Es gibt tausend Wege, Kindern einen Spaziergang schmackhaft zu machen. Die Klassiker: Am Ende gibt’s ein Eis. Oder Pommes. Oder beides. Und dann erleben wir im Thüringer Wald etwas anderes: Auch nach zwei Stunden gehen die Kinder jeden Schritt mit, laufen voran und entdecken hinter jedem Baum ein neues Abenteuer. Es ist wie verhext. Oder besser gesagt: verwunschen. Denn im Abenteuerwald Feenweltchen in Saalfeld im Thüringer Wald spazieren wir nicht einfach durch die Natur. Wir durchqueren das Reich der Feen, Trolle und Naturgeister.

Thüringer Wald mit Kindern: Unsere Ausflugsziele im Überblick
- Feenweltchen und Saalfelder Feengrotten in Saalfeld
- Feriendorf Auenland mit Sommerrodelbahn
- Zwergstatt in Gräfenroda
- Zwergenpfad bei Frauenwald
- Haus der Natur in Goldisthal
- Glasbläserei im Thüringer Wald
- Rennsteig
- Terrassenbad Schönbrunn
- Hohenwarte-Stausee
- Saalemaxx in Rudolstadt
Feenweltchen Saalfeld: Abenteuerwald für Familien
Es ist nur eines von vielen Abenteuern, die wir im Thüringer Wald erleben – dem Mittelgebirge, das sich von Eisenach bis zum Thüringer Meer zieht. Dunkelgrüne Wälder, sanfte Höhen und Grün, so weit das Auge reicht. Doch die Region bietet Familien weit mehr als klassische Wanderwege. Der Feenwald ist das beste Beispiel dafür. In dem naturnahen Abenteuerpark tauchen zwischen Bäumen, Farnen und Wiesen immer wieder neue Figuren und Spielstationen auf. Es gibt etwas zu entdecken, zu erklettern oder auszuprobieren – die Feenschminke im Gesicht darf dabei natürlich auch bei uns nicht fehlen.

Wer die Feenweltchen besichtigt, sollte unbedingt auch die nur wenige Schritte entfernten Saalfelder Feengrotten besuchen – und genug Zeit mitbringen. Besonders spannend: Die Grotten entstanden nicht in einer natürlichen Höhle, sondern in einem früheren Bergwerk für Alaunschiefer. Wie die Arbeit hier ausgesehen haben muss, erleben wir bei einer Familienführung, die uns durch die unterirdischen Höhlen und Gänge führt.
Saalfelder Feengrotten: Unterirdisches Abenteuer für Familien
Andächtig lauschen die Kinder den Worten und Geschichten des Guides. Und auch wir Erwachsenen staunen über diese unterirdische Welt. Das absolute Highlight sind die farbigen mineralischen Ablagerungen, die die Natur hier über Hunderte von Jahren geformt hat – die Saalfelder Feengrotte gelten als die farbenreichsten Grotten Europas. Vielleicht ist genau das das Geheimnis eines Familienurlaubs im Thüringer Wald: Die Region verpackt ihre Geschichte in Geschichten – und verbindet sie mit Erlebnissen im Hier und Jetzt.

Schon unsere erste Unterkunft sieht aus, als hätte sie sich aus einem Märchenbuch in die Wirklichkeit verirrt. Im Feriendorf Auenland in Waffenrod übernachten wir in einem Hexen-Chalet. Die kleinen Holzhäuser sind von liebevoll gestalteten Spielplätzen umgeben, und gleich nebenan sausen Schlitten über die kurvenreiche Sommerrodelbahn.

Feriendorf Auenland: Übernachten im Hexen-Chalet
Das Feriendorf liegt bei Eisfeld im Süden des Thüringer Waldes, nicht weit vom berühmten Rennsteig entfernt. Der rund 169 Kilometer lange Rennsteig führt über den Kamm des Thüringer Waldes und weiter durch das Thüringer Schiefergebirge. Wer den Namen Thüringer Wald hört, denkt deshalb meist an lange Wanderungen, Wintersport und dichte Fichtenwälder.

Jetzt im Sommer erfahren wir, dass es hier noch so viel mehr zu entdecken gibt. Zum Beispiel in Gräfenroda, einem kleinen Ort, von dem wir zuvor noch nie gehört hatten. Dass ausgerechnet hier ein wichtiger Teil deutscher Vorgartenkultur entstanden ist, ahnten wir nicht: Der Ort gilt als eine der Geburtsstätten des Gartenzwergs, hinter dem eine spannende Handwerkstradition steckt.

