„Mama, können wir nicht immer wie hier im Urlaub wohnen?“, fragt mein vierjähriger Sohn Jannis und lässt seine Beine über dem Wasser baumeln. Wir sitzen auf der sonnigen Holzterrasse unseres Ferienhauses und essen cremiges Schokoeis. Ich lasse meinen Blick über den klaren See schweifen, atme tief ein und schweige erstmal. Aber zugegeben: Eigentlich wäre das eine wirklich wunderbare Idee!

Die nächsten vier Tage werden wir – mein Mann, unsere beiden Söhne (1 und 4 Jahre) und ich – Leipzig und Umgebung entdecken. Unser Zuhause hier ist das wunderschöne LAGOVIDA Ferienresort am Störmthaler See. Das Resort bietet verschiedene Unterkünfte, direkten Strandzugang, einen Abenteuerspielplatz und noch viel mehr. Unser Ferienhaus – das „Hafenhaus“ – duftet wunderbar nach Holz und verfügt über diese zauberhafte Terrasse – herrlich!

Warum das Leipziger Umland perfekt für Familien ist
Doch so schön unsere Unterkunft ist – die Umgebung ist es auch. Zum Beispiel: Torgau, unser erstes Ausflugsziel. Die Sonne brennt vom strahlend blauen Himmel, als wir in dem kleinen Städtchen ankommen, das als „Perle der Renaissance an der Elbe“ gilt.

Unser erstes Ziel: Schloss Hartenfels, genauer gesagt, der Bärengraben, denn hier leben tatsächlich zwei Braunbären: Bea und Benno. Schloss Hartenfels blickt auf 500 Jahre Bärentradition zurück, „vor vielen hundert Jahren haben hier mal fast 40 Bären gelebt“, erzähle ich meinem Sohn, der Bea und Benno beobachtet.

Wir sind alle ein wenig neidisch, weil die zotteligen Petze im Wasser des Schlossgrabens planschen können. Ich wende meinen Blick ab und lasse ihn über Schloss Hartenfels wandern, über die prachtvolle Schlossfassade und den großen Treppenturm. „Wusstest du, dass Martin Luther, Napoleon und Zar Peter der Große hier waren?“, frage ich meinen Mann. Doch Jannis zieht uns weiter, im Schlosshof findet ein Familienfest statt. Es riecht köstlich nach Gegrilltem, Kinder kreischen auf der Hüpfburg, und überall springen kleine geschminkte Tiger, Prinzessinnen und – oh Wunder – Bären herum. Auf der Suche nach Ruhe steige ich die größte freitragende, steinerne Wendeltreppe der Welt hinauf und bewundere die Architektur. In einer der Ausstellungen stoßen wir wenig später auf den prächtigen Märchensaal mit thematisch passenden Verkleidungsstücken.

„Wer hat meine Familie gesehen?“, rufe ich gespielt verzweifelt in die verkleidete Meute. Zwischen laut kichernden Hofdamen, Prinzessinnen, Rittern und Königen entdecke ich meinen einjährigen Sohn im Ritterkostüm.
Kleine Städtchen – große Abenteuer: Auf Entdeckungstour im Leipziger Umland
Bald finden wir uns im nahegelegenen Stadt- und Kulturgeschichtlichen Museum Torgau wieder. „Für die Kinder muss Geschichte erlebbar und spürbar sein“, verrät Museumsleiterin Cornelia König, während sie mit Jannis Museums-Memory spielt. Das kommt gut an, Jannis möchte auf keinen Fall gehen, bis ich ihm verspreche, im November zurückzukehren. Dann wird die neue Puppenspiel-Sonderausstellung eröffnet.

Leipzig und Umgebung begeistern Familien mit einer Mischung aus Kultur, Geschichte und aufregenden Freizeitangeboten – vom Leipziger Zoo über schöne und familienfreundliche Parks bis hin zu aufregenden Mitmach-Museen. Im Sommer locken außerdem noch die Seen des Leipziger Neuseenlands mit flachen Ufern und breiten Sandstränden, hier können Eltern und Kinder plantschen und Wassersport treiben. An einem der Seen – am Markkleeberger See – gibt es übrigens eine weitere empfehlenswerte Unterkunft: den familienzertifizierten Seepark Auenhain. Hier verteilen sich Ferienhäuser und -wohnungen in der schönen Landschaft, es gibt einen Wellnessbereich mit Pool, zwei Saunen, Sanarium und Dampfbad, Spielplätze, ein Kinderspielhaus, Skateboards, Roller, Tischtennis und vieles mehr.

