Belgien: Familienurlaub an der Nordseeküste

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Belgiens Nordseeküste ist nicht besonders lang, um genau zu sein: gerade mal 65 Kilometer lang. Aber auf ganzer Länge schwappt die Nordsee auf feinsten Sandstrand. Klar, dass Belgiens Küste damit ein top Reiseziel ist, oder?

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Ein Familienurlaub an der belgischen Nordseeküste? Wir müssen es zugeben: Wir hatten das kleine Königreich auch nicht so recht auf dem Zettel. Aber das ist jetzt anders! Denn wir haben uns Belgien mal näher angeschaut, um genau zu sein: die belgische Nordseeküste.

Sandstrand, soweit das Auge reicht – so sieht es an Belgiens Nordseeküste aus ©Michael Amme

Belgien: 65 Kilometer Nordseestrand für Familien

Allein die Fakten sind ziemlich überzeugend: Feinster Sandstrand auf rund 65 Kilometer Länge – das kann sich sehen lassen. Je nach Tide – also abhängig davon, ob gerade Ebbe oder Flut ist – ist Belgiens Beach mal 250 Meter, mal ganze 700 Meter breit! Weitere Pluspunkte: Die Sandstrände bestehen aus feinstem Puderzuckersand und sind somit ein Paradies für Kinder. Zudem gleitet der Strand fast überall ganz sanft ins Meer. Und Vorteil Nummer drei: An allen Stränden in Belgien wachen Rettungsschwimmerinnen und -schwimmer über die Badenden – ihr könnt euch also ganz schön sicher fühlen.

Fast 1.500 Rettungsschwimmerinnen und -schwimmer sind an Belgiens Küste im Einsatz – täglich von 10 bis 18:30 Uhr ©Michael Amme

Wir nehmen es hier also schon mal vorweg: Belgiens Küstenstreifen ist eine waschechte Nordseeerholungsmeile für Familien. Insgesamt gibt es 14 Badeorte – vom mondänen Knokke bis zum eher naturbelassenen De Panne. Wir stellen euch gleich mal die wichtigsten und schönsten vor. Doch vorher müssen wir euch noch kurz vorwarnen …

Typisch belgisch: Hochhäuser mit Traumblick

Solltet ihr Belgiens Superküste ansteuern, werdet ihr zu allererst diese wirklich schönen Sandstrände bewundern. Möglicherweise schwappt die Nordsee gerade in kleinen Wellen an Land, vielleicht stürmen aber auch ordentliche Brecher auf den Sand. In jedem Fall ist der Anblick wirklich perfekt. Solltet ihr euch dann um 180 Grad drehen, wird euch wahrscheinlich ein Satz auf der Zunge liegen: „Die spinnen ja, die Belgier!“ Warum? Weil sie ihre zauberhafte Küste mit einer Mauer aus Beton verschandelt haben. Zwischen Land und Wasser ragen Hochhäuser in den belgischen Himmel, mal 10, 12 Geschosse hoch, in Ostende zählt ein Wohnturm sogar 33 Etagen. Das erinnert ein wenig an Berlin Marzahn.

Belgien: Auf der einen Seite schönster Sandstrand, auf der anderen eine Mauer aus Beton ©Michael Amme

Doch wir können aus eigener Erfahrung sagen: Man gewöhnt sich daran. Und diese Plattenbau-Kulisse bietet auch (kleine) Vorteile. Denn erstens klebt vor jedem noch so kleinen Apartment ein Balkon – mit freiem Blick auf die Nordsee und bei gutem Wetter auf einen perfekten Sonnenuntergang. Und zweitens sind die Ferienunterkünfte an Belgiens Küste wirklich erschwinglich. Doch nun zu unseren Top 5 der belgischen Küstenorte.

Ein richtiger Familienbadeort: Belgiens Blankenberge ©Michael Amme

Schön, schick und eine Spur mondän: Knokke

Im Gegensatz zu einigen anderen belgischen Städtchen ist Knokke nicht nur im Sommer belebt. Hier haben Größen aus Brüssel, Antwerpen und Gent ihre Ferienresidenzen, kleine und größere Villen. Oder Apartments direkt an der Promenade – dann auch hier in den typischen Hochhäusern.

Knokke gilt als der schönste und teuerste Ort an der Küste Belgiens ©Ralf/stock.adobe.com

Der breite und feine Sandstrand von Knokke ist 12 Kilometer lang, auch hier ist die belgische Strandwacht vor Ort. Superkomfortabel sind die kleinen Badehäuschen, die Strandliegen, die ihr mieten könnt, Windschutze und Strandpavillons. Und an der Promenade findet ihr Dutzende Cafés, Eisdielen, Bars und Restaurants, in denen ihr belgische Spezialitäten schlemmen könnt: Muscheln und Pommes beispielsweise.

Familien-Action in De Panne: Baden, durch Dünen wandern und strandsegeln

De Panne ist Belgiens westlichster Badeort – keine drei Kilometer entfernt beginnt Frankreich. Hier erstrecken sich weitläufige Dünen, erwähnenswert vor allem: die flämische Sahara. In dem 340 Hektar großen Naturschutzgebiet De Westhoek gedeihen mehr als 500 Pflanzen. Unser Tipp: Zieht euch und euren Kindern Schuhe und Strümpfe aus und lauft über die endlosen Sandwege.

