Garmisch-Partenkirchen: Familienurlaub an der Zugspitze

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Ein Bergpanorama wie aus dem Bilderbuch, zwei zauberhafte Ortskerne und zahlreiche Natur-, Sport- und Action-Erlebnisse für die ganze Familie – Garmisch-Partenkirchen ist nicht nur aufgrund der Lage am höchsten Berg Deutschlands ein top Reiseziel.

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Auf einen Blick!
Garmisch-Partenkirchen liegt in einem Talkessel nördlich des Wettersteingebirges, aus dem Deutschlands höchster Berg, die Zugspitze, herausragt. Die hübsche, bayerische Kleinstadt ist weltberühmter Wintersportort und das ganze Jahr über eine reizvolle Urlaubsdestination.
Zielgruppe Garmisch-Partenkirchen ist perfekt für Familien, denn hier treffen Wanderwege auf Wintergaudi, Traditionen auf Trendsportarten, Spielplätze auf Sessellifte und Kleinstadt-Charme auf Kaiserschmarrn.
Highlights Ein Besuch auf der Zugspitze ist ein Muss, keine Frage. Aber auch die Partnachklamm mit ihren wilden Wasserfällen solltet ihr euch nicht entgehen lassen. Ebenso empfehlenswert: ein Bummel durch die beiden unterschiedlichen Ortskerne.
Übernachten In Garmisch-Partenkirchen gibt es etliche Hotels. Unser Tipp für Familien: die sehr zentral gelegene und superstylische Jugendherberge Moun10.

Eine Reportage von Kirsten Düspohl

„Es gibt keinen Menschen in Deutschland, der gerade höher steht als wir, oder?“, fragt mein Sohn Tom (10) ein wenig ungläubig. „Bis auf die da“, stellt seine Schwester Jette (12) schmunzelnd fest, zeigt auf eine Handvoll Gipfelstürmer, die mit uns auf der metallenen Plattform stehen, das goldglänzende Gipfelkreuz bewundern und den 360-Grad-Ausblick genießen. Und der ist wirklich gigantisch, denn hier oben auf 2.962 Metern klotzt die Zugspitze mit einem echten Bilderbuchpanorama: ringsherum ein Winterwunderland, Berge bis zum Horizont und der hellblaue Himmel scheinbar zum Greifen nahe. Ich kann Toms Überraschung verstehen, es ist schon ein seltsamer, fast ehrfürchtiger Gedanke, dass wir uns auf dem höchsten Punkt Deutschlands befinden. Erdkundeunterricht zum Anfassen und definitiv ein Häkchen auf unserer Reise-Bucket-List.

Schneebedeckte Gipfel und ein atemberaubender Ausblick – diese Kombi gibt es rund um Garmisch-Partenkirchen oft ©Kirsten Düspohl

Das Skigebiet auf der Zugspitze: familienfreundliche Pisten & eine extralange Skisaison

Einmal auf dem höchsten Berg Deutschlands zu stehen – das war unser Wunsch, als mein Mann Jan und ich beschlossen, mit den Kindern ein paar Tage in Garmisch-Partenkirchen zu verbringen. Die Zugspitze wird nicht das einzige Naturspektakel in diesem Urlaub bleiben, doch dazu später mehr. Erstmal gilt es, den Gletscher zu erkunden – und zwar auf Skiern.

Das höchstgelegene Skigebiet Bayerns öffnet bereits Mitte November seine 20 schneesicheren Pistenkilometer und beendet die Skisaison erst Anfang Mai ©Kirsten Düspohl

Ein einmaliges Erlebnis, das seinen Preis hat: 150 Euro kostet das Familien-Ticket für den Skipass inkl. Berg- und Talfahrt. An- und Abreise gestalten sich allerdings ziemlich spektakulär: Auf die Zugspitze gelangt man wahlweise mit der teils unterirdisch verlaufenden Zahnradbahn, die am Zugspitzbahnhof in Garmisch startet, oder mit der Seilbahn, die innerhalb weniger Minuten bis zur Talstation am Eibsee gondelt.