Die Döllnitzbahn: Ein Ziel, das Eltern und Kinder lieben!
Sanfte Hügel und Felder rauschen an uns vorbei, als Jannis seine Hand am nächsten Tag verträumt aus dem Fenster der fahrenden Döllnitzbahn streckt und sie im Wind auf- und abtanzen lässt. Die schwarz-rote Lokomotive rattert schon seit über 140 Jahren mit ihren grünen Waggons von Oschatz nach Mügeln. Ein lautes Pfeifen, dann steigt Rauch auf und der „Wilde Robert“, wie die Bahn auch heißt, startet ihre Reise durch die zauberhafte Landschaft im Norden von Sachsen.
Unser Ziel heute: der Geoportal-Bahnhof Mügeln. „Hier gab es vor langer, langer Zeit mal gewaltige Vulkanausbrüche“, erklärt uns GeoRangerin Kerstin. „Vulkanausbrüche? Gibt es hier auch Dinosaurier?“, platzt es aus Jannis heraus (der ein großes Faible für Vulkane hat). Doch der Geopark entführt seine Gäste in eine Zeit lange vor den Dinosauriern. Wir erkunden das Gebiet auf GeoRouten und in Geoportalen: Geologische Lehrpfade, Erlebniswerkstätten, Steinbrüche, Wanderwege und Naturführungen lassen Erdgeschichte hautnah erleben.

Bevor die Beine unserer Kinder endgültig müde werden, schlendern wir noch durch die mittelalterliche Altstadt von Oschatz und entdecken den O-Schatz-Park. „Wie cool ist das denn bitte? Ein kostenloser Park mit Tieren, Labyrinth und – sehe ich da hinten E-Autoscooter?“, ruft mein Mann, der sein Glück offensichtlich kaum fassen kann. Jannis ist genauso begeistert, vor allem, als er irgendwann vor dem Alpakagehege steht. „Wir müssen los!“, sage ich, als es schon Abend wird. Und schiebe schnell hinterher: „Wer möchte noch mal in den See springen?“

Lieblingeort im Leipziger Umland: die Erlebniswelt ArkaZien
Am letzten Tag steht ein weiteres Highlight auf unserem Programm: Wir besuchen die Erlebniswelt ArkaZien. Und auf den ersten Blick ist klar: Das hier ist kein gewöhnlicher Freizeitpark, das ist etwas ganz Besonderes!

Ganz in der Nähe von Leipzig gelegen hat der Spielplatzbauer Günther Ziegler in Zusammenarbeit mit vielen kreativen Kräften in rund 13 Jahren Bauzeit eine fantasievolle Erlebniswelt erschaffen, in der kleine und große Gäste über 20 ineinander verwobene und zauberhaft gewachsene Themenbereiche entdecken können: geheimnisvolle Pfade, Seilbrücken, Tunnelsysteme, Baumhäuser, idyllische Rosengärten und Seeterrassen.

Das Besondere: ArkaZien setzt überwiegend auf natürliche Materialien wie Robinienholz, Handwerk aller Art und Kunstdetails, was dem Park nicht nur einen märchenhaften verwunschenen Charakter verleiht, sondern auch die Natürlichkeit und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt stellt. Und weil die Erlebniswelt ArkaZien ihre Besucherzahl täglich auf 1.500 begrenzt, gibt es hier keinen typischen Freizeitparkrummel, sondern eine entschleunigte Oase zum Spielen, Entdecken und einfach (Kind-)Sein.
Wir streifen durch den Park, balancieren über Baumstämme und wackelige Brücken, entdecken magische Hütten und Tunnelrutschen. Wir lassen Murmeln kullern, entspannen in Hängematten, bestaunen hölzerne Kunstwerke und ein Matschareal, in dem meine Söhne am liebsten Stunden bleiben würden.

Nach vielen Stunden verlassen wir die Erlebniswelt ArkaZien – vollkommen euphorisiert und beflügelt. Ist das der beste Kinderort der Welt?, frage ich mich. Sicher ist auf jeden Fall: Pippi Langstrumpf und Peter Pan wären ziemlich beeindruckt und würden direkt hier – im ArkaZien – ihr Lager aufschlagen! Sie würden mit einer Liane vom Dschungel Richtung Tempel schwingen, würden sich im Fischerdorf einnisten, überall rauf- und runterklettern, mit Wasser planschen und auf Steinen balancieren. Und ziemlich sicher auch die selbstgemachten Nudeln mit Tomatensoße schlemmen.

Ich schaue mich um und sehe glückliche Mamas wie mich und freudig erregte, strahlende Kinder mit roten Wangen. Und ich höre Jannis Stimme, der flehend fragt: „Mama, können wir morgen wieder hierherkommen? Bitteee!“



















