Lanzarote – blauer Himmel, schwarzer Lavasand und ein glasklares Meer, das mal wild an die Felsen stürmt, mal sanft an die Küste schwappt. Wer hier landet, spürt sofort: Diese Kanareninsel ist Balsam für die elterliche Seele und zugleich ein gigantisches Abenteuerland für Kinder. Vor knapp 300 Jahren brodelte und spuckte die Erde hier über sechs Jahre lang, bis riesige Mengen an flüssiger Lava, Asche und Gestein ein Drittel der Insel unter einer schroffen, mondähnlichen Vulkanlandschaft begruben. Zurückgeblieben sind riesige, erstarrte Lavafelder, Vulkankegel, die sich in Richtung des blauen Himmels strecken und eine Gluthitze, die unter der Erdoberfläche schlummert. Quasi Naturwissenschaft zum Anfassen. Zusammen mit dem ganzjährig milden Klima und den vielen geschützten Stränden macht diese Mischung aus gewaltiger Natur und entspanntem Inselleben Lanzarote zu einem fantastischem Reiseziel für Eltern und Kinder.

Lanzarote mit Kindern auf einen Blick
- ideal für Familien, die Natur, Strände und Ausflüge mögen
- gute Reisezeit: ganzjährig, besonders angenehm im Winterhalbjahr
- Mietwagen: sehr praktisch
- Highlights: Timanfaya, Cueva de los Verdes, Jardín de Cactus, Papagayo-Strände, Teguise
- Aufenthaltsdauer: etwa 7 Tage für einen ersten Familienurlaub
Lanzarote ist die nordöstlichste der Kanarischen Inseln und geprägt von Vulkanlandschaften, schwarzen Lavafeldern, hellen Stränden und den Bauwerken César Manriques. Für Familien ist die Insel besonders angenehm, weil viele Ausflugsziele nah beieinanderliegen und sich Natur, Strand und spannende Sehenswürdigkeiten gut miteinander verbinden lassen. Wir haben die Insel für euch erkundet und die wichtigsten Tipps und die schönsten Ausflüge und Sehenswürdigkeiten für Familien zusammengetragen – damit ihr auf Lanzarote nichts verpasst!
Die schönsten Ausflüge und Sehenswürdigkeiten für Familien auf Lanzarote
Teguise mit Kindern: Markt und Altstadt
Es gibt viele Gründe, die für einen Besuch in Teguise sprechen, schließlich zählt dieser Ort in der Inselmitte wahrscheinlich zu den schönsten in ganz Spanien. Wir empfehlen euch: Fahrt an einem Sonntag hin, denn dann landet ihr auf dem wahrscheinlich schönsten Markt Lanzarotes. Ab 9 Uhr morgens sind in dem kleinen Ort im Inselinneren rund 300 bunte Stände aufgebaut. Die Händlerinnen und Händler bieten Kleinkunst und Kleidung, Souvenirs und Spielzeug an. Ihr könnt euch auf diesem Markt durch spanische Leckereien schlemmen und frische Säfte trinken, Musikern lauschen und Tänzerinnen bewundern. Kurzum: Der Markt in Teguise ist ein top Ausflugsziel für die ganze Familie.

Timanfaya mit Kindern: Vulkanlandschaft und Dromedare
Mit einem Kamel oder Dromedar durch eine Kraterlandschaft reiten – das klingt nach einem unvergesslichen Urlaubserlebnis, oder? Wir versprechen euch: Das klingt nicht nur so, das ist auch so! Um in die gepolsterten Sitzkörbe zu klettern, gehen die großen Tiere einmal in die Knie. Dann könnt ihr es euch gemütlich machen. Schaukelt im Takt der wiegenden Schritte durch die beeindruckende Landschaft des Nationalparks Timanfaya, lasst eure Blicke über die braun-grauen und schwarzen Lavafelder schweifen, entdeckt die Krater, hier und da vielleicht auch mal zarte Pflänzchen – und lasst auch eure Kinder einmal tief in die gewaltige Natur dieser Kanareninsel eintauchen.