In vier Minuten von 705 auf 2.600 Meter Höhe – das klappt mit der Zahnradbahn ©Kirsten Düspohl

„Irgendwie fährt es sich anders als sonst“, sage ich zu meinem Mann und beäuge skeptisch meine Skier. „Willkommen im Naturschnee“, grinst mein Mann, „da gewöhnen wir uns schnell dran.“ Er hat recht – bereits nach einer kurzen Eingewöhnung carven wir über den gut präparierten, schneeweißen Teppich der Naturschneepisten.

Dem Himmel ganz nah: Die Bergwelt in der Zugspitz Region ist unglaublich beeindruckend  ©Kirsten Düspohl

Mit den leichten bis mittelschweren Abfahrten ist das Skigebiet ideal für Familien. Aufgrund der übersichtlichen Größe schaffen wir es ganz entspannt, innerhalb eines Tages alle Pisten zu fahren – und dabei immer wieder den sensationellen Ausblick zu bewundern.

Familienfreundliche Wanderungen rund um Garmisch-Partenkirchen

„Kaum zu glauben, dass wir gestern im Schnee waren“, lächelt Jette, zieht ihre Jacke aus und hängt sie sich über die Schulter. Es ist der nächste Tag und wir bummeln durch die hübsche Einkaufsstraße von Garmisch vorbei an kleinen Lädchen, Cafés und Restaurants mit liebevoll bemalten Fassaden. Vom Winter keine Spur, stattdessen milde Temperaturen und ein wolkenloser Himmel. Aber auch wenn Garmisch-Partenkirchen vermutlich der berühmteste Wintersportort Bayerns ist, so ist die hübsche Kleinstadt im Frühling, Sommer und Herbst ebenfalls ein top Reiseziel.

Oben Winterwunderwelt, unten – hier im Ortskern Garmisch sind die Temperaturen milde ©Kirsten Düspohl

Einer der größten Trümpfe von Garmisch-Partenkirchen: die zahlreichen familienfreundlichen Wanderwege durch die postkartenschöne Natur. Einer davon führt zur Berghütte St. Martin in 1.040 Metern Höhe. Vorbei am Michael-Ende-Park, benannt nach dem berühmtesten Sohn der Stadt, und über die plätschernde Loisach wandern wir stadtauswärts in Richtung Grasberg. Nach rund eineinhalb Stunden erreichen wir die Berggaststätte Sankt Martin und werden reich belohnt: mit fantastischem Apfelstrudel, puderzuckrigem Kaiserschmarrn und einem malerischen Ausblick auf Garmisch-Partenkirchen und das Wettersteingebirge.

Ein Hochgenuss: der warme Apfelstrudel in der Berggaststätte St. Martin am Grasberg ©Kirsten Düspohl

Perfekt für Familien, Naturliebhaber und Wanderfreunde: Garmisch-Partenkirchen in Bayern

Ob Wanderungen und Radtouren, Pistenvergnügen, Schwimmen im Alpspitz-Wellenbad oder eine Auszeit auf einem der vielen Spielplätze – Garmisch-Partenkirchen ist wie geschaffen für einen Familienurlaub. „Ihr solltet euch unbedingt noch den Ortskern von Partenkirchen anschauen“, rät uns Franzi an einem Morgen beim Frühstück im Moun10. Die sympathische Empfangsmitarbeiterin arbeitet in unserer Ferienunterkunft, einer superstylischen Jugendherberge mit modernen Familienzimmern und Boutiquehotel-Flair.

Voll schick und super geeignet für Familien: die Jugendherberge Moun10 ©Kirsten Düspohl

Als gebürtige Partenkirchenerin ist sie eine echte Heimatexpertin. So erfahren wir von ihr, dass die beiden ursprünglich eigenständigen Gemeinden Garmisch und Partenkirchen erst zu den Olympischen Spielen 1936 zusammengelegt wurden. „Die Einheimischen legen aber immer noch großen Wert darauf, dass sie entweder Garmischer oder Partenkirchener sind“, fügt Franzi mit einem Augenzwinkern hinzu. Schnell stellen wir fest: Obwohl die beiden Stadtteile nur gut eineinhalb Kilometer auseinander liegen, haben sie sich ihren eigenständigen Charakter bewahrt. Während Garmisch sich trubelig und städtisch präsentiert, geht es in Partenkirchen deutlich gemütlicher zu.

