Zwischen Magie und Natur: Mit Kindern in der Oberlausitz unterwegs

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Urige Baumhäuser, aufregende Naturpfade und echte Abenteuerorte – die Oberlausitz ist ein Geheimtipp für Familien. Wir waren für euch da!

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„Immer mit der Ruhe! Ihr seid hier im Land der Kinder – und Kinder müssen keine Uhrzeiten kennen“, kichert mir die kleine Elfin zu, als wir, zugegebenermaßen etwas spät, zum Start des Abendprogramms angewetzt kommen. Erst jetzt schaue ich mich um und sehe, dass ich umzingelt bin von Hexen, Feen und kleinen Kobolden. Wir sind mitten in einem echten Abenteuer gelandet – in der Geheimen Welt von Turisede.

Kinderprogramm in der Geheimen Welt von Turisede: einfach magisch! ©Anne Hulshof

Dieser magische Erlebnispark liegt versteckt zwischen uralten Bäumen an der Neiße, dort, wo früher ein geheimnisvolles Volk gelebt haben soll: die Turiseder. Es ist dunkel, in der Luft liegt der Duft von Feuer, vereinzelt glimmen bunte Lichter zwischen den Bäumen auf, aus der Ferne schwebt fröhliche Balkanmusik herüber.

In der Geheimen Welt von Turisede gibt es mehrere Feuerstellen – superaufregend für Kinder! ©Anne Hulshof

Wir verlieren zwischen all den schiefen Türmen, Wurzelhäusern und wackeligen Brücken kurz die Orientierung. Dann treffen wir auf Kobold Paulus, der uns noch mit einem Geheimtipp zum Abendprogramm des Herbstfestes Höllowum verrät: „In Turisede passiert das Beste immer zwischen den Wegen! Haltet die Augen auf. Wir sehen uns nachher beim Fackellauf!“

Die Geheime Welt von Turisede: Hier gibts an jeder Ecke was zu entdecken ©Anne Hulshof

Wir – mein Mann Fabian, unsere Söhne Jannis (4), Jona (1) und ich – sind gerade in der Oberlausitz angekommen, dieser wunderbar grünen Region im Osten von Sachsen, wo Wälder, Dörfer und kleine Städte ineinander übergehen. Von Berlin aus sind es knapp drei Stunden, und schon am Ende der Fahrt spüren wir, dass wir hier in den nächsten vier Tagen den Großstadtrubel weit hinter uns lassen können.

Die Kinder unserer Autorin staunen nicht schlecht über dieses magisch-mystische Ambiente ©Anne Hulshof

Magisch: die Baumhäuser und Hobbithöhlen in der Geheimen Welt von Turisede

Unsere Unterkunft für diese Nacht befindet sich in Behütum, dem Schlafareal der Geheimen Welt von Turisede, wo ein Baumhaus verwunschener in den Himmel ragt als das nächste. Wir wohnen in Dragomirs Erdversteck – einer Mischung aus Saunafass und Hobbithöhle, ein gemütlich schiefes Erdhaus mit Rundbogenfenstern und knarrender Tür.

Dragomirs Erdversteck: wild, mystisch und supergemütlich ©Anne Hulshof

Die Kinder stürmen begeistert hinein. „Wer weiß, vielleicht findet ihr ja sogar einen Schatz!“, hatte der großgewachsene Rezeptionist beim Einchecken prophezeit. Klar, dass Jannis ins Häuschen rennt und im Handumdrehen jeden Winkel der muckeligen Unterkunft kennt. Während ich den Duft von Kiefernharz aufsauge und mich heimlich über die Toilette auf einem Thron amüsiere, höre ich die Freudenschreie meines Sohnes: „Mama, guck mal, das könnte der Schatz sein!“ Vier kleine Beine lugen unter dem Bett hervor. Die beiden strahlen, als hätten sie echtes Gold gefunden.

Klein, aber sehr gemütlich: die Unterkünfte in der Geheimen Welt von Turisede. Hier zu sehen: Dragomirs Erdversteck ©Anne Hulshof

Die Geheime Welt von Turisede liegt in Sachsen und direkt an der polnischen Grenze. Zwischen Baumwipfeln und Erdhügeln wurde hier eine Abenteuerwelt aus Holz, Lehm und Fantasie geschaffen. Baumhäuser, Seilbrücken, unterirdische Gänge, Tiere und Naturpfade machen sie zu einem besonderen Ziel für Familien. Wer hier übernachtet, darf den Park auch nach Sonnenuntergang und die ganze Nacht hindurch erkunden, wenn Lichter glimmen und die Fantasie noch ein bisschen wacher wird.