Wichtiger Tipp für eure Planung: Um die enormen Warteschlangen und Parkplatz-Engpässe am Timanfaya-Nationalpark zu reduzieren, gibt es Tickets mit Time Slots. Bucht eure Eintrittskarten also unbedingt vorab mit einem festen Zeitfenster. So sichert ihr euch euren Wunsch-Slot und vermeidet lange Wartezeiten.
Cueva de los Verdes: Lavahöhle im Norden Lanzarotes
Ebenfalls ein Must-see: die Ruta de los Volcanes, eine etwa 14 Kilometer lange Route durch die schier endlosen Lavafelder Lanzarotes. Inmitten dieser unwirtlichen Landschaft liegt ein weiterer Punkt vom Lanzarote-Pflichtprogramm: ein Besuch im Restaurant El Diablo. Ja, die bodentiefen Fenster und der Ausblick sind grandios, das lockt natürlich auch jede Menge andere Touristinnen und Touristen hierher. Dennoch solltet ihr El Diablo unbedingt besuchen. Warum? Weil eure Kinder und ihr hier noch einmal hautnah erleben könnt, wie sehr die Erde unter euren Füßen brodelt. Zehn Meter unter der Erde herrschen schon Temperaturen um die 300 Grad. Eure halben Hähnchen und Fleischspieße werden über dem Boden und nur durch die Vulkanhitze gegrillt! Erdkunde-Unterricht zum Anfassen bzw. zum Aufessen!

Das Surfwings in Costa Teguise: Die beste Beachbar für Eltern und Kinder
Wer sagt eigentlich, dass man mit Kindern im Schlepptau nicht mehr in einer Beachbar sitzen kann? Wir finden: Das kann man unbedingt, mehr noch: Das solltet ihr unbedingt immer wieder mal tun! Denn in den meisten Beachbars auf Lanzarote sind Kinder willkommen. Also, lasst eure Zwerge kleine Bagger durch den Sand schieben oder Sandkuchen backen, während ihr mit einem Cocktail in der Hand zuschaut, wie die Sonne langsam ins Meer plumpst. Einer der besten Plätze für dieses Vorhaben ist die Surfwings Bar in Costa Teguise (am westlichen Ende der Playa de la Cucharas gelegen). Hier gibt es superleckere Pizza, Salate und kleinere kanarische Gerichte gepaart mit Meerblick und Musik. Absolut perfekt!

Unterirdisches Abenteuer: Cueva de los Verdes
Noch ein Punkt für eure Lanzarote-Bucket-List: die Cueva de los Verdes, eine Lavahöhle, die sich im Norden der Insel befindet. Die Grotte entstand bei einem Vulkanausbruch des Monte de la Corona vor ungefähr 4.000 Jahren. Sie ist rund acht Kilometer lang und besteht aus einem Komplex von Kuppeln, Tunneln, faszinierenden Gewölben und Lagunen. In den vergangenen Jahrhunderten diente die Cueva de los Verdes als Zufluchtsort vor Piratenangriffen. Heute könnt ihr die Grotte besichtigen, am besten in Form einer Führung. Das ist ist für Eltern und für Kinder superspannend!

Jardín de Cactus: César Manrique mit Kindern entdecken
Über 1.400 Arten soll es im Jardín de Cactus, im Kaktusgarten auf Lanzarote geben. Kakteen und Wolfsmilchgewächse, haushohe und winzig kleine, einige haben gewaltige Stacheln, andere nur feine Härchen. Unser Tipp: Wandert mit euren Kindern durch diesen großen und beeindruckenden Garten, bewundert diese mitunter etwas borstigen Pflanzen, erzählt euren Kindern von César Manriques, dem großen Maler, Architekt und Umweltschützer, der viel auf Lanzarote erschaffen und hinterlassen hat – auch diesen Kaktusgarten. Er war Manriques letztes großes Werk und gehört zu den spektakulärsten Orten auf Lanzarote.