Der zweite hübsche Ortskern in der Region: die Innenstadt von Partenkirchen ©Kirsten Düspohl

Bunte, reich mit Lüftlmalerei verzierte Häuser säumen schmale Kopfsteinpflasterstraßen. Goldschmieden, kleine Konditoreien und familiengeführte Manufakturen zeigen, dass Tradition und Handwerk hier noch gelebt werden. Noch etwas, worauf die Partenkirchener stolz sind: auf ihren Hausberg, den Wank. Und auf den geht es jetzt, denn Franzi hatte noch einen weiteren Tipp für uns: die Kaspressknödel in der Tannenhütte, „die besten Knödel in Garmisch-Partenkirchen“.

Große Gipfel, wilde Wälder: Garmisch-Partenkirchen ist perfekt geeignet für einen Familienurlaub in der Natur, zum Beispiel beim Wandern ©Kirsten Düspohl

Natur und gutes Essen auf dem Wank, dem Hausberg von Garmisch-Partenkirchen

Ganz schön steil ist der Wanderweg, aber wunderschön. Der schmale Pfad führt durch die üppig grüne Bergwelt mit rauschenden Wäldern und saftigen Wiesen. Ein Höhepunkt (im wahrsten Sinne des Wortes) befindet sich nur einen Steinwurf von der Tannenhütte entfernt: die Hacker-Pschorr-Hängebrücke, die geradewegs über die 35 Meter tiefe Schlucht führt.

57 Meter lang: die Hacker-Pschorr-Hängebrücke, die euch über den Faukengraben bringt ©Kirsten Düspohl

„Puh, ist das hoch“, stöhne ich, richte den Blick starr geradeaus, während ich langsam über das Gitter tapse. „Das schaukelt doch noch nicht mal richtig“, sagt Tom schulterzuckend und stiefelt unbekümmert vorneweg. Noch ein wenig wackelig, aber mächtig stolz sitze ich kurze Zeit später auf der Terrasse der Tannenhütte, lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen und schließe mich Franzi an: Die Knödel sind wirklich ein Gedicht.

In der Natur unterwegs sein, in urigen Hütten einkehren, das Gesicht der Sonne entgegenstrecken – das ist Urlaub! ©Kirsten Düspohl

„Ooookay, ich glaube, als krönender Abschluss unseres Urlaubs steht noch eine weitere Mutprobe an“, sagt Jan, blickt etwas skeptisch auf den dunklen Höhleneingang, der Eingang zur Partnachklamm. Die rund 700 Meter lange Klamm gilt als eines der Highlights dieser Region. Aber keine Frage: Wir müssen uns zu diesem eindrucksvollen Naturschauspiel etwas überwinden, denn der äußerst schmale Pfad führt mitten durch die Schlucht. Neben und über uns befinden sich massive Steinwände, Felsvorsprünge und spektakuläre Felsspalten. Mächtige Wasserfälle rauschen ohrenbetäubend nur wenige Meter von uns entfernt hinab, während steil unter uns die wilde Partnach tost. Und zum zweiten Mal in diesem Urlaub sind wir tief beindruckt von der Schönheit und Imposanz der Natur.

In der Partnachklamm tropft und rieselt das Wasser von den Wänden, deshalb sind feste Schuhe und Regenbekleidung empfehlenswert ©Kirsten Düspohl

Fazit: Garmisch-Partenkirchen ist ein tolles Reiseziel für Familien

„Ich weiß gar nicht, was mir mehr gefallen hat: die Zugspitze oder die Partnachklamm“, grübelt Tom auf dem Spaziergang zurück von der Klamm zum Olympia-Stützpunkt, dem Ausgangspunkt des halbstündigen Fußweges. Auch ich muss zugeben, dass mich das vielfältige Angebot in Garmisch-Partenkirchen positiv überrascht hat – und dabei haben wir lange noch nicht alles gesehen und erlebt. „Dann müssen wir wohl noch einmal wiederkommen“, sage ich schmunzelnd zu meiner Familie. Vielleicht sogar zweimal denke ich im Stillen: zum Schneeschuhwandern, Rodeln und

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