Alles im Fluss: Familienurlaub im Altmühltal

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Das Altmühltal ist wie geschaffen für Familienferien. Lumao hat das Tal in Bayern unter die Lupe genommen – per Kanu und Fahrrad. Unser Fazit: ein Top-Ziel für Eltern und Kinder!

Die Sonne steht am Himmel wie ein milchiger Teller, Insekten tanzen über dem Wasser, das gemächlich flussabwärts schwappt. Nur im dichten Grün am Ufer ist es unruhig. Da raschelt etwas im Gras, da zappeln die Halme, als würde sich eine ganze Entenfamilie mittendrin niederlassen. Und kleine Wellen breiten sich zur Flussmitte hin aus. Doch es sind keine Enten, die sich im Ufergrün tummeln, wie bald zu sehen ist. Es ist ein Biber, der die Uferböschung nach Nahrung durchkämmt.

Zutraulicher als Biber sind die Enten auf dem Weg flussabwärts

Alle Flussabschnitte der Altmühl sind auch für Kinder geeignet

Wo der Biber glücklich ist – so sagt es der Volksmund – ist der Fluss noch in Ordnung, in diesem Fall: die Altmühl. Ein Flüsschen, dass sich tiefblau durch dichtes Grün mäandert, an Wiesen und Wäldern vorbei, auf einer Länge von 150 Kilometern. Und das wie geschaffen ist für Touren mit Kanu, Kanadier und Kajak. Welcher Abschnitt ist für Familien besonders empfehlenswert? „Eigentlich alle“, meint Volker Sanwald, Chef von SAN-aktiv-Tours, während er für eine Urlauberfamilie Paddel, wasserdichte Tonnen und Schwimmwesten zusammensucht. „Es kommt darauf an, wie lange man unterwegs sein möchte. Und ob man Bootsrutschen mag.“ Der Fachmann für Kanutouren grinst schelmisch und holt die Karte. „Wirklich schön ist die Strecke von Sollnhofen bis Dollnstein. Vorbei an einer Felsformation, die an die zwölf Apostel erinnert. Und der Abschnitt von Dollnstein bis Eichstätt “, sagt er.

Mit einer Einweisung, Schwimmweste und einer Karte geht es raus auf die Altmühl

Ein Riesenspaß für Eltern und Kinder: Paddeln auf der Altmühl

Von Dollnstein bis Eichstätt, das sind 16 Kilometer, die durch die dichtgrüne Natur des Altmühltals führen. Enten schnattern. Grillen zirpen. Eltern und Kinder tauchen ihre Paddel ins Wasser ein, ziehen sie mit gleichmäßigen, kräftigen Bewegungen nach hinten, um sie anschließend wieder nach vorn zu schwingen. Bis hinter einer Flussbiegung eine Bootsrutsche kommt, aber dazu später.

Sattgrüne und viel wilde Natur – das ist die Kulisse während einer Kanutour auf der Altmühl

Die Altmühl ist nicht der einzige Grund für Familien, in diese Ecke des Landes zu reisen – aber sie lockt Urlauber an, die sich bewegen wollen, die wandern, Kanu oder Fahrrad fahren wollen. Für letzteres ist der Altmühl-Radweg berühmt, man radelt an wogendem Schilf vorbei und an flauschigen Kühen. Sieht Kanufahrer, Schwäne, mit Glück auch mal einen Biber.

Wer keine Räder dabei hat, kann sich Räder leihen, auch für Kinder

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Urige Orte wie Eichstätt bieten städtische Abwechslung

Und hin und wieder gibt es auch kleine Orte mit urigen Biergärten. Eichstätt zum Beispiel, diese kleine katholische Stadt inmitten des Altmühltals. Eine Fußgängerzone wie aus einem Urlaubsprospekt, Kopfsteinpflaster, gesäumt von prachtvollen Barockbauten. Und hoch über der Stadt thront die Willibaldsburg, deren Wurzeln bis ins 9. Jahrhundert zurückreichen.

Eichstätt ist nur einer von vielen sehenswerten Orte im Altmühltal

Das Altmühltal ist gemütlich. Kein Remmidemmi, stattdessen jede Menge Natur und Aktivitäten, die für Familien wie geschaffen sind. Kanu fahren und radeln, wie gesagt. Nach Fossilien suchen (in acht Besuchersteinbrüchen kann man mit Hammer und Meißel nach Schätzen der Urzeit suchen). Und dann gibt es da noch die Rosenburg, das Wahrzeichen von Riedenburg, eine Burg, auf der Flugvorführungen mit Adlern, Geiern, Falken und Milanen zu bewundern sind. 

Nicht nur für Kinder toll: die Vorführungen der Raubvögel

Aufregend: Mit dem Kanu über Bootsrutschen

Zurück auf die Altmühl. Fünf flaschengrüne Kanus gleiten gemächlich unter den Zweigen einer Trauerweide hindurch. „Da vorne kommt die Bootsrutsche!“, ruft ein blonder Junge. Man steuert die nächste sandige Nische an, zieht die Kanus an Land, wirft einen Blick auf die kleine Staustufe. Kann man kentern? Wird man nass werden? Fragen drängen sich auf beim Anblick des gurgelnden, schäumenden Wassers, das durch Felsen abwärts schießt. Die Familie entscheidet sich dafür. Studiert die Schilder am Ufer, die erklären, wie man solch kleinen Staustufen hinunterrutscht: In der Mitte fahren. Sich nach vorn lehnen. Und die Paddel aus dem Wasser nehmen.

Wer möchte, kann auch diese kleine Stromschnelle in seine Tour mit einplanen

Natürlich werden alle Familienmitglieder nass, die großen und die kleineren, aber keine Frage: Bootsrutschen sind ein Riesenspaß. „Mehr noch“, behauptet die 6-jährige Theresa aus München, „Sie sind das beste hier!“, Hier – in den 3.000 Quadratkilometer großen Naturpark zwischen Nürnberg, Regensburg und Ingolstadt. Doch es gibt noch weit mehr gute Gründe. Den Donaubruch und das Kloster Weltenburg zum Beispiel. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Unbedingt auch einen Besuch wert: das Kloster Weltenburg bei Kehlheim

Infos:

SAN-aktiv-TOURS bietet Kanu- und Radtouren an, unter anderem eine Family-Bootstour für zwei Erwachsene und zwei Kinder bis 12 Jahre im Viererkanadier. Weitere Infos zu möglichen Aktivitäten und zur Region: Naturpark Altmühltal.

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