Wo Kunst auf Lava trifft: Jameos del Agua
Wenn ihr noch mehr vom berühmtesten Inselsohn César Manrique sehen möchtet, solltet ihr unbedingt die Jameos del Agua besuchen. Sie liegen im selben Tunnelsystem wie die Cueva de los Verdes und zeigen eindrucksvoll, wie der Künstler Natur und Architektur verschmelzen ließ. In einer eingestürzten Lavahöhle hat Manrique ein unterirdisches Paradies erschaffen, komplett mit einem glasklaren, natürlichen See. Wenn ihr genau hinschaut, entdeckt ihr im Wasser winzige, weiße Albinokrebse, die eigentlich tief auf dem Meeresgrund leben und hier weltweit einzigartig sind. Über sanft geschwungene Wege geht es weiter zu einem leuchtend weißen Pool vor schwarzem Vulkanstein und einem Konzertsaal mitten in der Höhle. Ein Ort, an dem man aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommt.
Wohnen im Vulkanstein: César Manriques Haus in Tahíche
Und noch ein Manrique-Stopp, den wir euch ans Herz legen können: das ehemalige Wohnhaus des Künstlers in Tahíche, das heute als Museum Taro de Tahíche besichtigt werden kann. Das Anwesen beeindruckt schon beim Ankommen mit bunt leuchtenden Windspielen, farbenfrohen Mosaiken und einem blühenden Vulkangarten. Das Besondere daran: Manrique baute sein Haus vor rund 40 Jahren direkt in ein karges Lavafeld hinein, nachdem er dort die grüne Spitze eines Feigenbaums entdeckte, der aus einer unterirdischen Lavablase wuchs. Über geschwungene Basalttreppen geht es durch Wohnräume, die mitten in die natürlichen Lavanischen gebettet sind, inklusive des legendären Feigenbaums im Wohnzimmer und eines strahlend weißen Pools inmitten des schwarzen Vulkansteins.

Die schönsten Strände auf Lanzarote mit Kindern
Playas de Papagayo: Baden mit Kindern
Es gibt viele schöne Strände auf Lanzarote. Helle und schwarzsandige, versteckte und größere, kurzum: Es gibt Beaches für jeden Geschmack. Doch unser Herz schlägt für die Papageienstrände in Lanzarotes Süden, oder wie man sie hier nennt: für die malerischen Playas de Papagayo. Sie bestehen aus mehreren halbrunden und von Felsen eingerahmten Buchten. Unser Favorit: der letzte Strand vor der Südspitze.

Playa Flamingo in Playa Blanca: ruhiger Familienstrand für Babys und Kleinkinder
Wenn ihr mit Babys oder Kleinkindern unterwegs seid, ist die Playa Flamingo im Süden der Insel perfekt. Die feinsandige Bucht wird von zwei großen Wellenbrechern geschützt, sodass das Wasser hier fast immer glasklar und spiegelglatt ist – ideal zum gefahrlosen Planschen und für die ersten Schwimmversuche. An der angrenzenden Promenade findet ihr zudem schattige Cafés, Eisdielen und WCs in direkter Nähe.

Playa Chica in Puerto del Carmen: Schnorcheln mit Kindern in geschützter Bucht
Die kleine, hufeisenförmige Playa Chica ist ein echter Geheimtipp für kleine Entdecker. Durch die geschützte Lage aus Vulkanfelsen gibt es hier kaum Wellen, dafür aber eine faszinierende Unterwasserwelt direkt am Ufer. Wenn eure Kinder mit Schnorchel und Taucherbrille unterwegs sind, können sie schon im hüfttiefen Wasser unzählige bunte Fische beobachten.

Playa Grande in Puerto del Carmen: flach abfallender Sandstrand für Familien
Die Playa Grande ist der wohl bekannteste und weitläufigste Strand im lebhaften Süden der Insel. Mit ihrem feinen, goldenen Sand und dem sehr flach abfallenden Ufer ist sie wie gemacht für ausgiebige Strandtage mit der ganzen Familie. Dank des ruhigen Wassers können kleine Kinder hier bedenkenlos im Seichten planschen und bauen. Entlang der angrenzenden, Palmengesäumten Promenade (Avenida de las Playas) findet ihr zudem zahlreiche Restaurants, Cafés, Spielplätze, Eisdielen sowie WCs.

Playa de las Cucharas in Costa Teguise: Familienstrand mit Platz für Windsurf-Anfänger
An der Ostküste bietet die Playa de las Cucharas eine tolle Mischung für Familien mit Kindern unterschiedlichen Alters. Der breite, helle Sandstrand fällt flach ins Wasser ab und bietet viel Platz zum Sandburgenbauen. Während im geschützten Innenbereich entspannt geschwommen werden kann, treffen sich weiter draußen Windsurfer – perfekt, wenn eure älteren Kids Lust haben, einen Schnupperkurs zu machen.

