Kieler Förde: Familienurlaub auf dem Hausboot

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Urlaub auf statt nur am Wasser! Unsere Autorin Kirsten Düspohl ist mit ihrer Familie auf ein Hausboot in der Kieler Förde gereist – und hat schnell entdeckt, dass die schwimmende Ferienwohnung weit mehr zu bieten hat als den wunderschönen Meerblick …

Auf einen Blick!

Unterkunft Urlaub direkt an der Ostsee. Das Hausboot in der Marina Wendtorf liegt fest vertäut am Steg – 46 Quadratmeter mit Platz für Küche, Wohnzimmer, zwei Schlafkammern, Bad und Terrasse.
Geeignet Für alle, die mal Yachthafen-Flair schnuppern oder einfach mal etwas Neues entdecken möchten. Bei Nichtschwimmer-Kindern an die Schwimmweste denken!
Highlights Die Dünenlandschaft und der Sandstrand von Wendtorf sind nur wenige 100 Meter entfernt. Unsere Autorin empfiehlt auch den Abenteuerspielplatz Wendtorf und die nahe Landeshauptstadt Kiel.
Kosten* Ein Hausboot für vier Personen kostet pro Tag 129 € in der Nebensaison und 149 € in der Hauptsaison, zuzüglich 80 Euro Endreinigung. Alle Schiffe, Standorte und Preise von FjordLink findest du hier.

*zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, ohne Gewähr

Reportage von Kirsten Düspohl

„Das ist ein richtiger Glücksmoment“, sage ich selig zu meinem Sohn Tom (9), während ich mich tief in den Liegestuhl auf unserer Hausboot-Terrasse einkuschle und mein Gesicht der untergehenden Abendsonne entgegenstrecke. Die Ostsee kräuselt sich graugrün vor unserer Nase. Ein Segelschiff schippert zurück in den Hafen und lässt kleine Wellen gegen unser Hausboot schwappen. Zwei Möwen kreischen am Himmel, im Hintergrund klappern mein Mann und meine Tochter in der Küche mit den Töpfen, ansonsten: himmlische Ruhe. Selbst unser Hund Mira lässt sich von dem neugierigen Federvieh nicht ärgern und döst zufrieden auf dem Holzboden der Terrasse.

Urlaub auf statt am Wasser – das ist auf den FjordLink-Hausbooten Programm ©Kirsten Düspohl

Heimathafen des Hausboots: die Marina Wendtorf

Ein Highlight: die Sonnenterrasse auf dem Dach ©Kirsten Düspohl
Immer im Blick: die Ostsee und der Hafen ©Kirsten Düspohl

Diese Abgeschiedenheit und die greifbare Nähe zu Meer und Natur hatte ich schon bei unserer Ankunft vor ein paar Stunden begierig in mich aufgesogen. Das Hausboot liegt im Yachthafen von Wendtorf am Nordostufer der Kieler Förde. Eine schwimmende Ferienwohnung also, rundherum Hunderte Segel- und Motoryachten. Doch zum Glück liegen die drei Hausboote etwas abseits vom Geschehen am hintersten Steg – mit freiem Blick auf die Ostsee und den kleinen Fischereihafen.

„Euer Hausboot heißt Lacerta“, hatte Janin, die sympathische Hausboot-Vermieterin, uns bei der Übergabe erzählt, „alle Hausboote von FjordLink, auch die an der Schlei, sind nach Sternbildern benannt. Außer Dorie – welchem kleinen Filmhelden dieses Boot seinen Namen verdankt, wisst ihr bestimmt“, schmunzelte sie und machte uns anschließend mit den Gegebenheiten des 46 Quadratmeter großen Bootes vertraut.

Essen mit Meerblick: Die Hausboote sind super für vier- bis sechsköpfige Familien geeignet ©Kirsten Düspohl
Schön kuschelig: die „Koje“ im Hausboot ©Kirsten Düspohl

Der Wohnraum erinnert mit seiner stilvollen, nordisch-maritimen Einrichtung mehr an eine moderne Ferienwohnung als an eine Kajüte. Weiße Möbel, eine offene Küche und riesige Fensterfronten, die das ganze Boot in helles Tageslicht tauchen, zaubern uns ein Lächeln ins Gesicht. Vom Wohnraum gehen zwei gemütliche Schlafräume mit Doppelbetten und stilechten Bullaugen sowie ein Duschbad ab. Dass wir auf einem Boot sind, merken wir nur am seichten Wellengang – und natürlich an dem fantastischen Ausblick. Der lässt sich vor allem von den gemütlichen Loungemöbeln auf der großen Dachterrasse genießen.


Die Landschaft an der Kieler Förde: vielseitig und postkartenschön

Total zottelig: die Highlandrinder ©Kirsten Düspohl

„Können wir noch an den Strand?“, fragt Jette (11) nach dem Essen. Na klar, schließlich wollen wir die Umgebung erkunden! Und die zeigt sich hier von ihrer schönsten Seite. Auf der einen Seite liegen der Deich, saftig grüne Wiesen und leuchtend gelbe Rapsfelder, auf der anderen Seite erstreckt sich das Naturschutzgebiet Bottsand bis zur Ostsee. Zottelige Highlandrinder begleiten uns hinterm Stacheldrahtzaun auf unserem Spaziergang zum Meer. Sie sind hier ebenso zu Hause wie eine Vielzahl anderer Tier- und Pflanzenarten. „Guckt mal, der Vogel hat einen Fisch gefangen“, rufe ich und zeige auf eine Seeschwalbe, die nach ihrem Sturzflug mit ihrer Beute davonfliegt.