In der Zwergstatt Gräfenroda werden die Figuren noch heute aus Ton gefertigt. Wer die Zwergstatt – eine Mischung aus Museum, Manufaktur und Café – betritt, landet in einer anderen Welt: Gartenzwerge überall. Große, kleine, ganz kleine, ernste, fröhliche und nachdenkliche. Zwerge, die gärtnern, lesen oder musizieren.
Gartenzwerge aus Gräfenroda: Ein Ausflugsziel für die ganze Familie im Thüringer Wald
Die Kinder können sich jedenfalls nicht sattsehen und jubeln, als wir im „Zwörgshop“ sogar unsere eigenen Gartenzwerge bemalen dürfen. Beherzt greifen wir zum Pinsel, und nach und nach werden die graubraunen Tongebilde zu farbenfrohen Unikaten. Einen Schönheitspreis würden unsere Kunstwerke wahrscheinlich nicht gewinnen, doch von uns und insbesondere von den Kindern werden sie mit ganz viel Stolz nach Hause getragen.

Der Zwergenpfad bei Frauenwald setzt die Geschichte in der Natur fort. Der vier Kilometer lange Naturerlebnispfad führt über Balancierbalken, vorbei an Tastkästen und kleinen Waldrätseln. Und wieder sind die Kinder kaum zu bremsen. Sie laufen vorweg, immer auf der Suche nach der nächsten Station. Mal müssen sie balancieren, mal fühlen, suchen oder rätseln. Es ist einer von vielen Orten, an denen sich der Wald nicht nur als Kulisse, sondern auch als echte Erlebniswelt zeigt.

Haus der Natur Goldisthal: Wasserenergie und Goldsuche für Kinder
Und immer wieder zeigt sich, wie eng Natur und traditionelles Handwerk im Thüringer Wald miteinander verbunden sind. Im Haus der Natur in Goldisthal dreht sich dabei alles um den Wald, die Landschaft und die Kraft des Wassers. Mit einem Quizbogen in der Hand starten wir den Rundgang durch den Innen- und Außenbereich. Überall gilt auch hier: Wenn Kinder nicht nur zuhören, sondern selbst mitmachen können, funktioniert es am besten. Auf dem Außengelände erfahren unsere Kinder spielerisch, was es mit der Wasserenergie auf sich hat. Und sie können sogar Gold schürfen. Genauer gesagt: Katzengold. Mit Engelsgeduld unterstützt das Team die Kleinen bei ihrem Goldfieber.
Glasbläserei im Thüringer Wald: Glasbläsern über die Schulter schauen
Anschließend erleben wir ein anderes Handwerk, für das die Region bekannt ist: die Glasbläserei. Bei einer Vorführung erhitzt Glasbläser André Escher die zähe Masse, bis sie sich formen lässt. Aus einem glühenden Klumpen entsteht mithilfe von Atem, Hitze und geschickten Bewegungen eine Kugel. Und auch hier stehen wir nicht nur staunend daneben, sondern dürfen uns selbst an dem Handwerk versuchen. Nur so viel: Unser Sohn hat seitdem einen neuen Berufswunsch.

Deutschlands ältester Höhenwanderweg: der Rennsteig
Von hier aus geht es weiter zum Rennsteig, Deutschlands ältestem Höhenwanderweg, der über den Kamm des Thüringer Waldes führt. Spätestens hier verstehen wir, warum der Thüringer Wald gern als „grünes Herz Deutschlands“ bezeichnet wird. Wald zieht sich über Hügel und Täler, dazwischen erscheinen kleine Orte und Wiesen, über die die Kinder tollen, als wären wir in Bullerbü.

Terrassenbad Schönbrunn: Baden mit Aussicht im Thüringer Wald
Aber nicht nur Wald, sondern auch Wasser begleitet uns auf unserer Tour. In dem traumhaft schön gelegenen Terrassenbad Schönbrunn im Schleusegrund finden wir Erfrischung und Badespaß – samt einem Panoramablick, der uns ein wenig an die Toskana erinnert. Und nicht nur im, sondern auch auf dem Wasser sind wir unterwegs. Zum Beispiel auf dem Hohenwarte-Stausee. Während einer 1,5-stündigen Tour mit einem Fahrgastschiff entdecken wir noch einmal eine ganz andere Seite von Thüringen mit Kindern: diesmal vom Wasser aus.

Hohenwarte-Stausee: Familienausflug auf dem „Thüringer Meer“
Der Stausee gehört zur Saalekaskade, einem System aus fünf Talsperren. Wegen seiner Größe und der fjordähnlichen, dicht bewaldeten Ufer wird das Gebiet häufig als „Thüringer Meer“ bezeichnet. Vom Schiff aus ziehen Buchten, Hänge und kleine Anlegestellen an uns vorbei. Nach den Wanderungen der vergangenen Tage ist die Rundfahrt eine angenehme Pause: Die Landschaft bewegt sich, während wir sitzen bleiben dürfen. Als der Kapitän die Kinder fragt, ob sie auch einmal lenken wollen, ist das natürlich viel wichtiger.