Playa de Famara: Naturstrand für ältere Kinder, Teens und Surfer
Für ein beeindruckendes Naturerlebnis lohnt sich ein Ausflug an die Playa de Famara im Nordwesten. Zwar ist dieser kilometerlange Strand wegen des starken Windes und der Strömung nicht zum ruhigen Schwimmen für Kleinkinder geeignet, dafür ist er ein absolutes Paradies für Teens und angehende Surfer. Bei Ebbe entstehen auf dem feuchten Sand riesige Spiegelflächen und flache Gezeitenpools, in denen kleine Kinder wunderbar keschern und bauen können, während im Hintergrund die gewaltigen Steilfelsen aufragen.

Tagesausflug nach La Graciosa: Paradiesische Insel ohne Asphalt
Ein Ausflug auf die kleine Nachbarinsel La Graciosa ist ein kleines Abenteuer und lohnt sich allemal. Schon die 25-minütige Fährüberfahrt von Órzola ist aufregend. Auf der autofreien Insel gibt es keine geteerten Straßen – stattdessen lauft ihr auf Sand durch den Hauptort Caleta de Sebe. Nach einem 30-minütigen Fußmarsch könnt ihr die Playa de la Francesa erreichen: Eine geschützte Bucht mit feinem, hellen Sand und türkisblauen Wasser. Perfekt zum Planschen, Schnorcheln und Sandburgenbauen. Alternativ könnt ihr euch auf der Insel auch ein Taxi nehmen, wenn euch der Weg zu weit ist. Packt unbedingt ausreichend Sonnenschutz und Snacks ein, da es an den naturbelassenen Stränden abseits des Hafendorfes keinen Schatten und keine Kioske gibt.

Fazit: ein Lanzarote-Urlaub ist beeindruckend – für Kinder und Erwachsene
Ihr ahnt es längst: Den nächsten Familienurlaub auf Lanzarote zu verbringen, ist eine großartige Idee. Auch, weil die Insel und das Klima Balsam für gestresste Elternseelen sind. Vor allem aber auch, weil es so viel Aufregendes zu entdecken gibt.
Praktische Infos für euren Familienurlaub auf Lanzarote
Wann ist die beste Reisezeit für einen Urlaub auf Lanzarote mit Kindern?
Lanzarote ist ein Ganzjahresziel mit milden Temperaturen. Für Familien mit Babys und Kleinkindern eignen sich besonders das Frühjahr (März bis Juni) und der Herbst (September bis November) mit angenehmen Werten um die 22 bis 26 Grad und viel Sonnenschein. Wer mit schulpflichtigen Kindern in den Sommerferien anreist, profitiert von warmem Meerwasser, sollte aber den Passatwind einplanen, der vor allem im Juli und August weht. Auch als Winterziel (z. B. in den Weihnachts- oder Faschingsferien) ist Lanzarote für Ausflüge sehr beliebt.
Braucht man auf Lanzarote einen Mietwagen?
Ein Mietwagen ist unbedingt empfehlenswert. Zwar gibt es ein öffentliches Busnetz (Guaguas), dieses verbindet jedoch vorrangig die größeren Orte miteinander und ist gerade mit Kinderwagen oder Strandgepäck nicht gerade bequem. Mit einem Mietwagen erreicht ihr Natur-Highlights wie den Timanfaya-Nationalpark oder versteckte Strände problemlos und in eurem eigenen Tempo. Bucht den Mietwagen am besten direkt ab/bis Flughafen Arrecife und reserviert benötigte Kindersitze unbedingt rechtzeitig vorab.
Welche Region auf Lanzarote ist am besten für Familien geeignet?
Für Familien stechen vor allem zwei Orte heraus:
Playa Blanca (im Süden): Sehr ruhig, familienfreundlich, bietet flach abfallende und wellengeschützte Strände (Playa Flamingo, Playa Dorada) sowie eine schöne Promenade.
Costa Teguise (im Osten): Gute Mischung aus kinderfreundlichen Stränden (Playa Cucharas), Wasserpark und zentraler Lage für Ausflüge auf der ganzen Insel.















