Ausflugstipp für Hamburg: Musical-Besuch mit Kindern

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Wisst ihr, was bei eurem nächsten Städtetrip nach Hamburg unbedingt auf eure Bucket-List gehört? Ein Musical! Die Hansestadt ist nicht nur Elbmetropole und Sightseeing-Spot, sie ist auch die drittgrößte Musicalstadt der Welt. Vorhang auf …

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„Krass, wie schnell die singen und wie viel Text sie auswendig können“, begeistert sich meine Tochter Jette (13), erntet Zustimmung von ihrer Freundin Alva: „Ja, ein richtiges Rap-Battle.“ Mit strahlenden Augen und einem breiten Lächeln im Gesicht strömen sie aus dem Theatersaal ins Foyer des Hamburger Operettenhauses. Wir sind in der Nachmittagsvorstellung von „Hamilton“, und bevor der Gong gleich den zweiten Akt ankündigt, wollen wir uns die Pause – ganz klassisch – mit einer Brezel verkürzen.

Eine top Wahl für Familien mit größeren Kindern beziehungsweise Teenagern: das Musical Hamilton im Hamburger Operettenhaus ©Kirsten Düspohl

Schmunzelnd folge ich den Mädels, die nun über Kostüme, Tanzeinlagen und den stärksten Song fachsimpeln. Ich kann die Euphorie der beiden verstehen – dieses Musical ist wirklich anders als alle, die ich bisher gesehen hab. Gut anders: diverser, moderner, mit einem Mix aus Hip-Hop und Pop und deutlich weniger Pathos und Kitsch.

Ein Musical über das Leben des Gründervaters der Vereinigten Staaten – über Alexander Hamilton ©Stage Entertainment GmbH/Johan Parson

Hamburg ist die Musical-Stadt in Deutschland

Klar, wer als Familie in Hamburg wohnt oder Urlaub macht, kommt an singenden Eisköniginnen und tanzenden Löwen kaum vorbei. Die Hansestadt ist ohne Zweifel die deutschsprachige Musicalmetropole. Noch viel beeindruckender: Hamburg ist nach New York und London die drittgrößte Musicalstadt der Welt. Mehr als zwei Millionen kleine und große Besucherinnen und Besucher kommen Jahr für Jahr nach Hamburg, um eine der mitreißenden Shows zu sehen.

Zwei von Hamburgs Musicalhäusern liegen direkt am Elbufer – die kleinen und großen Besucherinnen und Besucher setzen mit einer Fähre über ©Stage Entertainment GmbH

Und von denen gibt es reichlich: Allein Stage Entertainment hat hier mit dem Operettenhaus auf der Reeperbahn, der Neuen Flora an der Holstenstraße sowie dem Theater im Hafen und dem Theater an der Elbe vier große Häuser. Hinzu kommen das Mehr! Theater am Großmarkt, in dem Harry Potter seit 2021 verzaubert, und das Schmidts Tivoli als feste Musical-Größe auf dem Kiez.


Die besten Musicals für Kinder in Hamburg

Aufwendige Kostüme, fantasievolle Bühnenbilder, perfekt abgestimmte Choreographien und schmissige Gesangseinlagen – Musicals sind eine perfekte Veranstaltung für Familien, denn der bunte Mix aus Entertainment und Kultur, aus Schauspiel, Tanz und Gesang zieht generationsübergreifend selbst die größten Kulturbanausen und Theatermuffel in den Bann. Ein weiterer Pluspunkt: Weil das Musicalangebot in Hamburg so riesig ist und die Stücke immer mal wieder wechseln, ist für jeden die passende Show dabei – von Disney-Klassikern über Kult-Musicals bis hin zu Ohrwurmgaranten. Aber welches Hamburger Musical eignet sich am besten für Eltern mit Kindern? Ein Schnelldurchlauf.

Ein absolutes Hamburg-Highlight für Eltern und Kinder: ein Musical-Besuch ©Kirsten Düspohl

König der Löwen – seit über 20 Jahren Hamburgs Musical-Klassiker

Disneys König der Löwen begeistert seit mehr als 20 Jahren das Publikum. Warum dieses Musical Kinderherzen höherschlagen lässt? Das fängt schon bei der Anreise an – zum Stage Theater im Hafen setzt ihr nämlich ab den Landungsbrücken mit einer kleinen Fähre über. Und auch die Show an sich ist perfekt für Familien mit Kindern ab circa fünf, sechs Jahren. Die meisten der kleinen Besucherinnen und Besucher kennen den gleichnamigen Disneyfilm rund um Simba, Timon und Pumbaa vermutlich eh schon in- und auswendig. Ganz zu schweigen von den eingängigen Elton-John-Songs. Und trotzdem werden sie begeistert sein: von atemberaubenden Masken und Kostümen, von singenden und tanzenden Tieren und dem Hauch Afrika, der sich über den Theatersaal legt.

15 Millionen Menschen haben Disneys König der Löwen schon in Hamburg gesehen ©Stage Entertainment GmbH/Deen van Meer

Die Eiskönigin – Disneys Erfolgsfilm als Musical

Im Hamburger Freihafen liegen die afrikanische Savanne und die glitzernde Eiswelt des Königreichs Arendelle ganz nah nebeneinander: Direkt neben dem Theaterhaus von König der Löwen und ebenfalls mit der Fähre erreichbar befindet sich das Theater an der Elbe, in dem seit 2021 Disneys Die Eiskönigin residiert. Wer Anna und Elsa, Schneemann Olaf und Eismeister Kristoff sind, weiß vermutlich jedes Kind – und jedes dazugehörige Elternteil. Und so wundert es nicht, dass dieses Musical gerade bei jüngeren Kindern hoch im Kurs steht. Ihr Wunsch: Die geliebten Leinwandhelden einmal live sehen, hören und erleben. Stage Entertainment empfiehlt ein Mindestalter von drei Jahren, richtig interessant wird das spektakulär inszenierte Abenteuer mit viel Witz, Magie und jeder Menge Emotionen aber eher für Anna- und Elsa-Fans ab sechs Jahren – schließlich dauert das ganze Spektakel drei Stunden.

