Okay, so hatte ich mir den Start in den Urlaub eigentlich nicht vorgestellt. Nach der Ankunft hocken mein Sohn Jonathan und ich draußen auf die Hotelterrasse: Kniffeln zur Entspannung nach der Zugfahrt. Und dann knallt er direkt mit dem ersten Wurf eine Große Straße auf den Tisch, beim zweiten einen Kniffel. Und während er das Spiel seines Lebens würfelt und am Ende auf satte 321 Punkte kommen wird, streiche ich den halben Zettel zusammen und muss mich nach der Endabrechnung bei 159 Punkten ordentlich zusammenzureißen, den Würfelbecher nicht in der Bregenzer Bucht zu versenken, an deren Ufer wir für ein paar Tage Urlaub machen. Zum Glück ist mein Spielerherz mit den Jahren milder geworden, gönnerhafter, vor allem meinen Kindern gegenüber …

Ziel für Familien: Bregenz am Bodensee
Spielen – das ist rückblickend das Überthema unseres Urlaubs in Bregenz, der Hauptstadt des österreichischen Bundeslandes Vorarlberg, einer 30.000-Einwohner-Gemeinde am östlichen Zipfel des Bodensees. Bregenz selbst ist eine Spielerstadt: mit einem Casino, mit der weltberühmten Seebühne mitten auf dem See, mit unzähligen Spielplätzen, auf die man alle paar hundert Meter stößt.

Und wir selbst, eine passionierte Spielerfamilie, gestalten unseren Alltag und eben auch unseren Urlaub ebenfalls gerne spielerisch. Kinder muss man ja in manchen Momenten hin und wieder auch bei Laune halten, überzeugen, begeistern – das ist nicht immer spielerisch leicht, aber mithilfe spielerischer Elemente eben leichter.

Das Spielezimmer im JUFA Hotel haben Emilia (8) und Jonathan (5) gleich nach dem Einchecken entdeckt: mit Büchern, Spielzeug, einer Hängebrücke zwischen zwei Klettertürmen. Auch den Spielplatz vor dem Hotel haben sie nicht übersehen, flitzen sofort hinüber, um zu wippen und zu schaukeln. Heißt: Zeit für die Eltern, das Hotel zu erkunden, das wir für unseren Bodensee-Urlaub ausgesucht haben – das JUFA Hotel Bregenz***.
Das JUFA Hotel in historischen Mauern lässt Bettenburgen alt aussehen!
Klein-Clara schaukelt in der Trage mit, während wir den geräumigen, hellen und freundlichen Essensbereich begutachten, in dem wir in den kommenden Tagen sowohl morgens als auch abends lecker speisen werden: bei ausgiebigen Buffets, die vor allem zum Frühstück eine unglaubliche Vielfalt bieten und abends mit klassischen, aber auch kreativen Speisen bestückt sind – von Nudeln mit Bolognese-Sauce und Schnitzel mit Pommes bis zu indischem Curry mit Reis ist immer eine Auswahl da, damit auch der etwas wählerische Spross nicht hungrig ins Bett gehen muss.

Frühstück und Abendessen könne man dazubuchen, erzählt uns Hotelchef Christof Rainer, der uns ein paar Meter bei der Hotelrunde begleitet, durch die Bar und den Loungebereich, vorbei an der Außenterrasse mit Liegestühlen, Chillsesseln und Biergarten. Knapp 100 Zimmer in allerlei Varianten – mit zwei, drei oder vier Betten – sind in zwei Gebäuden untergebracht.

Früher saßen hier in den alten Fabrikhallen rund 600 Näherinnen dicht an dicht, über Baumwollpullis und Badeanzügen gebeugt. Nach dem Einbruch der Textilindustrie zog dann viele Jahre später, genauer: 1999, das JUFA Hotel ein, sanierte und modernisierte, steht heute mit seinen drei Sternen bestens da. Schick die Backsteingebäude, schön ruhig, hell und modern die Zimmer, unfassbar freundlich und hilfsbereit das Personal – und die Lage des Hotels ist auch überragend.