Unser zweites Quartier liegt ganz in der Nähe, in Rudolstadt. Sieben sogenannte Erlebnishäuser stehen direkt auf dem Gelände des Freizeit- und Erlebnisbads Saalemaxx. Schon beim Reinkommen ist klar, dass die Unterkünfte vor allem Familien im Blick haben.
Übernachten im Saalemaxx Rudolstadt: Erlebnishäuser direkt am Freizeitbad
Die Kinder tollen in einem Spielnetz, das sich wie eine riesige Hängematte als zweite Ebene über dem Wohnbereich aufspannt, und freuen sich über Spielzeug und Kuschelecken. Wir Erwachsenen genießen das moderne Design und die kurzen Wege ins Freizeit- und Erlebnisbad. Mehrmals am Tag laufen wir einfach im Bademantel hinüber und freuen uns, dass wir das Schwimmbad samt Wellenbecken und Rutschen in den Abendstunden fast für uns haben.

Ein besonderes Plus: Wer nicht nur planschen, sondern auch Bahnen ziehen möchte, findet zusätzlich ein Sportbecken. Und wer mag, lässt es sich danach im Wellness- und Saunabereich noch so richtig gut gehen.

Die Innenstadt von Rudolstadt ist übrigens ebenfalls nur eine kurze Autofahrt entfernt. Nach Tagen der Ruhe in der Natur freuen wir uns, durch die Altstadt zu schlendern, zu bummeln und im Beachclub auf unseren Urlaub anzustoßen, der sich langsam dem Ende zuneigt.
Familienurlaub in Thüringen: Abenteuer, die in Erinnerung bleiben
Als wir die Heimreise antreten, liegen auf der Rückbank selbst bemalte Gartenzwerge, eine Glaskugel und allerlei kleine Fundstücke aus dem Wald. Es sind Dinge, die bleiben. Genau wie das Gefühl, den Thüringer Wald mit unseren Kindern nicht einfach nur besucht, sondern wirklich erlebt zu haben.

Thüringer Wald mit Kindern: Gut zu wissen
Für welches Alter eignen sich die Ausflugsziele?
Viele Ziele im Thüringer Wald funktionieren besonders gut mit Kindergarten- und Grundschulkindern. Feenweltchen, Zwergenpfad, Sommerrodelbahn oder die Mitmachangebote in der Zwergstatt und im Haus der Natur sind klar auf jüngere Kinder ausgerichtet. Saalfelder Feengrotten, Glasbläserei, Rennsteig oder Hohenwarte-Stausee sind aber auch für ältere Kinder und Jugendliche interessant.

Wie viele Tage sollte man für den Thüringer Wald einplanen?
Für einen ersten Familienurlaub würden wir mindestens drei bis fünf Tage einplanen. Wer verschiedene Teile der Region kennenlernen möchte, kann problemlos eine Woche füllen. Da die Ausflugsziele teilweise weiter auseinanderliegen, lohnt es sich, die Reise nach Regionen zu planen oder – wie unsere Autorenfamilie das getan hat – zwei verschiedene Standorte zu wählen.
Welche Ausflugsziele eignen sich bei Regen?
Auch bei schlechtem Wetter gibt es im Thüringer Wald zahlreiche familienfreundliche Ausflugsziele. Besonders für Regenwetter-Tage eignen sich die Saalfelder Feengrotten, die Zwergstatt in Gräfenroda, das Haus der Natur in Goldisthal, eine Glasbläserei sowie das Saalemaxx in Rudolstadt. So muss ein Regentag im Thüringer Wald keineswegs zum verlorenen Urlaubstag werden.

Braucht man im Thüringer Wald ein Auto?
Für eine Rundreise mit mehreren Ausflugszielen ist es sehr praktisch, ein Auto dabei zu haben. Viele Orte liegen verteilt im Thüringer Wald und lassen sich so deutlich unkomplizierter miteinander verbinden. Wer nur an einem Standort bleibt, kann einzelne Ziele teilweise auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen – für eine Reise wie unsere würden wir das Auto aber klar empfehlen.
Welche Ausflugsziele lassen sich gut miteinander kombinieren?
Feenweltchen und Saalfelder Feengrotten liegen direkt beieinander und lassen sich ideal an einem Tag besuchen. Rund um Gräfenroda und Frauenwald können Zwergstatt und Zwergenpfad kombiniert werden. Im Süden des Thüringer Waldes passen das Haus der Natur in Goldisthal, Rennsteig, Glasbläserei und Terrassenbad gut in eine gemeinsame Etappe. Wer in Rudolstadt übernachtet, kann das Saalemaxx mit einem Ausflug zum Hohenwarte-Stausee verbinden.
Viele weitere Informationen rund um Familienurlaub im Thüringer Wald findet ihr auf der Website der Region.