Zum Dahinschmelzen schön: Die Eiskönigin mit dem leicht zotteligen Rentier Sven ©Disney/Johan Persson

Mamma Mia – ABBA-Musical mit Ohrwurm-Garantie

ABBA-Hits wie „Dancing Queen“, „Mamma Mia“ und „Super Trouper“ kennen alle. Alle? Nun ja, zumindest alle Erwachsenen, unsere Kinder vermutlich eher weniger. Macht aber nichts, denn was die Songs dieser legendären Band in den 1970er Jahren schafften, gelingt ihnen auch heute noch: Sie reißen mit und nisten sich als hartnäckige Ohrwürmer ein – selbst wenn sie wie in dem Hamburger Musical Mamma Mia auf Deutsch gesungen werden. Vor allem aber versprühen sie Spaß und Leichtigkeit. Dafür sorgt auch die Geschichte dieses Stücks, die auf einer griechischen Insel spielt und sich – natürlich – um Liebe und Freundschaft dreht. Ein echtes Gute-Laune-Musical!

Mamma Mia ist perfekt geeignet für Familien mit Schulkindern und Teenagern ©Stage Entertainment GmbH/Brinkhoff-Moegenburg

Ein magisches Theatererlebnis: Harry Potter und das verwunschene Kind

Willkommen zurück in Hogwarts! Was passiert eigentlich, wenn Kindheitshelden erwachsen werden? Auf die Frage, was aus Harry Potter, Hermine und Ron aus J. K. Rowlings magischer Welt wird, gibt es im Mehr! Theater auf dem Hamburger Großmarkt die Antwort. Zugegeben, diese Show ist weniger ein Musical als vielmehr ein Theaterstück mit beeindruckenden Kostümen und ausgeklügelten Choreografien. Was „Harry Potter“ zusätzlich von den anderen Hamburg-Musicals unterscheidet? Magie! Besonders faszinierend sind nämlich die geheimnisvollen Illusionen und raffinierten Zaubertricks, aufregend untermalt mit Effekten aus Sound und Licht. Da kann es mitunter schon ein bisschen unheimlich werden, wenn zwei Generationen an Hogwarts-Schülern gegen mysteriöse Mächte kämpfen – das empfohlene Mindestalter von acht Jahren ist deshalb absolut angebracht.

Es läuft am Broadway, in Melbourne, San Francisco – und in Hamburg: das Musical Harry Potter und das verwunschene Kind ©Mehr-BB Entertainment GmbH/Manuel Harlan

Revolutionär, mitreißend, anders: das Musical Hamilton

Und dann ist da noch Hamilton, das revolutionäre Musical, das insgesamt elf Tony Awards, den renommierten Pulitzer-Preis und den Grammy abräumte … „Das war richtig, richtig cool“, sind sich Jette und Alva einig, als wir rund drei Stunden später das Operettenhaus verlassen. Beschwingt von dem Mix aus schnellen HipHop-Klängen, dynamischen Popsongs und modernen Choreographien. Und den Kopf voll mit amerikanischer Geschichte. Zugegeben, hätte mich vorher jemand gefragt, wer Alexander Hamilton war und welche Rolle dieser amerikanische Gründervater im 18. Jahrhundert für die Unabhängigkeit der USA spielte, ich hätte es nicht gewusst.

Lumao-Autorin Kirsten war mit Tochter und Freundin in Hamilton, ihr Fazit: Das Musical ist der Hammer! ©Kirsten Düspohl

Ob meine Teenie-Tochter und ihre Freundin jetzt nach der Vorstellung alles fehlerfrei zusammenfassen können? Vielleicht nicht, denn in diesem Musical mit insgesamt 47 (zum Teil schnell gerappten) Songs steckt ganz schön viel Inhalt. Ob das schlimm ist? Auf keinen Fall! Denn viel wichtiger als jedes einzelne Geschichtsdetail ist die Botschaft dahinter – und das Wissen, das auch ein Musical funktioniert, in dem es weniger um Liebe und mehr um Politik, weniger um Effekte und mehr um die Darstellung, weniger um pathetische Balladen und mehr um modernen Rap geht.

Lumao-Tipp: Keine Frage, Musicals sind ein teures Vergnügen. Aber wir haben eine gute Nachricht für euch: Es gibt immer wieder Rabatt-Aktionen, deutlich günstigere Familien-Tage (z. B. bei König der Löwen und Die Eiskönigin) sowie die Goldener-Schnatz-Ticketlotterie beim Harry-Potter-Musical.

Kirsten Düspohl wuchs dort auf, wo andere Urlaub machen: in einem kleinen Ostseebad in Schleswig-Holstein. Inzwischen lebt sie seit mehr als zehn Jahren gemeinsam mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Hamburg. Die selbstständige Texterin und Redakteurin schreibt für verschiedene Werbeagenturen, Stiftungen sowie Blogs und Online-Portale.

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