Grund genug für Luftsprünge: der Sandstrand von Wendtorf ©Kirsten Düspohl

Und dann, nach ein paar Schritten durch die Dünen, erreichen wir ihn: den breiten weißen Sandstrand von Wendtorf. Die Ostsee liegt spiegelglatt vor uns und animiert die Männer der Familie zu einem kleinen Wettkampf im Flitschen. „Wow, mein Stein ist acht Mal übers Wasser gehüpft“, freut sich Tom als strahlender Sieger.

Einen Ausflug wert: das Ostseebad Laboe

„Schaut mal, dahinten am Horizont, der Turm da, das ist unser heutiges Ziel“, sage ich am nächsten Morgen und deute auf das Marine-Ehrenmal von Laboe. Laut Routenplaner dauert der Fußmarsch in das Ostseebad nur gut eine Stunde. Und das ist selbst mit Kindern gut zu meistern, vor allem, da der Weg die ganze Zeit am Strand entlangführt. Die malerische Steilküste, kleine Kioske in alten Schiffen und viele Sandbänke sorgen für Ablenkung – letztere, wenn man nicht aufpasst, sogar für nasse Socken in den Gummistiefeln …

Schön und kilometerlang: der Ostseestrand ©Kirsten Düspohl
Schön und lecker: Fischbrötchen in Laboe ©Kirsten Düspohl

Das 85 Meter hohe Ehrenmal lassen wir ebenso hinter uns wie das Museums-U-Boot und steuern die gut besuchte Promenade von Laboe an. Klar, dass es hier frische Fischbrötchen gibt. Während mein Mann und ich pappsatt das bunte Treiben der Kitesurfer beobachten, erkunden die Kinder den großen Strandspielplatz.

Naturerlebnisraum Kinderabenteuerland in Wendtorf

„Einen noch schöneren Spielplatz findet ihr hier ganz in der Nähe“, verrät mir eine Frau, mit der ich auf dem Steg vor unserem Boot ins Gespräch komme und die hier schon seit vielen Jahren mit ihrer Familie herkommt. Recht hat sie. Denn der Naturerlebnisraum Kinderabenteuerland in Wendtorf ist mit seinem Kletterturm, den Rutschen, Schaukeln und ganz viel Platz zum Toben ein echtes Spielparadies für Kinder. Besondere Highlights: ein Floß und eine Seilbahn, die über einen kleinen See führen. Hier könnten wir Stunden verbringen, aber auf unserem Tagesplan steht noch ein Ausflug nach Kiel.

Ein Riesenspaß: der Naturerlebnisraum Kinderabenteuerland ©Kirsten Düspohl

Die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt ist mit dem Auto in weniger als einer halben Stunde erreichbar. Wir bummeln durch die Innenstadt, schlendern am Bootshafen mit neuem Holstenfleet vorbei bis zum Ostseekai mit den hochhaushohen Kreuzfahrtschiffen. An der Kiellinie wartet eine weitere familienfreundliche Top-Attraktion auf uns: die Fütterung am Seehundbecken.

Richtig maritim: der Leuchtturm von Friedrichsort, Kiel ©stock.adobe.com/Ralf Gosch

Von Kalifornien nach Brasilien bummeln

Viel zu schnell gehen die Tage vorbei. Wir genießen die Stunden an Bord unseres Hausbootes ebenso wie die Ausflüge zum Meer und in die umliegenden Ostseebäder der Probstei. „Was wollen wir an unserem letzten Urlaubstag unternehmen?“, fragt mein Mann bei der abendlichen Spielrunde. „Wie wäre es, wenn wir nach Kalifornien fahren und von dort nach Brasilien laufen?“, schlage ich vor. Der Rest meiner Familie schaut mich mit großen Augen an. „Äh, Mama, die liegen in Amerika“, meint Jette irritiert. Ich muss grinsen und erzähle ihnen, dass es hier ganz in der Nähe zwei Ortsteile gibt, die nach diesen großen Namensvettern benannt sind.

Chillen mit Ausblick: vom Schlafsofa hat man eine top Sicht ©Kirsten Düspohl

Vor Ort stellen wir fest: Es gibt nicht nur eine Gemeinsamkeit beim Namen. Auch die breiten Sandstrände mit feinstem Puderzuckersand haben diese Doppelgänger mit ihren amerikanischen Pendants gemein. Beide Ortsteile gehören zu Schönberg und liegen nur knapp einen Kilometer auseinander. Die breiten Deiche sind perfekt zum Inlineskaten, Radfahren und Drachensteigen. Was es hier sonst noch gibt außer ein paar Imbissen, einer Eisdiele und einem Minigolfplatz? Ganz viel Platz zum Burgenbauen und In-der-Sonne-Liegen.

Grün und goldgelb: In Brasilien dominieren Salzwiesen und der feine Sandstrand ©Kirsten Düspohl

Die Wagemutigen unter uns stecken sogar die Füße in die noch kalte Ostsee. Ich nicht, ich schließe lieber die Augen, genieße das süße Nichtstun und schmiede Pläne. Hatte unsere Vermieterin nicht erzählt, dass sie auch Hausboote an der Schlei haben? „Da lässt sich bestimmt auch ein wundervoller Familienurlaub in so einer schwimmenden Ferienunterkunft verbringen“, denke ich verträumt, denn eines steht fest: „So ein Meerblick von früh bis spät ist einfach himmlisch!“

Abschied von der schwimmenden Ferienwohnung: Da kommt Wehmut auf ©Kirsten Düspohl

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