Top für Familien: die Loferer Alm

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Ein Skigebiet ohne Warteschlangen vor den Liften und mit erschwinglichen Skipässen? Gibt es: die Loferer Alm, direkt hinter der deutsch-österreichischen Grenze.

Es ist der erste Morgen – und ich muss zugeben: Lofer hat mich gleich um den Finger gewickelt. Die Sonne hat sich aus ihrem milchigen Mantel geschält und die Berggipfel rundherum in sanftes Licht getaucht. Von den Dachrinnen der Häuser hängen lange, spitze Eiszapfen, und die Tannen lassen ihre Zweige unter der dicken Schneeschicht hängen. Ich stehe auf unserem Balkon und schwärme still vor mich hin, doch meine Teenager-Tochter hat nur eines im Sinn: Sie möchte endlich auf die Piste! „Ich war seit einem Jahr nicht skifahren!“, jammert sie, als wäre das eine echte Katastrophe. So scheucht sie uns an den Frühstückstisch, ein paar Minuten später in die Skianzüge und dann zur Talstation, Skier ausleihen.

Winterwunderland Loferer Alm ©Michael Amme

Perfekt für Familien: die Loferer Almenwelt

Die Fakten zur Almenwelt Lofer kannte ich ja schon vor unserer Ankunft hier. Ich wusste, dass sich die dazugehörenden Berge bis in 1.800 Meter Höhe erheben, und dass es sich eher um ein kleineres Skigebiet handelt. Warteschlangen vor den Liften? Apres-Ski mit Styling-Verpflichtung? „Fehlanzeige!“, hatte mir eine Freundin versichert. Dafür wurde der Almenwelt Lofer schon mehrfach bescheinigt, besonders familienfreundlich zu sein.

Skischulen, Lifte, Unterkünfte – hier ist alles auf Familien eingestellt ©Michael Amme

Nach ein paar Gondelminuten steigen wir um in die Almbahn 2, dann trägt uns der Sessellift zur Grubhörndl-Spitze. „Nehmen wir die schwarze oder die blaue?“, will meine skibegeisterte Tochter beim Aussteigen wissen. Wir einigen uns auf die blaue Piste, die sich erst sanft und zahm, weiter unten dann steiler Richtung Tal schlängelt. Meine Tochter verschwindet wedelnd in einer Wolke aus Schnee, ihre zwei Brüder (11 und 17 Jahre) folgen. Dann machen auch wir uns auf den Weg, sehen Tannen an uns vorüberflitzen und unsere Kinder in der Ferne verschwinden.

Klein, fein und günstig

Die Almenwelt Lofer gehört nicht zu den großen Skigebieten, nicht einmal 50 Pistenkilometer schlängeln sich hier die Berge hinunter. Die meisten Abfahrten sind leicht (blau), zwölf Kilometer sind für fortgeschrittene Skifahrer (rote Pisten) und nur zwei Kilometer gelten als schwarze Pisten.

Top: die Skischulen für Kinder ©Michael Amme

Dafür geht es hier ruhiger zu als in den großen Skigebieten, das merken wir bereits am ersten Tag. Vor den Liften warten maximal eine Handvoll Skifahrer. Und der Loferer Familien-Skipass ist deutlich erschwinglicher als die Liftkarten in den großen Skigebieten. „Genau genommen kostet er gerade mal die Hälfte!“, meint mein Mann, als er sich an die Skipass-Kosten in den letzten Jahren erinnert.  

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Die nächsten Tage testen wir jeden einzelnen Pistenkilometer. Wir fahren mit der Schönbühel-Bahn hinauf auf den Schönbühel (1623 Meter), nehmen einen Steilhang und die Familienabfahrt unter die Lupe und begeistern uns für die neun Kilometer lange Talabfahrt. Mehrmals lassen wir uns vom Sechser-Sessellift namens Family Express in der Höhe absetzen, wir statten dem Snowpark einen Besuch ab und wagen uns sogar auf die schwarzen Pisten am Grubhörndl, die schwersten Abfahrten des ganzen Skigebiets. Und immer wieder lassen wir uns von der Sitzheizung des Achter-Sessellifts aufwärmen, während wir zum Schwarzeck (1565 Meter) hinaufschweben.

Top modern und manchmal sogar kuschelig warm: die Sessellifte im Skigebiet Loferer Alm ©Michael Amme

Lecker: Flädlesuppe, Schnitzel und Kaiserschmarrn

„Das ist meine Lieblingshütte!“, sagt mein Jüngster, während er zur Skihütte Schönblick hinaufstapft. Ich gebe ihm insgeheim recht, schaue mich um, bleibe an den Berchtesgadener Alpen haften und an den schroffen Bergkämmen der Leoganger und Loferer Steinberge. Dann folge ich ihm und dem Rest meiner Familie. Ordere wärmende Flädlesuppe, Salat, Schnitzel und Kaiserschmarrn. Und strecke mich dann in einem der Liegestühle auf der Terrasse aus.

