La dolce Vita: Familienurlaub in der Toskana

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Sanft hügelige Landschaften, mittelalterliche Städte, watteweiche Sandstrände und mediterranes Flair – die Toskana im Herzen Italiens ist wie geschaffen für einen abwechslungsreichen Familienurlaub. Ein spannender Mix aus Sightseeing, süßem Nichtstun und ganz viel Gelato …

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Auf einen Blick
Die Toskana in Mittelitalien verzaubert mit malerischen Hügellandschaften, verschlafenen Bergdörfern, geschichtsträchtigen Städten sowie ihrem mittelalterlichen Charme – und zählt nicht ohne Grund zu den beliebtesten Urlaubsdestinationen Italiens.
Zielgruppe: Dank der vielseitigen Landschaft und dem mediterranen Klima bietet die Toskana top Bedingungen für einen entspannten Familienurlaub mit Kindern.
Highlights: Florenz, Pisa, Siena, Volterra, San Gimignano – die Liste an sehenswerten Städten in der Toskana ist lang. Die meisten der mittelalterlichen Altstädte sind aufgrund ihrer kurzen Wege auch gut auf Kinderfüßen zu entdecken. Danach: Ab an einen der zahlreichen Strände!
Übernachten: Für Familien eignet sich besonders eine Agriturismo-Unterkunft abseits des Rummels. Es gibt aber auch viele Campingplätze sowie ein großes Angebot an Ferienwohnungen und -häusern.

Eine Reportage von Kirsten Düspohl

„Wunderschön“, seufze ich zufrieden, öffne die hölzernen Fensterläden noch ein Stückchen weiter und genieße die malerische Aussicht: auf piniengekrönte Hügel, alte Olivenhaine, dichte Wälder und kurvige Landstraßen mit kerzengeraden Zypressen. Eine laue Abendbrise weht in unsere Ferienwohnung, trägt einen zarten Duft aus Rosmarin und Thymian herein.

Natur bis zum Horizont – diesen Ausblick hat man in der Toskana von vielen Unterkünften aus ©Kirsten Düspohl

Ich atme tief ein, spüre die luftig-leichten Glücksgefühle, die mich durchströmen. Im Hintergrund höre ich meinen Mann Jan schmunzelnd flüstern: „Gebt eurer Mutter fünf Minuten. Sie genießt la dolce vita.“ Ich muss grinsen – recht hat er. Wir sind gerade erst in unserer bezaubernden Agriturismo-Unterkunft im Landesinneren der Toskana angekommen, aber schon jetzt weiß ich: Dieser Urlaub wird ein Traum.

Autorin Kirsten ist schon am ersten Tag total happy! ©Kirsten Düspohl

Toskana – Familienurlaub in Mittelitalien

Die Unterkunft unserer Autorinnen-Familie: Borgo degli Orti in Montaione ©Kirsten Düspohl

„Also, für mich ist die Toskana einer der schönsten Orte auf der ganzen Welt“, verrate ich meinen Kindern am nächsten Morgen und beiße genüsslich in mein Cornetto con Crema, ein mit luftiger Vanillecreme gefülltes Hörnchen. Wir sitzen auf der Terrasse und lassen den Urlaub entspannt angehen – zumindest wir Erwachsenen. Jette und Tom zappeln am Frühstückstisch, ihr Blick schweift immer wieder zum nur wenige Meter entfernten Pool. Und mir ist klar: Ginge es nach ihnen, würden wir die nächsten zwei Wochen nichts anderes machen als in der Sonne faulenzen, planschen und Eis essen. Der Plan klingt theoretisch nicht schlecht, schließlich sind wir in Italien und hier wird das Dolcefarniente – das süße Nichtstun – bekanntermaßen großgeschrieben. Aber: Auch ich merke die Hummeln in meinen Hintern. So viele tolle Städte mit wohlklingenden Namen wie Volterra, San Gimignano, Siena und natürlich die Must-sees Pisa und Florenz sind zum Greifen nah – wie könnte man sich die entgehen lassen?


Volterra – Geheimtipp in der Toskana

Volterra. Die Stadt in der Provinz Pisa thront malerisch auf einem Hügel. Hier finden sich zahlreiche Spuren der Geschichte – ob im Porta all’Arco, dem etruskischen Stadttor, in den Ruinen des Teatro Romano oder im zinnengekrönten Palazzo dei Priori, dem ältesten Rathaus der Toskana.

Klein, aber fein und wirklich sehenswert: der 10.000-Einwohner-Ort Volterra ©Kirsten Düspohl

Wir schlendern durch die engen Gassen, essen cremiges Gelato auf der mittelalterlichen Piazza dei Priori und werfen einen Blick in die Alabaster-Werkstätten, für die dieses Kleinod Italiens weltberühmt ist.

Eine der schönsten Städte in der Toskana: Lucca ©Kirsten Düspohl

Mein Mann und ich wundern uns: Warum ist in dieser absolut sehenswerten Stadt so wenig los? „Die liegen bestimmt alle am Pool“, grinst Tom. Wir verstehen seinen Seitenhieb und schlendern langsam zurück zum Parkplatz an der Stadtmauer, denn – und das erhöht vermutlich den Charme dieser Stadt – Volterras Altstadt ist zum größten Teil autofrei.

Siena – Herzstück der Toskana

„Hier sind aber viele Menschen“, stöhnt Jette am nächsten Vormittag. Wir sind in Siena, laut Reiseführer eine der schönsten Städte der Toskana und weltberühmt für das „Palio di Siena“, eines der bekanntesten Pferderennen der Welt. Wir lassen uns vom Touristenstrom über die berühmte muschelförmige Piazzo del Campo schieben, vorbei an Cafés und Restaurants, eleganten Palästen und dem herrschaftlichen Palazzo Pubblico mit seinem 102 Meter hohen Turm.