Wackelbrücken und Wasserspiele: die Geheime Welt von Turisede

Am nächsten Morgen sehen wir Turisede im Sonnenlicht. Gut gestärkt vom köstlichen Frühstück im Baumstammlokal schauen wir den Kindern zu: Sie klettern über teils schwindelerregend hohe Wackelbrücken, balancieren über Baumstämme, kriechen durch endlose Tunnelsysteme. Überall entdecken sie etwas: Wasserspiele, Klettertürme, verwinkelte Gänge. Die Anlage wirkt wie aus einem riesigen Kindertraum geschnitzt: handgearbeitet, bunt bemalt, aber nicht überdreht. Hühner gackern zwischen den Bäumen, Ziegen meckern von der Weide und der Kakadu Coco krakeelt fröhlich.

Klettertunnel, Wackelbrücken und mehr: Die Geheime Welt von Turisede ist ein Paradies für Kinder ©Anne Hulshof

Fabian steht neben mir und lacht, als Jannis versucht, in einer Holzkiste auf Rollen den Hügel hinunterzudüsen. „Sehr angenehm, dass man hier gar nichts planen muss“, sagt er. „Man kann sich einfach treiben lassen.“ Und das stimmt. Turisede ist weniger Freizeitpark, mehr ein Ort, der Familien einfach Raum gibt, sie selbst zu sein.

Sich treiben lassen und an jeder Ecke Neues entdecken – das ist hier Programm ©Anne Hulshof

Pension Cubana: Kuba-Flair in Sachsen

Später am Tag beziehen wir ein paar Kilometer weiter unser nächstes Urlaubszuhause: die Pension Cubana in Rothenburg/Oberlausitz. Kaum treten wir in den Hof, hören wir die ersten Salsa-Rhythmen. Wir lassen die Kulisse auf uns wirken: die warmen Sandsteinfliesen, Palmen, Algarve und runde Schirmchen.

Kuba-Flair in Sachsen – in der Pension Cubana. Auch hier sind Familien gut aufgehoben ©Anne Hulshof

„Wäre es ein bisschen tropisch-wärmer, könnten man fast denken, wir sind gerade auf Kuba!“, sage ich lachend und füge leise hinzu: „Wo ist mein Mojito?“ Die Wände unserer Ferienwohnung „Havanna“ leuchten in türkis und gelb, überall kleine Details aus dem Karibikstaat. „Im Sommer gibt es hier Liegestühle und Cocktails im Hof!“, schwärmt unser Gastgeber Tino und zeigt uns den Spielplatz um die Ecke. Das lateinamerikanische Flair steckt an: Jannis tanzt barfuß durch die Küche, Jona rollt einen handgefertigten Holz-Oldtimer hinterher.

Ein Ort zum Wohlfühlen: die Pension Cubana in Rothenburg/Oberlausitz ©Anne Hulshof

Geschichte zum Anfassen: der Erlichthof in Rietschen

Am nächsten Morgen fahren wir zum Erlichthof nach Rietschen. Zwischen alten traditionellen Häuschen und holprigem Kopfsteinpflaster scheinen die Uhren langsamer zu ticken. Ute John, die seit über 30 Jahren hier arbeitet, sagt: „Das Besondere ist, dass man die Geschichte hier spielerisch erleben kann. Kinder sehen altes Handwerk nicht nur – sie erleben es: sie weben, töpfern, sägen.“

Ein Highlight für Eltern und Kinder: der Erlichthof ©Anne Hulshof

Jannis wirft auf dem Fischerei-Erlebnispfad Netze aus und fängt kleine Holzfische. Seine Augen leuchten, als er selbst am Webstuhl Platz nehmen darf. Zum Abschluss verrät uns Annett, die Weberin, noch ihren Lieblingsort in der Region: „Geht in den Wald. Da können eure Kinder toben, entspannen und herrlich spielen.“ Anschließend folgen wir einfach nur unserer Nase und landen im Forsthaus am Erlichthof, wo es wunderbar nach Wildgulasch und Apfelstrudel duftet – regional, authentisch, köstlich.