In Österreich sagt man: an Guaden ©Michael Amme

An Tag fünf unserer winterlichen Woche treffen Philipp von der Kiteschule Skywalker an der Talstation, er wird uns das ABC des Snowkitens erläutern. Snowkiten sei eine Variante des Kitesailings, erzählt unser Lehrer zu Beginn, man lässt sich auf Skiern oder dem Snowboard von einem Drachen über verschneite Ebenen ziehen. Er lehrt uns Details über Anströmkanten, den Druckaufbau und einen Strömungsabriss. Und schiebt dann noch hinterher, dass der Geschwindigkeitsrekord bei über 110 Stundenkilometern liegt.

Ein Abenteuer für Eltern und Kinder: Snowkiten

Snowkiten: Aller Anfang ist schwer … ©Michael Amme

Meine Kinder versuchen ihr Glück. Sie fangen mit dem Drachen kleine Windstöße ein, schlittern ein paar Meter über den glatten Schnee. Stürzen, stehen wieder auf und versuchen es erneut. Nach zwei Stunden schafft mein Ältester seinen persönlichen Rekord: „Das waren bestimmt 30 Meter!“ Dann ist der Kurs zu Ende. Und wir brechen auf zu unserem letzten Programmpunkt in der Almenwelt Lofer: zur Naturrodelbahn ins Heutal.

Ich rufe: „Drei, zwei, eins, los!“ Auf Kommando treibt jeder seinen Schlitten an, wir lachen, fallen um, rappeln uns wieder hoch und nehmen Fahrt auf. „Ich habe Schnee im Gesicht!“, höre ich jemanden rufen. Dann folgt ein lautes Quietschen. Nach dreieinhalb Kilometern kommen wir unten an, einer nach dem anderen. Ein bisschen durchnässt. Kalt. Aber sehr fröhlich.

Die Naturrodelbahn führt auf einer Strecke von eineinhalb Kilometern durch den Wald ©Michael Amme

Prädikat familienfreundlich: die Loferer Alm

„War euch das Skigebiet nun zu klein?“, frage ich am letzten Morgen in die Runde. Meine Kinder schauen mich fragend an, meine Tochter schüttelt den Kopf, ihr Bruder versteht ohnehin nicht, warum man ständig andere Pisten runterwedeln sollte. „Ist doch super, wenn man sich auskennt und weiß, welche Pisten einem am besten gefallen. A propos,“ sagt er und drängt zum Aufbruch. „Wir müssen noch mal vom Grubhörndl zur Mittelstation fahren.“ „Und im Schönblick Kaiserschmarrn essen“, findet mein Jüngster. „Und zum Abschluss die Talabfahrt machen!“, sagt meine Teeni-Tochter.  

Eine Kulisse wie aus einem Urlaubsprospekt: die Berge rund um Lofer ©Michael Amme

Alle Infos für Familienferien auf der Loferer Alm

Unterkunft: Landhotel Schütterbad

Das schöne und familiengeführte 4-Sterne-Landhotel Schütterbad in Unken bei Lofer bietet spezielle Ski-Wochen-Pauschalen für Familien. Darin inklusive: Frühstücksbuffet, Kaffee und Kuchen am Nachmittag, ein 4-Gänge-Menü am Abend und Skipässe. Weitere Infos und Preise findet ihr unter www.schuetterbad.at.

Herrlich idyllisch in Alleinlage liegt das Landhotel Schütterbad etwas abseits der Talstation ©Michael Amme

Skikurse und Ausrüstung

Für Familien top: Die Skischule Sturm direkt an der Talstation. Die familiengeführte Skischule wurde schon mehrfach als Skischule des Jahres ausgezeichnet und bietet wirklich alles, was Eltern und Kinder brauchen – vom Skiverleih über den Bambini-Skikurs bis zum Familien-Skikurs.

Die Skilehrer der Skischule Sturm haben den Schwung und den Umgang mit Kindern raus ©Michael Amme

Region Almenwelt Lofer

Die Almenwelt Lofer ist voll und ganz auf Familien eingestellt. Familienfreundliche Liftpreise, top moderne Sesselbahnen und liebevoll gestaltete Kinderareale – das alles hat das Portal skiresort.de dazu veranlasst, die Almenwelt mit fünf Sternen in der Kategorie Familienfreundlichkeit auszuzeichnen.
Wer den Skipass nicht im Hotelpaket gebucht hat: Die Almenwelt Lofer hat Familien-Skipässe im Programm. Weitere Infos zum Skigebiet findet ihr hier: www.skialm-lofer.com.

Mitten im Zentrum der Almenwelt Lofer liegt die Skischule für die Kinder ©Michael Amme

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