Bregenz und der Bodensee: Es gibt viele Aktivitäten für Familien
Vom JUFA Hotel Bregenz*** aus können wir fußläufig alles erreichen, was wir an unseren fünf Urlaubstagen erreichen wollen. Zum Seeufer geht‘s entweder links weg, hin zu idyllischen Badestränden (die wir um diese Jahreszeit nur zum Spazierengehen nutzen), oder rechts weg beziehungsweise einmal quer über einen Besucherparkplatz vor zur berühmten Seebühne, wo alljährlich die Festspiele gefeiert werden (und auch schon mal eine James-Bond-Szene gedreht wurde – für Quantum Trost).
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Direkt dort beginnt auch die Promenade, eingeleitet durch einen grandiosen Kinderspielplatz, an dem wir täglich mindestens einen Zwischenstopp einlegen. Mit Blick auf den Bodensee und seine sich täglich wechselnde Wasseroberfläche (von sanft bis rau, von grünlich bis blau) kann so ein Spielplatzbesuch auch aus Elternsicht die eine oder andere Minute länger gehen als sonst. Wir haben ja Zeit.

Nach weiteren fünf Minuten haben wir den Hafen erreicht – eine Schifffahrt durch die Bregenzer Bucht gönnen wir uns während des Urlaubs natürlich auch, fast schon Pflichtprogramm, wenn man am Bodensee ist. Der Kapitän gewährt uns eine Audienz in seiner Kommandobrücke, spannende Einblicke und Aussichten.

Vom Hafen sind wir gleich in der Innenstadt, wo wir natürlich auch in einem Spieleladen haltmachen, um ein neues Kartenspiel zu kaufen, an einem Nachmittag aber auch zweieinhalb Stunden im Rahmen einer Stadtrallye durch die Straßen und Gässchen ziehen, quizmäßig von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten tingeln. Heißer Tipp: unbedingt machen! Einfach in die Touristinfo stiefeln, nach der Stadtrallye fragen, schon bekommt man einen Fragebogen und eine Stadtkarte in die Hand gedrückt und läuft die verschiedenen Stationen ab, die einen zum Kunstmuseum führen, zur historischen Oberstadt, zu kuriosen Brunnen wie dem Seebrünzler, der in den Bodensee pieselt, auch zur schmalsten Hausfassade Europas, die wir ohne die Stadtrallye sicher nicht entdeckt hätten (entdeckt mal eine 57 Zentimeter breite Hausfassade ohne Hinweis!).

Inatura in Dornbirn: 1A-Naturkundemuseum für Eltern und Kinder
An einem Tag ist es kalt und regnerisch. Aber Bregenz und die Region sind nicht nur für heiteren Sonnenschein gemacht (Fahrradtouren, Bootstouren, baden), sondern auch bestens für Miesepeterwetter aufgestellt. Mit dem Zug (der Bahnhof ist vom Hotel zu Fuß in zehn Minuten erreichbar) fahren wir 15 Minuten rüber nach Dornbirn, von dort noch mal zehn Minuten mit dem Bus zur Inatura. In 36 Jahren hat man ja schon das eine oder andere tolle Museum gesehen, aber dieses hier ist sicherlich eines der kreativsten und interaktivsten Naturkundemuseen, besonders für Kinder und Familien.

Hier wird unser Urlaub zur Bildungsreise, wieder einmal spielerisch. Jonathan und Emilia wuseln als Mäuse durch enge Gänge, legen Baumpuzzle zusammen, entdecken neben Fischen und Gesteinen auch das Geheimnis von Magnetfeldern, messen ihre Dezibel beim Schreien (jetzt ist es amtlich, dass sie laut sind!) und, und, und. Zweieinhalb kurzweilige und lehrreiche Stunden.

Ein weiteres Highlight ist die Gondelfahrt hinauf zum Pfänder (die Station liegt ebenfalls nur 20 Gehminuten vom Hotel weg). Der Hausberg bietet auf knapp 1.000 Metern einen traumhaften Weitblick über die Stadt, die Alpen, den Bodensee. Oben gibt es auch einen schnuckeligen Alpenwildpark: mit Steinböcken, Murmeltieren, röhrenden Hirschen und Röhrenrutsche. Auch mit Spielplatz. Zeit zum Spielen. Zeit zum Genießen.

JUFA Hotel Bregenz***: Viele Familien-Highlights in der Nähe
Und so viele andere Dinge gibt es noch, die wir gar nicht mehr ins Urlaubsprogramm reinkriegen: Tretbootfahren, Thermen, Strand- und Hallenbäder, weitere Museen wie das Zeppelin-Museum in Friedrichshafen, ein Trampolin- und Actionpark in Dornbirn, Wanderungen, etwa auf dem Käsewanderweg oder einer anderen familienfreundlichen Wanderstrecke. Baden im Bodensee nicht zu vergessen. Ach, wir könnten in Bregenz und der Region locker weitere zehn Tage mit spannendem Programm füllen, um noch mehr zu entdecken und zu erleben. Spielerisch leicht.















