganz Dänemark! – und gehört zu den LeadingCampings, ein Zusammenschluss einiger der besten Plätze Europas. Doch die Annehmlichkeiten der Anlage müssen warten, erstmal richten wir unseren Stellplatz ein: Markise rausfahren, Tisch und Stühle aufstellen, Aufstelldach aufklappen und den Strom anschließen. „Mit so einem Outdoor-Wohnzimmer wirkt es doch gleich viel größer“, sage ich, als wir später unter dem Vordach sitzen und uns unser erstes im Camper zubereitetes Essen schmecken lassen: Nudeln mit Pesto, ein Camping-Klassiker, der jetzt im weichen Licht des Abends und mit einer frischen Meeresbrise im Gesicht wie das weltbeste Essen schmeckt.

Ein Urlaubsparadies für Familien: der Hvidbjergstrand Feriepark
„Dieser Campingplatz ist wie ein kleines Dorf“, Christian kommt am nächsten Morgen mit duftenden Brötchen vom Supermarkt zurück. Während er begeistert von seinen ersten Eindrücken berichtet, hocken Tjark und ich müde in unseren Liegestühlen. Die erste Nacht im Camper war gewöhnungsbedürftig. Nicht, weil die Betten unbequem sind – ganz im Gegenteil! –, sondern weil das Gefühl so neu und aufregend ist. Und weil der Campingplatz bei Familien beliebt ist – das sieht man und das hört man. Christians Begeisterung weckt unsere Lebensgeister und so stiefeln wir nach dem Frühstück los, laufen vorbei an Spielplätzen, einer Minigolfanlage, einem Erlebnisbad und einer Westernstadt nebst Pferdestall mit zuckersüßen Ponys und Pferden. Unser Ziel jedoch ist ein anderes Highlight: die Play City, eine riesige Indoorspielarea mit Trampolinhalle.

Wir nehmen uns drei Tage Zeit für diesen Stopp unseres Roadtrips. Drei Tage, an denen wir zu echten Campingfans werden. Wir spielen Minigolf und abends Karten unter der Markise, wir bummeln durch die kleinen Lädchen von Blåvand, essen große Mengen Softeis, planschen in der tosenden Nordsee oder im Schwimmbad des Campingplatzes.

Wir wachen von Kinderlachen und Möwenrufen auf und gehen abends nach Sonnenuntergangskino schlafen. „Viel schöner als Urlaub im Ferienhaus“, findet Tjark und zischt zum Spieleland ab, wo er garantiert wieder ein paar Gleichaltrige treffen wird.

Bei einem Roadtrip mit Kind ist der Weg das Ziel
Der Weg ist das Ziel – dieses Motto verinnerlichen wir auf dem Weg zu unserem zweiten Stopp in Saltum im Norden Dänemarks. Statt den direkten Weg durchs Landesinnere zu nehmen, folgen wir der Westküste, fahren vorbei an mit lila Heidekraut gesprenkelten Dünen, sonnengelben Strohfeldern und den tiefblauen Fjorden Nordjütlands. Immer wieder setzen wir den Blinker, verlassen die Straße und fahren rauf auf den Strand. Noch so eine Besonderheit Dänemarks: Es gibt kilometerlange Autostrände, etwa in Børsmose und Rødhus, auf denen man direkt am Wasser entlangfahren darf.

Das ist besonders cool, wenn man wie wir die rollende Ferienunterkunft dabeihat, sich jederzeit Kaffee kochen und den Liegestuhl herausholen kann. Definitiv einer der Momente, in denen wir Vanlife zur besten Art des Urlaubs küren – um keine Viertelstunde später festzustellen, dass wir doch noch richtige Greenhorns sind. Denn: Wir stecken fest! Die Räder unseres Campers haben sich tief in den Sand eingebuddelt. Wir fluchen ein bisschen – über Elsa, vor allem aber über unsere Dusseligkeit –, laufen ratlos um unseren festgefahrenen Kastenwagen. „Keine Sorge, das ist uns allen schon passiert“, ein Paar aus Hamburg kommt tatkräftig auf uns zumarschiert, in der Hand zwei Sandboards. Nach einigem Buddeln und Schieben befreien wir unseren Roadsurfer aus der Sandfalle. Glück gehabt!