Postkartenschön: der Strand von De Panne, der bei Niedrigwasser mehr als 400 Meter breit ist ©hectorchristiaen/stock.adobe.com

Für Eltern oder für ältere Kids perfekt: Strandsegeln! De Panne gilt als Geburtsort des Sports, bei dem Segelgefährte auf Rädern über glatte Strände flitzen. Profis bringen es an diesem breiten Belgien-Beach schon mal auf 120 Stundenkilometer, ihr könnt es zu Beginn ruhig etwas langsamer angehen lassen. Einfach in einer der Strandsegelschulen in De Panne nachfragen und eine kleine Anfängereinheit buchen.

Ein echtes Abenteuer: Strandsegeln in Belgien ©Michael Amme

Und sonst? Hat De Panne natürlich das gleiche zu bieten wie alle anderen belgischen Küstenorte. Einen breiten Puderzuckerstrand, die Nordsee, und ja – auch die Hochhäuser. Aber an die haben wir uns ja schon in den anderen Küstenorten gewöhnt.

Blankenberge mit Kindern: Badeort wie aus dem Bilderbuch

Wieder so ein endlos scheinender, watteweicher Nordseestrand, dazu eine breite Promenade, auf der Kinder in bunten Fahrzeugen hin- und herflitzen. Eine Seebrücke, die 350 Meter weit in die Nordsee hinausragt. Jede Menge Lokale, in denen ihr belgische (und andere) Spezialitäten schlemmen könnt. Um es kurz zu machen: Blankenberge ist ein Badeort wie aus dem Bilderbuch. Unser Tipp für Schietwettertage: ein Besuch im Sea Life Blankenberge, dem größten Nordsee-Aquarium Belgiens.

Das Riesenrad von Blankenberge steht direkt neben der Hafeneinfahrt und bietet einen top Ausblick ©Michael Amme

Ebenfalls ein Highlight für Familien: das Riesenrad, das unermüdlich große und kleine Urlauberinnen und Urlauber in die Höhe schaukelt. Von hier aus habt ihr einen Wahnsinnsblick über die Nordsee bis hin zu den benachbarten Küstenorten.

Angeblich die Königin aller belgischen Seebäder: Oostende

Zuerst zu den Fakten: Hier in Oostende steht das höchste Gebäude der belgischen Küste. Der Strand misst neun Kilometer, dazu gibt es unzählige Möglichkeiten, mit Meerblick zu schlemmen – von der Imbissbude über die Brasserie bis zum Sternerestaurant. Die Spezialitäten: fangfrischer Fisch, Muscheln natürlich. Und immer wieder Fritten, vielerorts sogar die angeblich besten der Welt.

Für Fischesser ein kleines Paradies: Blankenberge mit seinen Fisch-Restaurants und -Buden ©Michael Amme

Ein Highlight für Kinder: ein Ausflug auf den Dreimaster Mercator, einem belgischen Segelschulschiff, das man besichtigen kann. Und für Schlechtwettertage empfehlen wir euch Hangtime, da gibt es Trampoline auf 1.000 Quadratmeter!

Am allerschönsten ist es allerdings am Strand von Oostende, der sieben Kilometer lang ist ©Michael Amme

Niewpoort: Perfekt für den Familienurlaub

Auch Niewpoort bietet das ganze typische belgische Programm. Puderzuckerstrand, die Nordsee, die Hochhäuser. Aber eines werden eure Kinder in diesem Küstenort besonders lieben: Während ihr hier abends beim Aperol oder Bier der Sonne dabei zuschaut, wie sie langsam in der Nordsee versinkt, rollern, radeln oder flitzen eure Kids in Fahrzeugen über die superbreite XXL-Promenade. Da gibt es kleine Tret- und Elekroautos, Dreiräder, die aussehen wir kleine Pferdekutschen, Mini-Quads, Roller, Kettcars, Elektromotorräder und vieles mehr.

Kinderparadies Niewpoort: Fahrzeuge aller Art gibt es bei Happy Gocarts ©Michael Amme

Ein weiteres Highlight in Nieuwpoort: Auf den beiden Molen gibt es Kreuznetze zum Herunterlassen, mit denen ihr gemeinsam mit eurem Nachwuchs euer Fischerei-Glück versuchen könnt. Wetten, dass euer Nachwuchs Nieuwpoort fünf Sterne verleiht?

Zwei Molen ragen von Niewpoort ins Meer hinaus, die eine ist 490 Meter lang, die andere fast 550 Meter ©Michael Amme

Fazit: Belgiens Nordseeküste – ein top Ziel für Familien

Fassen wir zusammen: An Belgiens Nordseeküste gibt es jede Menge Küstenorte, die wie geschaffen sind für einen Familienurlaub und eine kleine Bahn, die den ganzen Tag die Küste entlangrattert und die Orte miteinander verbindet. Es gibt Unterkünfte für jeden Geschmack und Geldbeutel – vom kleinen Hochhausapartment bis zum schicken Ferienhäuschen. Dazu Restaurants und Cafés, diverse Wassersportmöglichkeiten an den Stränden und die bereits erwähnten Vermieter der vielen kleinen Fun-Fahrzeuge, die eure Kinder garantiert verzücken werden. Das absolute Ass ist aber der 65 Kilometer lange Strand mit feinstem Puderzuckersand. Wir versprechen euch: Da kann man über diese Hochhäuser locker hinwegsehen …

Von morgens bis abends traumhaft schön: Belgiens Strände vor den 14 Badeorten ©Michael Amme

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