Österreich: Familienurlaub im Berghotel Rudolfshütte

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Schon die Anreise ist ein Abenteuer: Das Berghotel Rudolfshütte erreicht man nur mit der Gondel. Oben angekommen, ist man mitten in einer zauberhaften, hochalpinen Welt aus Gipfeln und Seen. Lumao-Autorin Marion hat sich mit ihrer Familie hier oben einquartiert.

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Die Gondel schwebt durch einen grauen Vorhang den Berg hinauf. „Sind das Wolken oder ist das Nebel?“, will mein achtjähriger Sohn Florian wissen. Ich habe keine Ahnung und starre hinaus ins milchige Weiß. Die Gondel surrt unbeirrt weiter – bis es auf 2.315 Meter Höhe plötzlich ruckt. Wir schaukeln noch einmal sanft hin und her, dann öffnet sich die Tür und wir steigen mit Sack und Pack aus.

Schon die Anreise ist außergewöhnlich: Ins Berghotel Rudolfshütte kommt man nur mit der Gondel ©Marion Bürkner

Familienurlaub auf der Rudolfshütte. Ein Gang führt von der Bergstation zum 3-Sterne-Hotel, das früher eine Alpenvereinshütte war. Es gibt 90 gemütliche Doppel- und Familienzimmer mit eigenem Bad für zwei bis vier kleine und große Urlauberinnen und Urlauber und ein Matratzenlager mit Platz für elf Personen.

Urig-schön und ganz gemütlich: die Familienzimmer in der Rudolfshütte ©Marion Bürkner

Im Neubau entstehen 37 weitere Zimmer mit 4-Sterne-Komfort, „die sollen zur Wintersaison 2022/23 fertig werden“, erfahre ich an der Rezeption. Dann beziehen wir unser Familienzimmer: ein Doppelbett für meinen Mann und mich, ein Stockbett für die Kinder, dazu ein Badezimmer. „Und wahrscheinlich ist die Aussicht atemberaubend“, sage ich zu meiner Familie. „Vorausgesetzt natürlich, der Nebel lichtet sich…“

Postkartenschön: die Umgeburg des Berghotels Rudolfshütte ©Berghotel Rudolfshütte GmbH

Ein Platz für Familien: das Berghotel Rudolfshütte

Die ersten Stunden unseres Urlaubs erkunden wir nur das Innere der Rudolfshütte: die zwei Spielzimmer mit Tischkicker, Billardtisch und Tischtennisplatte zum Beispiel. Wir stöbern durch die große Spielesammlung an der Rezeption und studieren das bunte Kinderanimationsprogramm, das hier von montags bis freitags angeboten wird – mit Picknick, Naturentdeckungen, Kletterkursen, Wanderungen und Lagerfeuern.

Von montags bis freitags findet ein Kinderprogramm statt ©Marion Bürkner

Außerdem lassen wir unsere Blicke die hauseigene Indoorkletterwand hinaufschweifen, begutachten den Fitnessraum, den Saunabereich und das Hallenbad. Beste Voraussetzungen, um auch bei schlechtem Wetter viel Spaß zu haben, denke ich im Stillen.

Die Kletterwand in der Rudolfshütte bietet ca. 300 qm Kletterfläche und ist ein ideales Trainingsgelände – auch für Lumao-Autorin Marion ©Marion Bürkner

Am zweiten Tag ist das Wetter nur mäßig, daher nehmen wir nach dem Frühstück die Seilbahn, schweben wieder ins Tal hinab und fahren mit dem Auto in die Nationalparkwelten im benachbarten Mittersill. „Das Nationalparkzentrum zählt zu den modernsten in Europa“, informiere ich meine Familie zur Einstimmung. Und wirklich: Die zehn Erlebnisstationen, 3D-Kino und das 360-Grad-Panoramakino sind superspannend und verraten uns viel Interessantes über den Nationalpark Hohe Tauern, in dem sich Österreichs höchster Gipfel – der Großglockner (3.798 m) –, 266 Dreitausender und 342 Gletscher befinden.

Eine Landschaft, zum Staunen schön ©Marion Bürkner

Die Kinder staunen, studieren und streicheln. „Schau mal Mama, ich bin ein Murmeltier“, ruft Florian und schaut wie eins der niedlichen Tierchen aus einem künstlichen Erdloch heraus. Meine Tochter ist fasziniert von den riesigen Eiszapfen in der Gletscherwelt: „Die sind ja aus echtem Eis!“, staunt sie.

Weißsee Gletscherwelt: unzählige Wanderwege für Eltern und Kinder

Insgesamt gibt es rund um die Rudolfshütte mehr als 40 Kilometer markierte Wanderwege, die bis auf knapp 3.000 Meter Höhe reichen. Wir fangen mit einem einfachen Spazierweg an: mit dem Panoramaweg entlang des Weißsee Speichersees.

Ein wahres Wanderparadies: die Weißsee Gletscherwelt ©Marion Bürkner

Ein paar Tage später schnüren wir unsere Wanderschuhe erneut und gehen über den Hans-Gruber-Weg zum Sonnblickkees-Gletscher. Über Leitern und an Sicherungsseilen hangeln wir uns zum Gletscher. Wir stapfen über große Steinplatten und durch kleine Gletschermilchbäche dem Eis entgegen. Bis wir irgendwann vor einer Informationstafel stehen, die uns verrät, wie stark der Gletscher in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist. „Wenn das so weitergeht, gibt es in zehn bis 15 Jahren keine Gletscher mehr in Europa“, liest meine Tochter vor und wirkt bedrückt.