Stopp 2 des Dänemark-Roadtrips: Jambo Feriepark in Saltum
„Das ging schon schneller als beim ersten Mal“, zufrieden schaue ich auf unseren eingerichteten Stellplatz. Elsa hat ihr zweites Quartier bezogen: einen hübschen Stellplatz im Jambo Feriepark, ebenfalls Teil der LeadingCampings. Auch diese 5-Sterne-Campinganlage ist ein Traumplatz mit allen Zutaten für erlebnisreiche Urlaubstage: Spielplätze mit Hüpfkissen, Minigolfanlage, Tennisplätze, eine Aktivitätenhalle zum Toben, eine Gemeinschaftsküche sowie ein beheizter Außenpool, in dem wir uns mehrmals am Tag erfrischen.

Familienhighlight in Dänemark: das Fårup Sommerland
Auch die Umgebung hat einiges zu bieten: Spazierwege, charmante Orte und den malerischen Strand von Saltum. An einem Tag mieten wir uns Fahrräder und steuern das Familienhighlight der Region an: das Fårup Sommerland, ein Freizeitpark mit über 60 Attraktionen. Wir kreischen uns durch den Fønix, Dänemarks größte, schnellste und höchste Achterbahn, bekommen in rasanten Fahrgeschäften ordentliches Herzklopfen und holen uns beim Rafting einen nassen Hintern.

Richtig nass wird es am Nachmittag, als wir in den angrenzenden Aquapark wechseln. Wir bleiben im Actionmodus, lassen Wellenbad und Kinder-Wasserland links liegen und steuern stattdessen die Wasserrutschen an. Auch der Wasserpark trumpft mit Superlativen auf: Hier gibt es Dänemarks längste Wasserrutschen, den lustigsten Wasserfall der Welt und abenteuerliche Speedrutschen. „Das ist so cool“, grinst unser Sohn, schnappt sich eine Matte und läuft zum zigsten Mal den Surf Hill mit vier 120 Meter langen Rutschbahnen hoch.

Letzter Stopp an der dänischen Ostsee: Campingplatz in Arhus
Nach einigen Tagen heißt es wieder: Aufstelldach einfahren, anschnallen und weiterfahren. Wir wechseln nicht nur den Campingplatz, sondern auch die Seite – von der Nordsee geht es an die Ostsee, vom ruhigen Norden ins trubelige Städtchen Aarhus. DCU-Camping Aarhus-Blommehaven ist kleiner und einfacher als die ersten Plätze unseres Roadtrips. Aber er hat einen entscheidenden Vorteil: Von unserem Stellplatz aus haben wir einen himmlischen Blick auf die Ostsee.

Vom Campingplatz aus ist es nur ein Katzensprung bis ins Zentrum von Aarhus. Auf geliehenen Citybikes fahren wir in die zweitgrößte Stadt Dänemarks. Wir gehen auf Zeitreise im Freilichtmuseum Den Gamble By, tauchen ein in 400 Jahre dänische Geschichte. Anschließend radeln wir weiter, vorbei an der Hafencity mit ihrer aufregenden Architektur, am Havnebadet, eine Art Freibad mitten im Hafenbecken, und durch holperige Kopfsteinpflastergassen mit bunt gestrichenen Häusern.

Toll für Familien: ein Roadtrip durch Dänemark
Aarhus ist eine Stadt der Kontraste, schafft mühelos den Mix aus Tradition und Moderne, aus Dynamik und Gemütlichkeit. „Ein bisschen so wie unser Roadtrip“, sage ich, als wir Eis essen und dabei ein paar Wasserskifahrern im Hafenbecken zuschauen.

Wir hatten auch einen tollen Mix aus Nordsee und Ostsee, aus Faulenzertagen am Meer und actionreichen Ausflügen. Und klar, wir sind noch lange keine alten Hasen im Vanlife, aber wir sind in dieser Woche ein ziemlich gutes Team geworden – Elsa und wir. Könnte durchaus sein, dass sie im nächsten Urlaub wieder unsere Reisebegleitung wird.

Infos für den Roadtrip
Roadsurfer ist ein Unternehmen mit 30 Standorten in ganz Deutschland. Alle Infos und Preise findet ihr hier. Wer nach Dänemark fährt, findet hier viele Infos zu Campingplätzen, Routen und Co. Ihr möchtet lieber in Deutschland, Österreich oder der Schweiz unterwegs sein? Dann schaut euch unbedingt auch das Angebot von Landvergnügen an.















