Spannend für Familien: das Comic-Zentrum in Brüssel (Belgien)

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Wie produziert man einen Comic? Welche Schritte sind nötig, damit aus der Idee ein Erfolg wird? Lumao-Autorin Anna war mit ihren Töchtern Im Belgischen Comic-Zentrum (BCZ) in Brüssel – und hat neben Tim & Struppi auch Dragonball und die Schlümpfe getroffen.

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Wir ahnten es schon länger – dass wir eigentlich am liebsten Comics lesen, lieber noch als richtige Bücher. Auf unserem jüngsten Belgien-Trip haben meine Töchter Mia (9), Sofie (13) und ich die Nase ins Comic-Zentrum der belgischen Hauptstadt gesteckt – und dabei viel Neues entdeckt, denn das Centre Belge de la Bande Dessinée entführt kleine und große Besucherinnen und Besucher in die Welt des Zeichnens und der Animation.

Auf einer Fläche von mehr als 4000 Quadratmetern dreht sich alles um Comics ©Anna Engberg

Mit der Mondrakete in die Welt von Tim & Struppi

Willkommen bei den Schlümpfen, Tim und Struppi, Lucky Luke & Co! Schon in der Eingangshalle an, in der Comic-Hefte von der Decke baumeln und die rot-weiß karierte Rakete von Tim & Struppi zur Mondreise animiert. Vor allem aber staunen Mia, Sofie und ich über das zauberhafte Art-Déco-Gebäude, das uns mit seiner verschnörkelten Gußeisen-Architektur, Oberlichtern und Farb-Mosaiken in eine andere Welt versetzt.

Das weitläufiges Bauwerk in Brüssel stammt aus den Federn des berühmten Jugendstilarchitekten Victor Horta. Er entwarf es im Jahr 1903 auf dem Höhepunkt seines Schaffens  ©Anna Engberg


Sofie möchte als erstes zu Tim & Struppi, die in Belgien „Kuifje“ und „Bobby“ heißen (auf Englisch übrigens „Tintin“ und „Snowy“) – immerhin hat sie vor ein paar Jahren nahezu alle Bände über den Globetrotter-Detektiv verschlungen.

Comic-Zentrum in Brüssel: Was kann man da entdecken?

Doch zuerst gehen wir durch die aktuelle Sonderausstellung, die sich um das Thema „Jazz im Comic“ dreht. Dabei stellen wir fest: Viele berühmte Comic-Zeichner hatten offenbar eine große Vorliebe für die Jazz-Musik! Während wir viele altbekannte und auch neue Comicschätze entdecken, lernen wir, wie ein Comic gezeichnet und produziert wird.

Im Comic-Zentrum in Brüssel im Fokus: Peyo, der Vater der Schlümpfe und Hergé, der Erfinder von Tim & Struppi ©Anna Engberg

Wie ein Comic entsteht: Die Kunst des Tuschierens

„Bevor der Künstler die Platte einfärbt, muss er wissen, in welcher Form er sie veröffentlicht“, übersetze ich Mia die englischen Texte der Ausstellung. Schwarz-weiße Comics berücksichtigen demnach vor allem Beleuchtung, Kontraste und Schattenwurf. Passend dazu liegen in den Vitrinen fantastische Zeichnungen, die den künstlerischen Weg von der ersten Skizze über die Tuschezeichnung bis zur Koloration zeigen. Auch das digitale Illustrieren wird per Film erklärt. Spannend für Eltern und Kinder!

Im Comic-Zentrum kann man sehen, wie aus einer Zeichnung ein Comic wird ©Anna Engberg

Da bekommen wir direkt Lust zu zeichnen. Im Obergeschoss schlängeln wir uns an einem historischen Zeitstrahl entlang, der die zweidimensionalen Comic-Welten in dreidimensionalen Räumen begehbar macht. Mia ist fasziniert – und nimmt an einem zweidimensionalen Tisch Platz.

Die Geschichte der Comic-Kultur – am Zeitstrahl erklärt

Sofie entdeckt ihre frühere Lieblingsserie „Yakari“ und stellt beim Blick auf den Zeitstrahl fest: „Der erste „Tim-und-Struppi-Band kam schon in den 40ern raus.“ Sie staunt, dass keine zehn Jahre später pro Woche bereits 500.000 Ausgaben des weltweiten Bestsellers gedruckt wurden.

Die Geschichten von Tim und Struppi wurden in über 80 Sprachen übersetzt und weltweit über 230 Millionen Mal verkauft ©Mr.Stock/stock.adobe.com

Überhaupt: Belgien scheint ein Zentrum für Comickünstlerinnen und -künstler zu sein – genau wie Frankreich. „Unbekannte Künstler, die in belgischen Comic-Verlagen veröffentlichen, haben international einen tollen Ruf“, fahre ich mit meiner Übersetzung fort. An Stellwänden sehen wir zahllose Comic-Cover – nach Jahrzehnten sortiert – und diskutieren angeregt deren Design.

Brüssel: Comic-Schätze ohne Ende

Dabei überwältigt uns vor allem eines: die Vielfalt der Comic-Genres. Es gibt Kinder-Comics, Erwachsenen-Comics, heroische Comics mit Heldengeschichten, kosmische Comics, die im Universum spielen, historische Comics, in denen man etwas über Geschichte lernt, aber auch künstlerische und moderne Comics, in denen aktuelle Themen verarbeitet werden.

Wirklich beeindruckend: die Vielfalt im Comic-Zentrum ©Anna Engberg

„Eigentlich kann man wirklich jedes Thema als Comic verpacken“, stellt Mia bewundernd fest. Klar, dass wir nach dem Besuch dieser Ausstellung sofort unsere Tablets herausholen – und erstmal eine Zeichenstunde einlegen.

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