Der Nationalpark Hohe Tauern: imposante Naturkulisse mit über 3.000 m hohen Berge ©Marion Bürkner

Aber sie lächelt bald wieder, denn der Rückweg ist atemberaubend und ein kleines Abenteuer: Wir wandern an Wasserfällen entlang und überqueren mehrmals Bachläufe. Zwischendurch sticht die Sonne durch die Wolken und hüllt den Weißsee, die Rudolfshütte und die umliegenden Berge in warmes Licht. Einfach traumhaft!

Natur pur mit Wiesen, knorrigen Bäumen, Seen und Gebirgsbächen – einfach herrlich! ©Marion Bürkner

Berghotel Rudolfshütte: Kletterparadies für Anfänger und Fortgeschrittene

Nicht nur in der Rudolfshütte selbst kann man klettern. Regelmäßig finden im Rahmen des Gästeprogramms und auch für die Kinder Kletterkurse statt. Wer auf eigene Faust klettern möchte, findet an den meisten Routen bereits Topropes und an der Hotelrezeption Gurte und Schuhe. Rund um die Rudolfshütte breitet sich ein wahres Kletterparadies aus: Für große und kleine Einsteigerinnen und Einsteiger ist der Kronprinz-Rudolf-Klettersteig perfekt, für Erfahrene der Kristall-Klettersteig.

Und auch Sportklettergärten in den Schwierigkeitsgraden III bis X sind ganz in der Nähe (der Little Yosemite und der Fürlegg-Pfeiler zum Beispiel).

Hier gibt es indoor und outdoor jede Menge Klettermöglichkeiten ©Berghotel Rudolfshütte GmbH

Am nächsten Morgen bricht die Sonne schon früh durch die Wolken. „Wow, ist das traumhaft hier“, begeistert sich meine Tochter Katharina. Kurz darauf brechen wir zur Drei-Seen-Wanderung auf, die direkt am Fuße der Rudolfshütte beginnt und endet. Schon vom Gipfel des Schafsbühel/Schafsbichl aus sehen wir das türkise Wasser des großen Tauernmoos-Stausees, zu dem wir hinunterwandern, um dort eine Pause in der Sonne einzulegen. Dann geht’s weiter Richtung Mittelstation der Weißsee-Gletscherbahn und darüber hinaus bis zum Grünsee, der seinem Namen alle Ehre macht. Katharina schwärmt: „Ich bin ganz verliebt in diese Landschaft.“

Auch für Familien mit Vierbeinern ein top Ziel: das Berghotel Rudolfshütte und Umgebung ©Marion Bürkner

Traumplatz mit Bergblick: die Sonnenterrasse der Rudolfshütte

Es gibt Dutzende Wanderwege rund um die Rudolfshütte, „mehr, als man in einer Ferienwoche erwandern könnte“, sage ich am nächsten Tag beim Frühstück. Trotzdem entscheiden wir, die Nachmittagsstunden in der Rudolfshütte zu verbringen, ganz genau: auf der Sonnenterasse. So sinke ich später in einen Liegestuhl, genieße meinen Kuchen und lasse meine Blicke die Gipfel rundherum hinaufklettern. In der Ferne pfeifen Murmeltiere. Und meine Kinder tollen irgendwo rund um das Berghotel in der Natur herum. Kann ein Bergurlaub schöner sein?

Dem Himmel ganz nah: Familienurlaub auf 2.315 m Höhe ©Marion Bürkner

Am letzten Tag streuen wir noch eine kurze Wanderung ein – einmal hinunter zur Mittelstation am Grünsee. Der Weg schlängelt sich sanft den Berg hinunter. Es wird langsam wärmer. Flechten und hochalpine Pflanzen weichen klassischen Wiesenblumen wie Löwenzahn und Gänseblümchen. Wir stärken uns noch kurz an der Mittelstation und sausen dann mit der Gondel wieder hoch zur Rudolfhütte. Denn am Nachmittag möchten Katharina und Florian bei den Weißsee-FÜXXEN mitmachen. Heute auf dem Kids-Programm: ein Ausflug in einen alten Bergwerksstollen.

Der beheizte Pool ist nur eines der Highlights, die die Ruolfshütte zu bieten hat ©Berghotel Rudolfshütte GmbH

Familienurlaub auf der Rudolfshütte: im Sommer und Winter ein top Ziel

Als die Sonne hinter den Gipfeln verschwindet und das Lagerfeuer vor uns knistert, lassen wir die vergangenen Ferientage Revue passieren. Wir zählen all die Vorteile auf, die ein Urlaub auf der Rudolfshütte mit sich bringt. Die unberührte Natur rundherum, das abwechslungsreiche Kinderprogramm, die atemberaubenden Wanderwege. Und nicht zu vergessen: die Abgeschiedenheit. „Im Winter ist es hier bestimmt auch wunderschön“, sage ich mehr zu mir als zu meiner Familie. Doch die haben es gehört – und sind meiner Meinung!

Marion ist freie (Reise-)Journalistin und mit Mann Andreas und den beiden Kindern Katharina (11 Jahre) und Florian (8 Jahre) gerne und viel unterwegs – ob kleine Ausflüge oder Wanderungen oder große Urlaube. Für Lumao starten sie von Bad Tölz aus auf Entdeckungstouren in Deutschland und Europa.

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