Einfach schön: die Oberlausitz in Sachsen ©Anne Hulshof

Magisch und mystisch: ein Besuch an der Rakotzbrücke

Später zieht es uns in den Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau. Zwischen Schloss, Wiesen und alten Bäumen leuchtet der Herbst in seinen schönsten Farben. Wir sitzen am Wasser, genießen – was sonst – ein Fürst-Pückler-Eis und schauen, wie Jannis und Jona die letzten Kastanien einsammeln.

Der nächste Ausflug, das nächste Highlight: der Muskauer Park, UNESCO-Welterbestätte ©Anne Hulshof

Irgendwann sitzen wir ein paar Kilometer weiter wieder am Wasser, dieses Mal an der Rakotzbrücke, die auch als Teufelsbrücke bekannt ist. Der Steinbogen spiegelt sich wunderbar im Wasser. „Diese Brücke ist unglaublich schön!“, flüstere ich Fabian fast ein bisschen ehrfürchtig zu. Die goldenen Blätter tanzen im Wind. „Mama, es schneit Herbst!“, ruft Jannis, und für einen Moment stimmt das sogar.

Hat auf Instagram schon einen Hype ausgelöst: die Rakotzbrücke ©Anne Hulshof

Ein neuer Tag, ein neues Ziel: der Findlingspark Nochten, ein eindrucksvolles Beispiel für Wandel. Wo sich einst Kohlebagger ins Erdreich gegraben haben, liegt heute eine weitläufige Landschaft aus Sand, Heide und über 7.000 Findlingen.

Eine Landschaft, zum Bleiben schön: die Oberlausitz ©Anne Hulshof

Zwischen Steinen und Gräsern entdecken unsere Kinder kleine Wege, Nischen und Hügel zum Klettern. Der Spielplatz ist perfekt für kleine und große Entdeckerinnen und Entdecker: Es gibt Höhlen, Wasserbrunnen und – Jannis’ absolutes Highlight: einen Wüstenspielplatz, in dessen Sand Kinder glitzernde Edelsteine sieben und mit nach Hause nehmen können.

Auch ein echtes Highlight: der Spielplatz im Findlingspark Nochten ©Anne Hulshof

Oberlausitz: Viel Freiheit, viel Platz

„Das hier ist mein Lieblingsort in der Oberlausitz“, wirft mir eine vorbeigehende Spaziergängerin mit wunderbar-wuscheligem Hund entgegen: „Hier kann man einfach durchatmen. Und für Kinder ist es das reinste Abenteuer – so viel Platz, so viel Freiheit.“ Ich muss schmunzeln: Das mit der Freiheit und dem Platz zum Toben habe ich in den letzten Tagen schon öfter gehört…

Edelsteine suchen – das könnt ihr mit euren Kids im Findlingspark Nochten ©Anne Hulshof

Die Oberlausitz im Osten von Sachsen ist eine Region voller Gegensätze: Uralte Handwerkskultur trifft auf moderne Erlebnisorte, tiefe Wälder auf weite Felder. Familien finden hier keine lauten, grellen Attraktionen, sondern Orte, die Raum lassen – zum Spielen, Staunen und Durchatmen.

Oberlausitz: Hier gibt es viel Platz zum Toben ©Anne Hulshof

Als wir am letzten Abend die Koffer packen, entdecke ich Matsch an Jannis’ Gummistiefeln. „Das ist kein Matsch, das ist Kobold-Erde!“, ruft er mir voller Überzeugung entgegen. „Die bringt Glück!“ Ja, vielleicht tut sie das. Denn die Oberlausitz hat uns gezeigt, dass es sie noch gibt – diese Orte, an denen Kinder toben, Eltern durchatmen und Familien wirklich gemeinsam Zeit verbringen können. Und mit diesem Gefühl fahren wir heim – mit müden Kindern, warmen Herzen und ein bisschen Kobold-Erde im Gepäck.

Natürlich kann man die Oberlausitz zu jeder Jahreszeit ansteuern. Im Herbst ist sie besonders schön ©Anne Hulshof


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