Die Piazza del Campo in Siena: der Platz ist einer der größten mittelalterlichen Plätze Europas ©eddygaleotti/stock.adobe.com

„Ich glaube, wir brauchen ein Eis“, sagt Jan mit Blick auf die schwitzenden Kinder. Ausgestattet mit Stracciatella, Cioccolato und Co setzen wir uns vor den reich verzierten Fonte Gaia, einen der hübschesten Brunnen Sienas. Und hier, mit etwas Abstand zu den Menschen, lässt sich die Schönheit dieser Stadt viel besser genießen. Abgekühlt schlendern wir durch die quirlige Einkaufsstraße Via di Città in Richtung Domplatz. „Ein bisschen erinnert die Kirche an ein Zebra“, kichert Tom und zeigt auf den gestreiften Duomo Santa Maria, erbaut aus allerfeinstem, schwarzem und weißem Marmor. Nun, Kunst liegt bekanntlich im Auge des Betrachters …

Wo jetzt Urlauber unterwegs sind, findet zweimal im Jahr das Palio di Siena statt  ©Kirsten Düspohl

„In Siena war es viel zu voll“, meint Jette abends in einer kleinen Pizzeria im beschaulichen Dörfchen Montaione, nur wenige Minuten von unserem Ferienhaus entfernt. „Ja, das stimmt, aber schön war es trotzdem, oder?“, möchte ich wissen und ernte ein zustimmendes Nicken aller Familienmitglieder. Wir planen, die nächsten Tage etwas ruhiger angehen zu lassen. Weniger Menschen, mehr Erholung.

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Spiagge bianche – Strände mit Karibik-Flair

Die Toskana hat eine fast 400 Kilometer lange Küste – mit feinsandigen Stränden, einsamen Buchten und den sogenannten Bagni, typischen italienischen Strandbädern, in die man nur gelangt, wenn man eine Liege und einen Sonnenschirm bucht. Wir entschließen uns ein paar Tage später, an die „Spiagge biancche“, die weißen Strände, von Vada zu fahren. „Hier sieht es ja aus wie in der Karibik“, staunt Jan. Tatsächlich: Der breite, rund vier Kilometer lange Strand ist watteweich, fast weiß und bildet einen malerischen Kontrast zum türkisfarbenen Wasser.

Fast wie in der Karibik: die Spiagge biancche ©Kirsten Düspohl

Florenz, Lucca & Co – Traumstädte in Italien

In der Toskana könnte man Wochen verbringen und würde sich nicht langweilen – so zahlreich sind die Sehenswürdigkeiten, so pittoresk die Städte, so inspirierend das italienische Lebensgefühl. Wir schaffen einen wunderbaren Mix, der Klein und Groß zufrieden stellt. Jeden Tag planen wir Poolzeit ein, frönen dem Nichtstun und brechen dann für ein paar Stunden zu kleinen und größeren Ausflügen auf: in die zauberhafte Stadt San Gimignano mit ihren beeindruckenden Geschwistertürmen, ins reizvolle Lucca und natürlich nach Florenz, der Renaissance-Metropole am Arno und Hauptstadt der Toskana. Und nach Pisa, der weltberühmten Stadt mit dem noch berühmteren Turm, für den wir uns den letzten Urlaubstag reservieren.

Ein Blick auf den größten Fluss der Toskana, den Arno ©Kirsten Düspohl

Pisa hat mehr zu bieten als seinen Schiefen Turm

„Der kippt doch bestimmt gleich“, meint Tom zögernd und begutachtet mit etwas Skepsis den Schiefen Turm von Pisa, das vielleicht bekannteste Bauwerk Italiens. Wir nähern uns dem Campo dei Miracoli, dem Platz der Wunder, an dem nicht nur der schiefe Glockenturm zuhause ist, sondern mit dem Dom, dem Baptisterium und dem Camposanto noch drei weitere monumentale Bauwerke.

Ein Klassiker – dieses Foto! Der Neigungswinkel beträgt inzwischen 6,74 Grad ©Kirsten Düspohl

Ich kann meinen Sohn beruhigen: „Der Turm ist schon während der Bauarbeiten in Schräglage geraten. Das war vor rund 900 Jahren. Da wird er heute garantiert nicht umfallen.“ Wir schießen die typischen Touristen-Fotos, bestaunen die altehrwürdigen Gemäuer und erklimmen anschließend die Stufen zur elf Meter hohen Stadtmauer. Von hier oben haben wir einen fantastischen Ausblick auf Pisa. Rund drei Kilometer lang spazieren wir auf der antiken Mauer und bekommen Lust, uns die lebendige Studentenstadt Pisa noch einmal genauer anzuschauen.

Die Toskana ist ein top Reiseziel für Familien

Ziellos treiben wir durch die Straßen Pisas, stellen fest, dass diese Stadt abseits der Touristenpfade wunderschön und authentisch ist, und setzen uns schließlich auf einer einladenden Piazza in ein Restaurant. Bei einem guten Glas italienischen Wein lasse ich den Urlaub, die vielen Städte und unvergesslichen Momente im Stillen Revue passieren. Ich schaue in die zufriedenen, leicht gebräunten Gesichter von Jette, Tom und Jan und denke, dass sich genau so das süße Leben, la dolce vita, anfühlt. „Mama, du hattest recht“, unterbricht Jette meine Gedanken, „die Toskana ist wirklich einer der schönsten Orte der Welt.“ Ja, das ist sie …

In bella Italia Pflichtprogramm: Ganz viel Gelato! ©Kirsten Düspohl

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